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Sonstiger Schaderreger

Sommerdinkel

spelt (spring)
3SPSC

Sommerdinkel (Triticum aestivum subsp. spelta, EPPO-Code: 3SPSC) gewinnt als Nischenkultur im ökologischen und konventionellen Landbau zunehmend an Bedeutung. Im Vergleich zum bekannteren Winterdinkel wird der Sommerdinkel im zeitigen Frühjahr ausgesät. Er zeichnet sich durch eine hohe Robustheit gegenüber ungünstigen Witterungsverhältnissen aus, liefert jedoch im Vergleich zu modernem Sommerweizen meist geringere, dafür aber qualitativ hochwertige und spelzengeschützte Erträge.

Die Kultur stellt geringe Ansprüche an den Boden und eignet sich hervorragend für Grenzertragslagen oder als verlässliche Nachkultur, wenn die Aussaat im Herbst witterungsbedingt ausfallen musste. Das schützende Spelzengehäuse bewahrt das Korn während der Reife vor pathogenen Umwelteinflüssen, erfordert jedoch im Nachgang einen zusätzlichen Verarbeitungsschritt (das Entspelzen oder "Gerben") vor der eigentlichen Vermahlung.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
Anfang März bis Mitte April
Erntefenster
August
Reihenabstand
12,5–15 cm
Typischer Ertrag
3,5–5,0 t/ha
Wärmesumme (GDD)
1650
Boden-pH
5,5–7,0

Bodenmanagement

Sommerdinkel stellt vergleichsweise geringe Ansprüche an die Bodenbeschaffenheit und gedeiht auch auf flachgründigen oder sandigen Standorten gut. Ein gut rückverfestigtes, feinkrümeliges Saatbett ist dennoch entscheidend, um einen gleichmäßigen Feldaufgang im Frühjahr zu sichern. Da die Kultur eine ausgeprägte Bestockungsfähigkeit besitzt, solltest du die Stickstoffdüngung verhalten und bedarfsgerecht aufteilen, um das Risiko von Lagergetreide zu minimieren. Eine übermäßige N-Gabe im frühen Stadium führt schnell zu instabilen Halmen, weshalb eine späte Qualitätsgabe oft sinnvoller ist. Auf sehr schweren, zur Staunässe neigenden Böden kann die Wurzelentwicklung beeinträchtigt werden, weshalb hier eine sorgfältige Drainage oder angepasste Bodenbearbeitung ratsam ist.

Schaderreger-Management

Aufgrund des schützenden Spelzengehäuses ist das Korn des Sommerdinkels gut vor direktem Pilzbefall geschützt, dennoch erfordert die Kultur Aufmerksamkeit hinsichtlich Blattkrankheiten. Schaderreger wie Echter Mehltau, Gelbrost und Braunrost können insbesondere in feuchtwarmen Frühjahren ertragsmindernd auftreten. Ein gezieltes Monitoring ab dem Schossen (BBCH 30) hilft dir, den optimalen Zeitpunkt für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu bestimmen. Gegen Unkräuter und Ungräser lässt sich Sommerdinkel aufgrund seiner schnellen Jugendentwicklung und guten Konkurrenzkraft mechanisch durch Striegeln im frühen Nachauflauf gut sauber halten. Sollte ein chemischer Pflanzenschutz notwendig sein, achte auf die spezifischen Zulassungen für Dinkel, da sich die Verträglichkeiten von denen des Weizens unterscheiden können.

Sorten

Wirtas

mittelfrüh

Hoch (ca. 4,2–5,0 t/ha unentspelzt)

Resistent gegen: Echter Mehltau, Gelbrost

Anfällig für: Braunrost

Sehr ertragsstarke und bewährte Sommerdinkelsorte mit hervorragenden Backeigenschaften und guter Standfestigkeit.

Alkor

mittelspät

Mittel (ca. 3,5–4,2 t/ha unentspelzt)

Resistent gegen: Braunrost

Anfällig für: Lagerung, Echter Mehltau

Traditionelle Sorte mit gutem Spelzenanteil und hoher Anpassungsfähigkeit an trockenere Standorte.

Sertel

mittelfrüh

Mittel bis hoch (ca. 3,8–4,5 t/ha unentspelzt)

Resistent gegen: Spelzenbräune

Anfällig für: Gelbrost

Frohwüchsige Sorte mit schneller Jugendentwicklung, ideal für den ökologischen Landbau geeignet.

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie unterscheidet sich die Aussaatstärke von Sommerdinkel im Vergleich zu Winterdinkel?

Da Sommerdinkel eine kürzere Vegetationszeit und weniger Zeit zur Bestockung hat, musst du die Aussaatstärke im Vergleich zur Winterform leicht erhöhen. Typischerweise liegt die Aussaatstärke bei etwa 350 bis 420 keimfähigen Körnern (bzw. Spelzen) pro Quadratmeter. Achte darauf, ob du entspeltes oder unentspeltes Saatgut verwendest, da dies das Tausendkorngewicht (TKG) und somit die rechnerische Aussaatmenge in kg/ha massiv beeinflusst.

Kann ich Sommerdinkel mit herkömmlichen Weizen-Herbiziden behandeln?

Vorsicht ist geboten: Nicht alle für Weizen zugelassenen Pflanzenschutzmittel sind automatisch auch für Dinkel zugelassen. Du musst vor jeder Anwendung explizit prüfen, ob die Zulassung des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) die Kultur Dinkel umfasst. Einige Weizenherbizide können bei Dinkel zu schweren Phytotoxizitäten und Wachstumsdepressionen führen.

Welche Rolle spielt das Spelzengehäuse bei der Ernte und Lagerung?

Der Sommerdinkel wird als sogenanntes Vesengetreide geerntet, das heißt, das Korn bleibt beim Drusch fest in den Spelzen eingeschlossen. Dies schützt das Korn während der Ernte und der anschließenden Lagerung hervorragend vor mechanischen Beschädigungen, Schimmelpilzen und Vorratsschädlingen. Erst unmittelbar vor der Vermahlung in der Mühle wird das Korn in einem speziellen Arbeitsgang (dem Gerbgang) entspelt.

Wie vermeide ich Lagerbildung bei Sommerdinkel effektiv?

Sommerdinkel neigt aufgrund seines langen, elastischen Halms stärker zu Lager als moderner Sommerweizen. Um dem vorzubeugen, solltest du die Stickstoffdüngung defensiv führen und insbesondere die erste Gabe im Frühjahr zurückhaltend bemessen. Bei wüchsigen Beständen und hoher Bodenfeuchte kann der gezielte Einsatz eines Wachstumsreglers im BBCH-Stadium 31/32 sinnvoll sein, um die Halmstabilität zu verbessern.

Wie finde ich auf farmable.tech die passenden Pflanzenschutzmittel für Sommerdinkel?

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