Alexandrinerklee
Der Alexandrinerklee (Trifolium alexandrinum, EPPO-Code: TRFAL), auch bekannt als Ägyptischer Klee, ist eine einjährige, frostempfindliche Leguminose, die in Mitteleuropa eine bedeutende Rolle als Zwischenfrucht, Futterpflanze und Gründüngung einnimmt. Die Kultur zeichnet sich durch ein rasches Jugendwachstum, eine hervorragende Unkrautunterdrückung und eine hohe Biomassebildung im Sommer und Herbst aus. Da sie beim ersten Frost zuverlässig abfriert, eignet sie sich ideal für mulch- und direktsaatbasierte Fruchtfolgen vor Sommerungen.
Neben der Funktion als Humusbildner fixiert der Alexandrinerklee mithilfe von Knöllchenbakterien (Rhizobium leguminosarum var. trifolii) beträchtliche Mengen an Luftstickstoff, der der Folgekultur zur Verfügung gestellt wird. Im Futterbau liefert die Kultur eiweißreiches, schmackhaftes Futter, das sowohl frisch verfüttert als auch siliert werden kann. Für eine erfolgreiche Etablierung benötigt die Kultur warme, feuchte Keimbedingungen und reagiert empfindlich auf anhaltende Trockenheit während der Keimphase.
Bodenmanagement
Alexandrinerklee stellt mittlere bis hohe Ansprüche an den Boden und bevorzugt tiefgründige, nährstoffreiche Lehm- und Tonböden mit guter Wasserführung. Ein gut rückverfestigtes, feinkrümeliges Saatbett ist für den Lichtkeimer essenziell, um einen optimalen Bodenschluss der feinen Samen zu gewährleisten. Die optimale Saattiefe liegt bei lediglich 1–2 cm, da tiefere Ablagen den Feldaufgang drastisch reduzieren. Auf sauren Böden mit einem pH-Wert unter 5,5 ist die Aktivität der Knöllchenbakterien stark gehemmt, weshalb gegebenenfalls eine Kalkung im Vorfeld ratsam ist. Eine Grunddüngung mit Phosphor und Kalium fördert die Wurzelentwicklung und die Stickstofffixierungsleistung der Kultur nachhaltig.
Schaderreger-Management
Im Zwischenfruchtanbau ist der Pflanzenschutzbedarf beim Alexandrinerklee in der Regel sehr gering, da die Kultur durch ihr schnelles Wachstum Unkräuter effektiv unterdrückt. Gelegentlich können Schaderreger wie der Kleekrebs (Sclerotinia trifoliorum) oder der Blattrandkäfer (Sitona spp.) auftreten, insbesondere bei engen kleeartigen Fruchtfolgen. Zur Vermeidung von Krankheitsübertragungen sollte eine Anbaupause von mindestens 4 bis 6 Jahren zu anderen Leguminosen eingehalten werden. Chemische Pflanzenschutzmittel sind im reinen Zwischenfruchtanbau meist weder wirtschaftlich noch zugelassen, weshalb mechanische Maßnahmen und die Fruchtfolgegestaltung im Vordergrund stehen. Bei starkem Schneckenfraß im empfindlichen Auflaufstadium kann unter Beachtung der Zulassungssituation der Einsatz von Schneckenkorn erforderlich werden.
Sorten
Tabor
Früh bis mittelspätSehr hohe Massebildung im ersten Aufwuchs, ideal als Gründüngung.
Anfällig für: Frost
Einschnittige Sorte, die sich hervorragend für den Zwischenfruchtanbau eignet. Friert im Winter sicher ab und hinterlässt eine gare, leicht zu bearbeitende Bodenstruktur.
Alex
MittelfrühHoher Gesamtertrag über 2 bis 3 Schnitte hinweg.
Anfällig für: Frost
Mehrschneidige Sorte mit exzellentem Regenerationsvermögen nach dem Schnitt. Gut geeignet für den Hauptfruchtanbau zur Futternutzung.
