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Kultur

Inkarnatklee

Trifolium incarnatum
TRFIN

Inkarnatklee (Trifolium incarnatum, EPPO-Code: TRFIN), im deutschsprachigen Raum auch als Blutklee oder gewöhnlicher Inkarnatklee bekannt, ist eine einjährige, winterannuelle Leguminose von hoher agronomischer Bedeutung. Die Kultur zeichnet sich durch eine rasche Jugendentwicklung im Herbst und eine ausgeprägte, tief reichende Pfahlwurzel aus. Dies macht sie zu einer hervorragenden Zwischenfrucht zur biologischen Stickstofffixierung und zur nachhaltigen Verbesserung der Bodenstruktur in mitteleuropäischen Fruchtfolgen.

Neben der Reinsaat wird die Kultur besonders häufig als wertvolle Komponente im traditionellen „Landsberger Gemenge“ etabliert. Durch die Symbiose mit Knöllchenbakterien liefert der Inkarnatklee erhebliche Mengen an organisch gebundenem Stickstoff für die Folgefrucht. Die auffällige, tiefrote Blüte im späten Frühjahr bietet zudem eine hervorragende Bienenweide und fördert die Biodiversität auf der landwirtschaftlichen Nutzfläche aktiv.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
Anfang August bis Mitte September (als Winterzwischenfrucht) oder April bis Mai (als Hauptfrucht)
Erntefenster
Mai bis Juni (Schnittnutzung im Folgejahr bei Herbstaussaat) oder Juli bis August (Samenbau)
Reihenabstand
12–15 cm (Drillsaat) oder Breitsaat
Typischer Ertrag
30–45 dt/ha Trockenmasse (als Hauptfutter) bzw. 4–8 dt/ha Saatgut
Wärmesumme (GDD)
1150
Boden-pH
5,5–7,0

Bodenmanagement

Für eine erfolgreiche Etablierung von *Trifolium incarnatum* ist ein feinkrümeliges, gut rückverfestigtes Saatbett entscheidend, um den notwendigen Bodenschluss für das feine Saatgut zu gewährleisten. Die Kultur bevorzugt mittelschwere bis leichte Böden und reagiert empfindlich auf Staunässe sowie extreme Bodenverdichtungen. Da es sich um eine Leguminose handelt, ist eine Stickstoffdüngung in der Regel nicht erforderlich; stattdessen profitiert die Kultur von einer gezielten Grunddüngung mit Phosphor und Kalium vor der Saat. Eine Kalkung auf sauren Standorten zur Erreichung des optimalen pH-Werts fördert die Aktivität der Knöllchenbakterien (*Rhizobium leguminosarum*). Nach der Ernte hinterlässt der Inkarnatklee eine hervorragende Bodenstruktur und erhebliche Mengen an organisch gebundenem Stickstoff für die Folgefrucht.

Schaderreger-Management

Im Bereich des Pflanzenschutzes gilt der Inkarnatklee als vergleichsweise robuste Kultur, die jedoch unter feucht-kalten Bedingungen anfällig für pilzliche Schaderreger wie den Kleekrebs (*Sclerotinia trifoliorum*) sein kann. Zur Vorbeugung dieses Schaderregers ist die Einhaltung einer weiten Fruchtfolge mit mindestens vier bis fünf Jahren Anbaupause zu anderen Leguminosen zwingend erforderlich. Gegen tierische Schädlinge wie den Kleeapfelrüssler oder Blattrandkäfer sind chemische Pflanzenschutzmittel im Zwischenfruchtanbau meist weder wirtschaftlich noch zulassungsrechtlich indiziert, weshalb mechanische und kulturtechnische Maßnahmen im Vordergrund stehen. Ein rechtzeitiger Schnitt im Frühjahr vor dem vollen Blühstadium mindert zudem das Risiko einer Ausbreitung von Echtem Mehltau und sichert gleichzeitig die Futterqualität. Unkräuter werden in der sensiblen Jugendphase durch einen dichten Stand und schnellen Reihenschluss der Kultur effektiv unterdrückt.

