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Sonstiger Schaderreger

Sommerdinkel

spelt (spring)
3SPSC

Sommerdinkel (wissenschaftlich klassifiziert als Triticum aestivum subsp. spelta, EPPO-Code: 3SPSC) stellt eine wertvolle Nischenkultur im mitteleuropäischen Ackerbau dar. Im Vergleich zum weit verbreiteten Winterdinkel wird der Sommerdinkel im zeitigen Frühjahr ausgesät. Die Kultur zeichnet sich durch eine hohe Standorttoleranz aus und gedeiht auch auf flachgründigen, steinigen oder nährstoffärmeren Böden, auf denen der Anbau von anspruchsvollem Sommerweizen oft unrentabel ist.

Aufgrund des fest umschließenden Spelzengehäuses (Vesen) ist das Korn hervorragend vor Witterungseinflüssen und pathogenen Schaderregern geschützt. Dies macht Sommerdinkel besonders für den ökologischen Landbau attraktiv. Allerdings erfordert die feste Spelzenhülle nach der Ernte einen zusätzlichen Verarbeitungsschritt, das sogenannte Röllen (Entspelzen), bevor das Korn der Vermahlung zugeführt werden kann. Die Kultur liefert hochwertige, kleberreiche Proteine, die in der Backindustrie geschätzt werden.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
März bis Anfang April
Erntefenster
August
Reihenabstand
12,5–15,0 cm
Typischer Ertrag
3,5–5,0 t/ha (Rohware inkl. Spelzen)
Wärmesumme (GDD)
1600–1750 °C
Boden-pH
5,5–7,0

Bodenmanagement

Die Bodenbearbeitung für Sommerdinkel sollte auf eine rasche Erwärmung und ein feinkrümeliges Saatbett abzielen, um einen gleichmäßigen Feldaufgang zu sichern. Da die Kultur im zeitigen Frühjahr bestellt wird, ist eine bodenschonende Bearbeitung bei ausreichender Abtrocknung entscheidend zur Vermeidung von Schadverdichtungen. Sommerdinkel stellt geringe Ansprüche an die Stickstoffversorgung; eine Überdüngung erhöht das erhebliche Lagerungsrisiko der langen Halme. Eine moderate Grunddüngung mit Phosphor und Kalium sollte basierend auf aktuellen Bodenanalysen erfolgen. Auf sehr leichten Böden ist eine gezielte Schwefelgabe zur Absicherung der Proteinqualität vorteilhaft.

Schaderreger-Management

Der Pflanzenschutz im Sommerdinkel konzentriert sich primär auf die Vorbeugung von Pilzkrankheiten wie Echtem Mehltau, Gelbrost und Braunrost. Aufgrund der langen Halme ist der gezielte Einsatz von Wachstumsreglern im BBCH-Stadium 31/32 oft unerlässlich, um die Standfestigkeit der Kultur abzusichern. Gegen auflaufende Unkräuter und Ungräser kommen mechanische Maßnahmen wie Striegeln oder selektive Herbizide im frühen Nachauflauf zum Einsatz. Schadinsekten wie Getreidehähnchen oder Blattläuse müssen ab Erreichen der wirtschaftlichen Schadschwellen mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln behandelt werden. Eine späte Fungizidbehandlung zur Absicherung der Ährengesundheit (insbesondere gegen Fusarium-Arten) sichert die Backqualität und verhindert Mykotoxinbelastungen.

Sorten

Alkor

Mittelspät

Konstant mittlere bis hohe Erträge im ökologischen und konventionellen Anbau.

Resistent gegen: Mehltau, Gelbrost

Anfällig für: Spelzenbräune, Lager

Sehr standfeste Sommerdinkelsorte mit guter Kornqualität und hohem Klebergehalt. Zeigt eine gute Toleranz gegenüber Trockenstress im Frühjahr.

Sertel

Mittel

Gute, stabile Erträge auch auf ertragsschwächeren Standorten.

Resistent gegen: Braunrost

Anfällig für: Mehltau, Lager

Frohwüchsige Sorte mit rascher Jugendentwicklung, ideal für die Unkrautunterdrückung im Ökolandbau.

Wirt

Mittel

Hohes Ertragspotenzial bei optimierter Stickstoffdüngung.

Resistent gegen: Fusarium

Anfällig für: Gelbrost

Ertragsstarke Sommerdinkelsorte mit ausgeglichenen Qualitätseigenschaften und guter Ährenfusariuntoleranz.

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie unterscheidet sich die Saatbettbereitung von Sommerdinkel im Vergleich zu Sommerweizen?

Sommerdinkel wird meist als bespelztes Korn (Vesen) ausgesät, was eine gröbere Sätechnik und eine etwas tiefere Ablage (ca. 3–4 cm) erfordert als beim nackten Sommerweizenkorn. Das Saatbett sollte gut abgesetzt, aber an der Oberfläche feinkrümelig sein, um den kapillaren Wasseranschluss für die relativ großen Vesen zu sichern.

Welche Besonderheiten gelten für den Einsatz von Herbiziden im Sommerdinkel?

Da Sommerdinkel botanisch eng mit Weizen verwandt ist, sind viele für Sommerweizen zugelassene Herbizide verträglich. Dennoch muss explizit auf die Zulassung für Dinkel (Triticum spelta) geachtet werden, da manche Wirkstoffe (insbesondere bestimmte Sulfonylharnstoffe) bei ungünstiger Witterung phytotoxische Reaktionen hervorrufen können.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von Wachstumsreglern?

Aufgrund der genetisch bedingten langen Halme und der damit verbundenen Lageranfälligkeit ist eine Einkürzung meist unerlässlich. Die erste Anwendung erfolgt in der Schossphase (BBCH-Stadium 31 bis 32) mit Wirkstoffen wie Chlormequat-Chlorid (CCC) oder Trinexapac-ethyl, gefolgt von einer eventuellen Absicherung bei BBCH 37/39 bei hoher Stickstoffnachlieferung.

Wie wird das Risiko von Mykotoxinen durch Fusarium-Arten im Sommerdinkel minimiert?

Obwohl die Spelzen das Korn mechanisch schützen, kann eine Infektion während der Blüte (BBCH-Stadium 61–69) bei feucht-warmer Witterung stattfinden. Neben einer weiten Fruchtfolge (Vorfrucht Mais vermeiden) schützt eine gezielte Fungizidbehandlung in die offene Blüte die Ähre vor einer Infektion und sichert die Backqualität.

Wie finde ich im Portal zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Schaderreger im Sommerdinkel?

Nutzen Sie die Suchfunktion im Pflanzenschutz-Hub und filtern Sie gezielt nach der Kultur 'Dinkel' oder 'Sommerdinkel'. Da Dinkel regulatorisch oft als eigene Kultur oder unter der Obergruppe 'Spelz' geführt wird, zeigt Ihnen das System präzise alle aktuell für diese Kultur zugelassenen Indikationen und Aufwandmengen an.

Welchen Einfluss hat der Spelzenanteil auf die Berechnung der Aussaatstärke?

Da Sommerdinkel meist in der Vese (Spelzenhülle mit meist zwei Körnern) ausgesät wird, muss das Tausendkorngewicht (TKG) der Vesen ermittelt werden. Dieses liegt deutlich höher als das reine Korngewicht. Typischerweise werden 160 bis 200 kg Vesen pro Hektar ausgesät, um eine Zielbestandesdichte von ca. 350 bis 400 keimfähigen Körnern pro Quadratmeter zu erreichen.