Lito
FrühSehr rasche Anfangsentwicklung und zügige Bodenbedeckung.
Anfällig für: Frost
Einschnittige, sehr raschwüchsige Sorte. Optimal für späte Aussaaten im August als Zwischenfrucht geeignet.
Winner
MittelSehr ertragreich im mehrschnittigen Futterbau mit hohem Rohproteingehalt.
Resistent gegen: Mehltau
Anfällig für: Frost
Mehrschneidige Sorte mit guter Standfestigkeit und hoher Futterqualität. Zeigt eine gute Blattgesundheit im herbstlichen Anbau.
Zugelassene Pflanzenschutzmittel
Alle Anwendungen ansehenHäufige Fragen
Wie lässt sich Alexandrinerklee im Frühjahr am besten in eine mulchsaatbasierte Fruchtfolge integrieren?
Da Alexandrinerklee bei Temperaturen unter -3 bis -5 °C zuverlässig abfriert, hinterlässt er über Winter eine tote Mulchauflage. Im Frühjahr kann die Folgefrucht (z. B. Silomais oder Zuckerrüben) meist direkt oder nach einer minimalen, flachen Bodenbearbeitung in den abgefrorenen Bestand gesät werden, was den Boden vor Erosion schützt und wertvolle Bodenfeuchtigkeit schont.
Wann ist der optimale Zeitpunkt für den ersten Schnitt bei einer mehrschnittigen Nutzung?
Der erste Schnitt sollte idealerweise kurz vor Beginn des Knospenstadiums (BBCH 51 bis 55) erfolgen. Zu diesem Zeitpunkt ist das Verhältnis von Rohprotein zu Rohfaser optimal, und die Kultur regeneriert sich schnell für den folgenden Aufwuchs, da die Reservestoffe in der Pflanzenbasis noch nicht für die Blüte erschöpft wurden.
Welche Rolle spielt die Impfung des Saatguts mit Rhizobien bei der Erstansaat?
Auf Flächen, auf denen jahrelang keine Kleearten angebaut wurden, kann eine Impfung des Saatguts mit spezifischen Knöllchenbakterien die Stickstofffixierung deutlich verbessern. Dies sichert eine rasche Etablierung, stärkt die Konkurrenzkraft gegen Beikräuter und maximiert den Stickstoffertrag für die Nachfolgekultur.
Wie unterscheidet sich Alexandrinerklee im Anbauverhalten vom Perserklee?
Alexandrinerklee wächst straff aufrecht und eignet sich daher hervorragend für die Mahd sowie als Mischungspartner im Zwischenfruchtanbau. Perserklee hingegen wächst eher niederliegend bis kriechend, stellt noch höhere Ansprüche an die Wasserversorgung und verträgt feuchtere Standorte besser, ist jedoch in der Anfangsentwicklung oft etwas langsamer.
Wie finde ich im Pflanzenschutz-Hub zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Schaderreger im Alexandrinerklee?
Nutzen Sie die Suchfunktion im Hub und filtern Sie nach der Kultur 'Alexandrinerklee' oder der Obergruppe 'Futterleguminosen'. Da die reguläre Zulassungssituation für Herbizide und Fungizide in dieser Nischenkultur stark eingeschränkt ist, sollten Sie gezielt nach Notfallzulassungen nach Art. 53 der Verordnung (EG) 1107/2009 oder nach Genehmigungen im Rahmen des Lückenindikators (Art. 51) suchen.
Welche Mischungspartner eignen sich besonders gut für den Zwischenfruchtanbau?
Alexandrinerklee wird häufig mit Einjährigem Weidelgras (Welsches Weidelgras) oder mit Kreuzblütlern wie Senf und Ölrettich kombiniert. Die Kombination mit Weidelgras liefert ein hervorragendes Futter im Herbst, während die Mischung mit Kreuzblütlern die Durchwurzelung verschiedener Bodenschichten optimiert und die Unkrautunterdrückung maximiert.