Sorten

Contea

mittelfrüh

Sehr hoher Ertrag an Grün- und Trockenmasse.

Resistent gegen: Kleekrebs, Winterfrost

Anfällig für: Echter Mehltau

Sehr rasche Jugendentwicklung und hervorragende Eignung für das Landsberger Gemenge.

Kardinal

mittelfrüh

Hoher Ertrag im ersten Schnitt, sehr gute Proteingehalte.

Resistent gegen: Winterfrost

Anfällig für: Kleekrebs

Wüchsige Sorte mit hoher Standfestigkeit und gutem Wiederaufwuchs nach dem ersten Schnitt.

Linkarus

früh bis mittelfrüh

Stabiler, hoher Trockenmasseertrag über verschiedene Standorte.

Resistent gegen: Winterfrost, Kleekrebs

Zeichnet sich durch eine sehr gute Winterhärte und rasches Massenwachstum im Frühjahr aus.

Heusers Ostsaat

spät

Mittlerer bis hoher Grünmasseertrag, sehr ausdauernd im Frühjahr.

Resistent gegen: Winterfrost

Anfällig für: Echter Mehltau

Altbewährte, extrem winterharte Landsorte, ideal für raue Lagen und späte Saaten.

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie beeinflusst der Aussaattermin im Spätsommer die Winterhärte des Inkarnatklees?

Eine rechtzeitige Aussaat bis spätestens Mitte September ist entscheidend, damit die Kultur vor dem Wintereinbruch das BBCH-Stadium 14 bis 16 (4 bis 6 Laubblätter) erreicht. Zu spät gesäte Bestände gehen mit unzureichend ausgebildetem Wurzelsystem in den Winter und weisen eine stark reduzierte Frosttoleranz auf, während zu frühe Saaten im Herbst überständig werden und dadurch anfälliger für Auswinterung und Pilzinfektionen sind.

Welche Rolle spielt Inkarnatklee im klassischen „Landsberger Gemenge“?

Im Landsberger Gemenge wird Inkarnatklee (ca. 20–25 % Gewichtsanteil) mit Welschem Weidelgras und Winterwicken kombiniert. Diese Mischung nutzt die unterschiedlichen Wurzelsysteme und Wachstumsrhythmen optimal aus, sorgt für eine lückenlose Bodenbedeckung über Winter und liefert im folgenden Frühjahr extrem hohe, proteinreiche Grünfutter- oder Silageerträge.

Wie lässt sich das Risiko von Kleekrebs (Sclerotinia trifoliorum) im Anbau effektiv minimieren?

Da gegen diesen pilzlichen Schaderreger keine chemischen Pflanzenschutzmittel zur Verfügung stehen, ist die Einhaltung einer weiten Fruchtfolge von mindestens 4 bis 5 Jahren Anbaupause zu anderen Leguminosen (wie Rotklee, Luzerne oder Erbsen) zwingend erforderlich. Zudem sollte eine übermäßige Stickstoffdüngung der Vorfrucht vermieden werden, um ein zu mastiges und damit infektionsanfälliges Wachstum im Herbst zu verhindern.

Wann ist der optimale Schnittzeitpunkt für die Futternutzung von Inkarnatklee?

Der optimale Erntezeitpunkt liegt zu Beginn des Knospenstadiums bis maximal zum Beginn der Blüte (BBCH 51–61). Mit fortschreitender Blüte verholzen die Stängel der Kultur rapide, was den Rohfasergehalt stark ansteigen lässt und die Verdaulichkeit sowie die Futterakzeptanz beim Vieh drastisch senkt.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech zugelassene Pflanzenschutzmittel für diese Kultur?

Nutzen Sie die Such- und Filtersysteme im Pflanzenschutz-Hub der Plattform. Filtern Sie gezielt nach der Kulturgruppe „Klee-Arten“ oder direkt nach „Inkarnatklee“ und wählen Sie die entsprechende Indikation (z. B. Herbizide zur Unkrautregulierung) aus, um die aktuell in Deutschland zugelassenen Anwendungen inklusive Aufwandmengen und Wartezeiten einzusehen.