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Kultur

Teff

Eragrostis tef
ERATF

Teff (Eragrostis tef, EPPO-Code: ERATF), auch bekannt als Äthiopisches Liebesgras oder Zwerghirse, gewinnt als glutenfreie Nischenkultur in Mitteleuropa zunehmend an Bedeutung. Die C4-Kultur stammt ursprünglich aus dem äthiopischen Hochland und zeichnet sich durch eine extreme Trockenheits- und Hitzetoleranz aus. Aufgrund des sehr feinen Korns (Tausendkorngewicht von nur ca. 0,3 bis 0,4 g) stellt die Etablierung im Feld hohe Anforderungen an die Saatbettbereitung und die Sätechnik.

In der landwirtschaftlichen Praxis wird die Kultur sowohl zur Körnergewinnung als auch als hochwertiges, strukturreiches Futtergras genutzt. Da Teff frostempfindlich ist, erfolgt der Anbau im mitteleuropäischen Raum ausschließlich als Sommerung. Die kurzen Entwicklungszyklen ermöglichen eine flexible Einpassung in bestehende Fruchtfolgen, insbesondere als Zweitfrucht nach früh räumenden Vorfrüchten.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
Mitte Mai bis Mitte Juni
Erntefenster
August bis September
Reihenabstand
12–15 cm
Typischer Ertrag
1,0–2,0 t/ha
Wärmesumme (GDD)
1850 °C
Boden-pH
5,5–7,5

Bodenmanagement

Für den erfolgreichen Anbau dieser Kultur ist ein extrem feines, gut rückverfestigtes Saatbett entscheidend, da die winzigen Samen einen sehr engen Bodenschluss benötigen. Die Saatbettbereitung sollte flach erfolgen, um die Feuchtigkeit im Keimhorizont zu halten. Teff bevorzugt leichte bis mittelschwere, gut durchlässige Böden; staunasse Standorte sind unbedingt zu vermeiden, da sie die Wurzelentwicklung massiv hemmen. Eine moderate Stickstoffdüngung von etwa 40 bis 60 kg N/ha ist meist ausreichend, da eine Überdüngung schnell zu Lagerbildung führt. Aufgrund der Frostempfindlichkeit darf die Aussaat erst bei dauerhaften Bodentemperaturen von über 12 °C erfolgen.

Schaderreger-Management

Da Teff in Mitteleuropa eine Nischenkultur darstellt, gibt es derzeit kaum speziell zugelassene chemische Pflanzenschutzmittel. Die Unkrautregulierung muss daher primär mechanisch durch Blindstriegeln vor dem Auflaufen oder durch eine präzise Spätunkrautbekämpfung erfolgen, sobald die Kultur ausreichend etabliert ist. Zu den relevanten Schaderregern gehören in feuchten Jahren vor allem pilzliche Erreger wie Rostpilze oder bodenbürtige Pilze, die Keimlingskrankheiten verursachen. Ein konsequentes Monitoring ab dem BBCH-Stadium 12 hilft dir, Ausfälle frühzeitig zu erkennen. Durch eine weite Fruchtfolge und die Vermeidung von Staunässe lässt sich der Druck durch Schaderreger jedoch meist auf einem sehr niedrigen Niveau halten.

Sorten

Tiffany

mittelfrüh

Sehr hoher Blattertrag, gute Regenerationsfähigkeit nach dem Schnitt.

Resistent gegen: Trockenstress

Anfällig für: Spätfröste, Lager

Besonders im Futterbau verbreitete Sorte mit rascher Jugendentwicklung und hoher Schnitttoleranz. Liefert auch bei Trockenheit stabile Erträge.

Zeba

mittelspät

Gute Kornerträge unter optimalen, warmen Bedingungen.

Resistent gegen: Lager

Anfällig für: Staunässe, Kälte

Eine auf die Körnernutzung selektierte Sorte mit hellen Samen (Ivory-Typ). Benötigt warme Lagen für eine vollständige Ausreife.

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie tief solltest du Teff säen, um Keimschäden zu vermeiden?

Aufgrund des extrem geringen Tausendkorngewichts darfst du Teff maximal 0,5 bis 1 cm tief säen. Eine tiefere Ablage führt dazu, dass dem Keimling die Kraft fehlt, die Erdoberfläche zu durchbrechen. Walze den Boden nach der Saat unbedingt an, um den notwendigen Bodenschluss zu sichern.

Welche mechanischen Maßnahmen eignen sich zur Unkrautregulierung in dieser Kultur?

Da Teff im frühen Jugendstadium sehr feine Blätter bildet und konkurrenzschwach ist, solltest du vor dem Auflaufen blindstriegeln. Sobald die Kultur das BBCH-Stadium 13 bis 15 erreicht hat und gut im Boden verankert ist, kannst du vorsichtig mit einem Präzisionsstriegel arbeiten, um Spätunkräuter zu regulieren.

Wie erkennst du den optimalen Erntezeitpunkt für die Körnergewinnung?

Der optimale Zeitpunkt ist erreicht, wenn sich die Rispen strohgelb verfärben und die Körner beim Zerreiben in der Hand leicht ausfallen (meist im BBCH-Stadium 89). Da die Abreife ungleichmäßig verläuft, solltest du nicht auf das vollständige Absterben aller Pflanzenteile warten, um Ausfallverluste zu minimieren.

Kannst du Teff als Zweitfrucht nach der Getreideernte anbauen?

Ja, das ist möglich, sofern die Vorfrucht (wie z. B. Wintergerste) früh geräumt wird und bis Mitte Juni ausgesät werden kann. Teff benötigt für eine erfolgreiche Kornreife mindestens 100 bis 120 frostfreie Tage, weshalb der Zweitfruchtanbau in wärmeren Regionen besonders erfolgreich ist.

Wie verhält sich die Kultur bei anhaltender Trockenheit im Sommer?

Als C4-Pflanze nutzt Teff Wasser hocheffizient. Bei extremer Trockenheit stellt die Kultur vorübergehend das Wachstum ein, ohne abzusterben, und regeneriert sich schnell, sobald wieder Niederschläge fallen. Dennoch ist eine ausreichende Bodenfeuchte in der Keimphase zwingend erforderlich.

Wo findest du zugelassene Pflanzenschutzmittel für Teff in der App?

Da Teff in Deutschland oft unter die Kategorie 'Zwerghirse' oder 'Süßgräser' fällt, solltest du im Pflanzenschutz-Hub gezielt nach Indikationszulassungen für diese Gruppen oder nach Artikel-51-Genehmigungen (Lückenindikation) suchen, um rechtlich abgesicherte Anwendungen zu finden.