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Kultur

Löwenzahn, Gemeiner

Taraxacum officinale
TAROF

Der Gemeine Löwenzahn (Taraxacum officinale, EPPO-Code: TAROF) gewinnt im professionellen Feldgemüsebau zunehmend an Bedeutung als wertvolles Nischenprodukt für den Frischmarkt (Blattsalat) sowie für die pharmazeutische Industrie (Wurzelnutzung). Die Kultur zeichnet sich durch eine hohe Standorttoleranz und Robustheit aus, stellt jedoch im intensiven Anbau spezifische Anforderungen an die Saatbettbereitung und das Unkrautmanagement in der Etablierungsphase. Als mehrjährige Kultur wird Löwenzahn im Erwerbsanbau meist einjährig kultiviert, um eine gleichmäßige Blattqualität zu sichern und das unkontrollierte Aussäen zu verhindern. Die feinen Samen benötigen für eine gleichmäßige Keimung einen optimal rückverfestigten, feinkrümeligen Boden und eine konstante Wasserversorgung.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
März bis Juli
Erntefenster
September bis April
Reihenabstand
25–30 cm
Typischer Ertrag
15–25 t/ha
Wärmesumme (GDD)
1450
Boden-pH
6,0–7,5

Bodenmanagement

Für den erfolgreichen Anbau bevorzugt die Kultur tiefgründige, mittelschwere Böden mit guter Wasserführung und hohem Humusgehalt, um eine gleichmäßige Wurzelentwicklung zu fördern. Du solltest vor der Aussaat auf eine sorgfältige, feinkrümelige Saatbettbereitung achten, da die feinen Samen flach abgelegt werden müssen und empfindlich auf Verschlämmung reagieren. Eine ausgewogene Stickstoffdüngung ist wichtig für den Blattzuwachs, allerdings führt ein Übermaß zu weichem Gewebe und erhöht die Anfälligkeit für Fäulniserreger. Nach der Ernte oder vor dem Winter empfiehlt sich eine schonende Bodenbearbeitung zwischen den Reihen, um die Bodenstruktur offen zu halten und Beikräuter mechanisch zu regulieren.

Schaderreger-Management

Im professionellen Anbau stehen die Regulierung von pilzlichen Schaderregern wie Echtem Mehltau und Blattfleckenkrankheiten sowie der Schutz vor Wurzel- und Kragenfäule im Vordergrund. Du solltest auf eine weite Fruchtfolge achten und Staunässe konsequent vermeiden, um bodenbürtige Pilze zu minimieren. Gegen tierische Schädlinge wie Blattläuse oder Drahtwürmer helfen vorbeugende Maßnahmen wie der Einsatz von Kulturschutznetzen und die Förderung von Nützlingen. Da für diese Sonderkultur nur wenige chemische Pflanzenschutzmittel zugelassen sind, spielen mechanische Unkrautregulierung und die Wahl toleranter Sorten eine entscheidende Rolle in deiner Pflanzenschutzstrategie.

Sorten

Vollherziger

Mittelfrüh

Hoher Ertrag an feinen Salatblättern durch dichte Rosettenbildung.

Anfällig für: Echter Mehltau, Wurzelfäule

Sehr ertragreiche, dicht gefüllte Rosette mit zarten, leicht gezahnten Blättern. Hervorragend für den Frischmarkt geeignet.

Breitblättriger

Spät

Sehr hoher Biomasseertrag, besonders für die industrielle Verarbeitung geeignet.

Resistent gegen: Blattfleckenkrankheiten

Anfällig für: Staunässe

Bildet sehr große, breite Blätter, die sich leicht ernten und aufbereiten lassen. Ideal für den großflächigen Anbau.

Caballero

Früh

Gleichmäßiger, hoher Ertrag bei hoher Pflanzdichte.

Anfällig für: Echter Mehltau

Moderne Selektion mit aufrechtem Wuchs, was die mechanische Ernte erleichtert und Verschmutzungen der Blätter minimiert.

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie verhinderst du das unkontrollierte Aussäen von Löwenzahn in benachbarte Kulturen?

Um die Flugsamenbildung zu unterbinden, musst du die Kultur vor dem Erreichen des BBCH-Stadiums 60 (Blühbeginn) konsequent beernten oder abmähen. Im professionellen Anbau wird Löwenzahn meist einjährig kultiviert und vor der Samenreife komplett umgebrochen.

Welche mechanischen Verfahren eignen sich am besten zur Unkrautregulierung?

Da Löwenzahn in der Jugendphase sehr langsam wächst, ist er konkurrenzschwach. Du solltest frühzeitig mit präziser Hacktechnik (z. B. kamerageseuerten Reihenhacken) arbeiten und bei Bedarf manuell in der Reihe nacharbeiten, bevor die Rosetten die Reihen schließen.

Wie beeinflusst die Bewässerung die Qualität der Blätter kurz vor der Ernte?

Eine gleichmäßige Bodenfeuchte verhindert das Bitterwerden der Blätter. Du solltest in den letzten zwei Wochen vor der Ernte auf eine konstante, aber mäßige Beregnung achten, um Trockenstress zu vermeiden, der die Einlagerung von Bitterstoffen (Sesquiterpenlactonen) stark fördert.

Worauf musst du bei der Ernte für den Frischmarkt besonders achten?

Die Ernte sollte in den kühlen Morgenstunden erfolgen, um das Welken der Blätter zu verhindern. Schneide die Rosetten knapp unter dem Blattansatz ab, damit sie zusammenhalten, und kühle das Erntegut sofort auf 1–2 °C ab, um die Frische zu bewahren.

Wie finde ich zugelassene Pflanzenschutzmittel für Löwenzahn auf farmable.tech?

Nutze die Produktsuche in unserem Hub und filtere gezielt nach der Kultur 'Löwenzahn' (oder der entsprechenden Gemüse- bzw. Kräutergruppe) und dem gewünschten Schaderreger, um die aktuell in deinem Land zugelassenen Pflanzenschutzmittel und deren Wartezeiten einzusehen.