Alexandrinerklee
Alexandrinerklee (Trifolium alexandrinum, EPPO-Code: TRFAL), auch bekannt als Ägyptischer Klee, ist eine einjährige, wärmeliebende Futterleguminose, die in der mitteleuropäischen Landwirtschaft eine bedeutende Rolle einnimmt. Die Kultur zeichnet sich durch ein rasches Jugendwachstum und eine hervorragende Regenerationsfähigkeit nach dem Schnitt aus. Sie wird primär als ertragreiches Feldfutter, im Zwischenfruchtanbau zur Gründüngung oder in artenreichen Gemengen genutzt.
Dank der Symbiose mit Knöllchenbakterien besitzt der Alexandrinerklee ein enormes Stickstoffaneignungsvermögen, was ihn zu einer wertvollen Vorfrucht in Fruchtfolgen mit hohem Stickstoffbedarf macht. Da die Kultur frostempfindlich ist und bei Temperaturen unter -4 °C bis -6 °C zuverlässig abfriert, eignet sie sich hervorragend für den herbstlichen Zwischenfruchtanbau, da sie im Frühjahr keine Durchwuchsprobleme verursacht und die Bodenstruktur über Winter stabilisiert.
Bodenmanagement
Der Alexandrinerklee stellt mittlere bis hohe Ansprüche an den Boden und bevorzugt tiefgründige, nährstoffreiche Lehm- und Tonböden mit guter Wasserversorgung. Leichte, sandige oder stark saure Standorte sind für diese Kultur weniger geeignet, da hier die Knöllchenbakterien nicht optimal arbeiten können. Für eine erfolgreiche Etablierung ist ein feinkrümeliges, gut rückverfestigtes Saatbett entscheidend, um den feinen Samen einen optimalen Bodenschluss zu garantieren. Da die Kultur sehr frostempfindlich ist, hinterlässt sie nach dem winterlichen Abfrieren eine hervorragende, leicht zu bearbeitende Mulchschicht, die den Boden vor Erosion schützt. Eine zusätzliche Stickstoffdüngung ist aufgrund der biologischen N-Fixierung in der Regel nicht erforderlich, jedoch sollte auf eine ausreichende Grundnährstoffversorgung mit Phosphor und Kalium geachtet werden.
Schaderreger-Management
Im Bereich des Pflanzenschutzes gilt Alexandrinerklee als vergleichsweise robuste Kultur, die nur selten den gezielten Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln erfordert. Gelegentlich können Schaderreger wie der Kleekrebs (Sclerotinia trifoliorum) oder virale Erkrankungen wie das Kleevergilbungsvirus auftreten, weshalb eine Anbaupause von mindestens vier Jahren zu anderen Leguminosen zwingend eingehalten werden sollte. Gegen tierische Schädlinge wie den Blattrandkäfer (Sitona spp.) hilft vor allem ein zügiges Jugendwachstum, das durch optimale Aussaatbedingungen gefördert wird. Unkräuter werden in dichten Beständen durch die hohe Konkurrenzkraft der Kultur meist effektiv unterdrückt, sodass Herbizidanwendungen in der Praxis die Ausnahme darstellen. Falls im Zwischenfruchtanbau dennoch eine Regulierung notwendig ist, stehen mechanische Maßnahmen wie das Striegeln im frühen BBCH-Stadium im Vordergrund.
Sorten
Alex
mittelfrühSehr hoher Gesamtertrag bei 3–4 Schnitten.
Anfällig für: Kleekrebs, Frost
Sehr bewährte, mehrschnittige Sorte mit rascher Jugendentwicklung und hoher Massebildung im ersten Schnitt.
Tabor
frühSehr hoher Ertrag im ersten Schnitt, kein nennenswerter Wiederaustrieb.
Anfällig für: Frost, Kleekrebs
Einschnittige Spezialsorte, die extrem schnell wächst und sich hervorragend für den herbstlichen Zwischenfruchtanbau eignet.
Winner
mittelspätGleichmäßige Ertragsverteilung über alle Schnitte hinweg.
Resistent gegen: Mehltau
Anfällig für: Frost
Blattreiche, mehrschnittige Sorte mit exzellenter Futterqualität und sehr guter Regenerationsfähigkeit nach dem Schnitt.
Lito
mittelfrühHohe Trockenmasseerträge im Hauptfruchtanbau.
Resistent gegen: Kleekrebs
Anfällig für: Frost
Robuste, mehrschnittige Sorte mit guter Standfestigkeit und hoher Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Bodenverhältnisse.
Zugelassene Pflanzenschutzmittel
Alle Anwendungen ansehenHäufige Fragen
Wie erkennst du den optimalen Zeitpunkt für den ersten Schnitt bei mehrschnittiger Nutzung?
Der ideale Zeitpunkt für den ersten Schnitt liegt kurz vor oder zu Beginn des Knospenstadiums (BBCH 51–55). Wenn du zu lange wartest und die Kultur voll erblüht, sinkt der Proteingehalt drastisch und die Stängel verholzen, was die Futterqualität erheblich mindert. Zudem regeneriert sich der Bestand nach einem frühen Schnitt deutlich schneller für den Folgeschnitt.
Worauf musst du bei der Aussaat von Alexandrinerklee in Mischungen achten?
Achte darauf, die Saatstärken ausgewogen abzustimmen, da Begleitpartner wie Einjähriges Weidelgras bei zu hoher Dosierung den Klee in der Jugendphase unterdrücken können. Eine bewährte Mischung besteht aus etwa 60 % Alexandrinerklee und 40 % Einjährigem Weidelgras, was eine optimale Lichtnutzung und eine ausgewogene Nährstoffbilanz im Futter garantiert.
Kannst du Alexandrinerklee auf Flächen anbauen, auf denen zuvor Erbsen oder Ackerbohnen standen?
Davon solltest du absehen. Um die Übertragung von bodenbürtigen Schaderregern wie dem Kleekrebs oder Nematoden zu verhindern, ist eine strikte Anbaupause von mindestens 3 bis 4 Jahren zu allen anderen Leguminosen (einschließlich Erbsen, Ackerbohnen und Luzerne) einzuhalten.
Wie verhält sich Alexandrinerklee bei Spätfrösten im Frühjahr und wie reagierst du darauf?
Jungpflanzen vertragen kurzzeitig leichte Fröste bis etwa -2 °C. Sollten stärkere Spätfröste angekündigt sein, empfiehlt es sich, die Aussaat im Frühjahr nicht zu früh anzusetzen; warte ab, bis sich der Boden dauerhaft auf über 8 °C erwärmt hat, um ein zügiges Auflaufen ohne Kälteschock zu sichern.
Wie findest du zugelassene Pflanzenschutzmittel für Alexandrinerklee im System?
Da Alexandrinerklee oft unter die Kategorie 'Futterleguminosen' oder 'Klee-Arten' fällt, solltest du bei der Suche im Hub gezielt nach diesen übergeordneten Kulturbezeichnungen filtern. Achte stets auf die spezifischen Anwendungsbestimmungen und die Wartezeit vor der Nutzung als Futtermittel.
Warum ist das Abfrierverhalten im Winter ein Vorteil für deine Nachfolgekultur?
Da die Kultur bei Temperaturen unter -4 °C zuverlässig abstirbt, hinterlässt sie eine schützende Mulchauflage, die Unkraut unterdrückt und den Boden vor Verschlämmung schützt. Im Frühjahr kannst du die Folgefrucht oft direkt per Direktsaat oder nach minimaler Bodenbearbeitung einsäen, ohne dass ein Herbizideinsatz zur Beseitigung des Zwischenfruchtbestands nötig ist.