Pelargonium zonale
Pelargonium x hortorum (EPPO-Code: PELZO), im Erwerbsgartenbau meist als Zonalpelargonie oder Gürtelpelargonie bezeichnet, gehört zu den wirtschaftlich bedeutendsten Zierpflanzenkulturen im deutschsprachigen Raum. Diese Hybriden zeichnen sich durch ihren aufrechten Wuchs, die charakteristische dunkle Ringzeichnung auf den Blättern und eine enorme Blühfreudigkeit aus. Sie werden im professionellen Gartenbau primär als Beet- und Balkonpflanzen im Topf kultiviert, wobei die Produktion hochgradig standardisiert und termingebunden erfolgt.
Die Kultur stellt präzise Anforderungen an Temperatur, Licht und Nährstoffversorgung, um pünktlich zu den Hauptabsatzzeiten im Frühjahr verkaufsfertige Ware zu liefern. Da die Vermehrung heute fast ausschließlich über unbewurzelte Stecklinge aus spezialisierten Mutterpflanzenbetrieben erfolgt, konzentriert sich der hiesige Anbau auf die Bewurzelung, das Topfen und die anschließende Kulturführung unter Glas oder Folie. Eine exakte Steuerung des Klimas und der Wachstumsregulatoren ist dabei entscheidend für kompakte, gut verzweigte Qualitäten.
Bodenmanagement
Für eine erfolgreiche Kultur von Pelargonium x hortorum ist die Wahl des richtigen Substrats im Topfbereich entscheidend. Empfohlen wird ein strukturstabiles Tonsubstrat mit einem mäßig hohen Anteil an Weißtorf oder torfreduzierten Alternativen, das eine hohe Luftkapazität bei gleichzeitig guter Wasserhaltefähigkeit garantiert. Der pH-Wert muss streng im Bereich von 5,5 bis 6,2 gehalten werden, da bei höheren Werten Eisenmangelchlorosen drohen, während zu niedrige Werte die Gefahr von Mangan- und Eisenelement-Toxizität erhöhen. Eine ausgewogene Grunddüngung im Substrat (ca. 1,0 bis 1,5 kg/m³ eines Mehrnährstoffdüngers) fängt den ersten Bedarf ab, muss jedoch zügig durch eine regelmäßige flüssige Nachdüngung ergänzt werden. Pelargonien sind mäßig salztolerant, reagieren aber empfindlich auf Staunässe, weshalb Ebbe-Flut-Systeme oder Gießwagen präzise gesteuert werden müssen, um Wurzelschäden zu vermeiden.
Schaderreger-Management
Der Pflanzenschutz bei Zonalpelargonien erfordert eine lückenlose Überwachung ab dem Topftermin, um Schaderreger frühzeitig zu kontrollieren. Zu den wichtigsten pilzlichen Schaderregern gehören Botrytis cinerea (Grauschimmel), besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit im Bestand, sowie der Pelargonienrost (Puccinia pelargonii-zonalis), der durch gezielte Klimaführung und vorbeugende Anwendungen von Pflanzenschutzmitteln eingedämmt werden muss. Bakteriosen wie Xanthomonas hortorum pv. pelargonii stellen eine existenzielle Bedrohung dar und können nur durch strikte Hygiene und den Zukauf von zertifiziertem, pathogenfreiem Ausgangsmaterial verhindert werden, da eine direkte chemische Behandlung nicht möglich ist. Unter den tierischen Schädlingen treten Thripse, Spinnmilben und Weiße Fliegen regelmäßig auf. Hierbei hat sich der integrierte Pflanzenschutz mit dem Einsatz von Nützlingen wie Raubmilben und Schlupfwespen im geschützten Anbau fest etabliert.
Sorten
PAC® Elsano
FrühSehr hoher Anteil an verkaufsfähiger A-Ware.
Resistent gegen: Pelargonienrost
Anfällig für: Botrytis, Xanthomonas
Kompakter Wuchs, hervorragende Verzweigung, sehr wetterbeständig.
Tango Dark Red
MittelfrühHervorragend steuerbar im Gewächshaus.
Anfällig für: Botrytis, Thripse
Dunkellaubige Sorte mit intensivem Kontrast zur Blüte, sehr gut für die Massenproduktion geeignet.
