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Kultur

Lorbeer

Laurus nobilis
LURNO

Der Echte Lorbeer (Laurus nobilis, EPPO-Code: LURNO) ist eine immergrüne, mediterrane Holzgewächs-Kultur, die in Mitteleuropa vor allem als Kübelpflanze, in wintermilden Regionen wie dem Rheingraben aber auch im Freiland kultiviert wird. Die Blätter enthalten wertvolle ätherische Öle, weshalb die Kultur sowohl für den Frischmarkt als auch für die Trocknungsindustrie von Bedeutung ist. Die Produktion erfordert aufgrund der Frostempfindlichkeit und des langsamen Wachstums ein hohes Maß an pflanzenbaulichem Fingerspitzengefühl.

In der Erwerbsgärtnerei wird Lorbeer meist über Stecklinge vermehrt und über mehrere Jahre hinweg zu Formgehölzen oder Schnittlaubkulturen herangezogen. Da die Blätter ganzjährig geerntet werden können, ist eine kontinuierliche Nährstoff- und Wasserversorgung ohne Staunässe entscheidend für eine hohe Blattqualität und intensive Aromaausprägung.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
März bis Mai (Auspflanzung/Stecklingsvermehrung)
Erntefenster
Ganzjährig (Hauptente Juli bis Oktober)
Reihenabstand
1,5–2,5 m (im Freiland) oder Containeraufstellung
Typischer Ertrag
1,5–3,0 t/ha (Frischblattmasse bei Standraumkultur)
Wärmesumme (GDD)
1800–2200 °C
Boden-pH
6,0–7,5

Bodenmanagement

Der Echte Lorbeer bevorzugt gut durchlässige, humose und nährstoffreiche Böden mit mäßiger Feuchtigkeit. Da die Kultur äußerst empfindlich auf Staunässe reagiert, ist eine physikalische Bodenverbesserung durch das Einmischen von Sand oder Kies in schweren Böden unerlässlich. Im Freilandanbau sollte der Boden im Traufbereich der Kultur gemulcht werden, um die Bodenfeuchtigkeit zu stabilisieren und das Unkrautwachstum zu unterdrücken. Eine ausgewogene Stickstoffdüngung im Frühjahr fördert den vegetativen Austrieb, während eine kalibetonte Düngung im Spätsommer die Frosthärte des Holzes verbessert. Der pH-Wert sollte regelmäßig kontrolliert und im schwach sauren bis neutralen Bereich gehalten werden, um Mikronährstoffmängel zu vermeiden.

Schaderreger-Management

Im Pflanzenschutz liegt der Fokus vor allem auf der Vorbeugung von saugenden Schaderregern wie Schildläusen, Wollläusen und Blattflöhen (insbesondere dem Lorbeerblattfloh *Trioza alacris*). Ein regelmäßiges Monitoring ab dem Knospenaufbruch (BBCH 07–10) ist entscheidend, um einen Befall frühzeitig zu erkennen und Rußtaupilze zu verhindern, die sich auf den Ausscheidungen der Schädlinge ansiedeln. Gegen Pilzerkrankungen wie die Blattfleckenkrankheit helfen eine weite Pflanzung zur schnellen Abtrocknung des Laubwerks sowie der gezielte Einsatz zugelassener Fungizide bei feucht-warmer Witterung. Beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln müssen die gesetzlichen Wartezeiten strikt eingehalten werden, da die Blätter direkt für den Verzehr bestimmt sind. Biologische Maßnahmen wie der Einsatz von Nützlingen (z. B. Schlupfwespen oder Florfliegenlarven) haben sich besonders im geschützten Anbau bewährt.

Sorten

Angustifolia

Mittelfrüh

Konstanter Ertrag an aromatischen, schmalen Blättern.

Resistent gegen: Frost

Anfällig für: Schildläuse

Schmalblättrige Sorte mit erhöhter Frosttoleranz, ideal für kühlere Lagen in Mitteleuropa.

Aurea

Spät

Geringerer Blattbehang, primär als Ziergehölz genutzt.

Anfällig für: Sonnenbrand, Trioza alacris

Auffälliges, goldgelbes Laub; benötigt Halbschatten, da die Blätter in praller Sonne verbrennen können.

Undulata

Mittelfrüh

Hoher Ertrag an dekorativem Schnittlaub.

Resistent gegen: Wind

Anfällig für: Staunässe, Schildläuse

Sorte mit stark gewellten Blatträndern, sehr wüchsig und gut schnittverträglich.

Saratoga

Früh

Sehr hoher Ertrag an dicken, hocharomatischen Blättern.

Resistent gegen: Trockenheit

Anfällig für: Frost

Breitblättrige, sehr aromatische Sorte mit kompaktem Wuchs, hervorragend für die Gewinnung von Gewürzlaub geeignet.

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie wirkt sich der Lorbeerblattfloh (Trioza alacris) auf die Blattqualität aus und wann ist der optimale Behandlungszeitpunkt?

Der Lorbeerblattfloh verursacht charakteristische Blatteinrollungen und -verdickungen, die das Erntegut unverkäuflich machen. Zudem fördert der ausgeschiedene Honigtau die Ansiedlung von Rußtaupilzen. Die Überwachung sollte bereits beim ersten Austrieb im Frühjahr (BBCH 10) beginnen; eine Behandlung mit nützlingsschonenden Pflanzenschutzmitteln ist am effektivsten, sobald die ersten Nymphen in den jungen Triebspitzen schlüpfen.

Welche pflanzenbaulichen Maßnahmen mindern das Risiko von Frostschäden bei der Freilandkultur in Deutschland?

Neben der Sortenwahl ist eine kalibetonte Düngung im Spätsommer (August) entscheidend, um die Holzausreife zu fördern. Zudem sollte die Stickstoffzufuhr ab Juli komplett eingestellt werden, um weiche, frostempfindliche Spättriebe zu verhindern. Ein windgeschützter Standort und eine dicke Mulchschicht über dem Wurzelsystem reduzieren das Risiko von Frosttrocknis erheblich.

Wie wird die Einhaltung der Wartezeit (PHI) bei einer ganzjährigen Ernte von Lorbeerblättern gesteuert?

Da Lorbeerblätter kontinuierlich geerntet werden können, müssen chemische Pflanzenschutzmaßnahmen präzise geplant werden. Es empfiehlt sich, die Kultur in Parzellen zu unterteilen, sodass behandelte Bereiche gesperrt bleiben, während auf unbehandelten Flächen geerntet wird. Alternativ sollte im späten Frühjahr nach dem Hauptaustrieb behandelt werden, um bis zur Haupternte im Herbst eine ausreichende Sicherheitsspanne zu gewährleisten.

Warum ist die Drainage im Substrat oder Boden bei Laurus nobilis kritischer als bei anderen mediterranen Kulturen?

Lorbeer besitzt ein hochempfindliches, fleischiges Wurzelsystem, das bei Sauerstoffmangel extrem schnell zu Wurzelfäule (ausgelöst durch Phytophthora-Arten) neigt. Einmal geschädigte Wurzeln führen rasch zu Blattfall und Triebsterben. Im Erwerbsanbau wird daher standardmäßig ein Substrat mit mindestens 20 % mineralischem Strukturanteil (z. B. Bims oder Blähton) verwendet.

Wie finde ich im agronomy.farmable.tech Hub die aktuell zugelassenen Pflanzenschutzmittel gegen Schildläuse an Lorbeer?

Nutzen Sie die Suchfunktion im Hub und filtern Sie nach der Kultur "Laurus nobilis" (oder "Ziergehölze/Kräuter" je nach Zulassungsbereich) und dem Schaderreger "Schildläuse". Achten Sie darauf, ob das Mittel für die Anwendung an frischen Kräutern (Gewürzlorbeer) oder ausschließlich für Zierpflanzen zugelassen ist, da hier unterschiedliche Rückstandshöchstmengen und Wartezeiten gelten.