Americana White
MittelHoher Platzbedarf, aber exzellente Premium-Qualität.
Anfällig für: Botrytis, Spinnmilben
Wüchsige Sorte mit großen Blütenbällen, ideal für größere Töpfe und Ampeln.
Flower Fairy Berry
MittelfrühGute Verzweigung ohne übermäßigen Hemmstoffeinsatz.
Anfällig für: Botrytis, Ödeme
Auffällige zweifarbige Blüten mit dunklem Auge, sehr verkaufsstark im Impulskauf-Segment.
Zugelassene Pflanzenschutzmittel
Alle Anwendungen ansehenHäufige Fragen
Wie verhinderst du am besten den Ausbruch von Xanthomonas-Bakteriose in deinem Bestand?
Da Xanthomonas hortorum pv. pelargonii nicht chemisch bekämpft werden kann, musst du konsequent auf Prävention setzen. Kaufe ausschließlich zertifiziertes, elite-geprüftes Ausgangsmaterial ein. Vermeide Überkopf-Bewässerung, um die Übertragung durch Wassertropfen zu verhindern, und desinfiziere alle Werkzeuge und Stellflächen penibel nach jedem Durchgang. Befallene Chargen musst du sofort isolieren und vernichten.
Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium bei der Anwendung von Wachstumsregulatoren?
Wachstumsregulatoren solltest du primär in den BBCH-Stadien 15 bis 32 einsetzen, wenn die Seitentriebe aktiv wachsen. Sobald sich die Blütenknospen im BBCH-Stadium 51 deutlich herausschieben, solltest du die Anwendung stoppen, da es sonst zu einer unerwünschten Stauchung der Blütenstiele und verzögerter Blüte kommt.
Wie erkennst du den Unterschied zwischen Ödemen und einer echten Infektion auf den Blättern?
Ödeme zeigen sich als korkige, pustelartige Erhebungen auf den Blattunterseiten und sind physiologischer Natur, verursacht durch hohe Bodenfeuchte bei gleichzeitig hoher Luftfeuchtigkeit. Im Gegensatz zu Pilzinfektionen wie dem Pelargonienrost fehlen hier die typischen Sporenlager. Du kannst Ödeme verhindern, indem du die Bewässerung in den Morgenstunden durchführst und für eine aktive Entfeuchtung im Gewächshaus sorgst.
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine biologische Nützlingsausbringung gegen Thripse?
Beginne mit dem Ausbringen von Raubmilben (wie Amblyseius cucumeris) bereits sehr früh im BBCH-Stadium 12 bis 15, sobald die Temperaturen im Gewächshaus konstant über 15 °C liegen. Da Thripse sich in den Blütenknospen (ab BBCH 51) verstecken und dort schwer erreichbar sind, ist eine präventive Etablierung der Nützlinge auf den Blättern entscheidend für den Bekämpfungserfolg.
Wie steuerst du die Düngung bei Zonalpelargonien in der späten Kulturphase?
Ab dem BBCH-Stadium 55 (Sichtbarwerden der Blütenfarbe) solltest du den Stickstoffanteil in der Nährlösung reduzieren und den Kaliumanteil erhöhen. Dies festigt das Gewebe, fördert eine intensive Blütenfarbe und verbessert die Haltbarkeit der Kultur auf dem Transportweg. Achte darauf, den EC-Wert vor dem Verkauf langsam abzusenken, um Wurzelschäden durch Salzkonzentrationen bei trockenem Substrat zu vermeiden.
Wo findest du im Portal zugelassene Pflanzenschutzmittel für spezifische Indikationen bei Pelargonien?
Nutze dafür die Suchfunktion in unserem Hub und filtere nach der Kultur 'Zierpflanzen' (da Pelargonien unter diese Zulassungsgruppe fallen) sowie dem spezifischen Schaderreger, wie z. B. Botrytis cinerea. Achte bei der Auswahl der Pflanzenschutzmittel unbedingt auf die aktuellen BVL-Zulassungsnummern, die spezifischen Anwendungsbestimmungen für den geschützten Anbau sowie die Verträglichkeit bei empfindlichen Sorten.