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Kultur

Veilchen-Arten

Viola sp.
VIOSS

Die Gattung der Veilchen (Viola sp., EPPO-Code: `VIOSS`) umfasst eine Vielzahl wirtschaftlich bedeutender Zierpflanzen, die im mitteleuropäischen Gartenbau eine zentrale Rolle einnehmen. Zu den wichtigsten gärtnerischen Kulturen gehören das Hornveilchen (Viola cornuta) und das Garten-Stiefmütterchen (Viola x wittrockiana). Diese Kulturen werden in Deutschland hauptsächlich als zweijährige Beet- und Balkonpflanzen für die Frühjahrs- und Herbstbepflanzung kultiviert.

Aufgrund ihrer hohen Kältetoleranz und der breiten Palette an Blütenfarben sind sie feste Säulen im Sortiment von Endverkaufsbetrieben und im Erwerbsgartenbau. Die Produktion erfolgt überwiegend in spezialisierten Topfpflanzenbetrieben unter Glas oder im Freiland mit Vliesabdeckung. Eine präzise Steuerung von Temperatur, Bewässerung und Düngung ist entscheidend, um kompakte, knospige und marktfähige Qualitäten termingerecht zu kultivieren.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
Juni bis August
Erntefenster
März bis Mai & September bis November
Reihenabstand
10–15 cm (Topfabstand)
Typischer Ertrag
80–95 % verkaufsfähige Ware
Wärmesumme (GDD)
1200–1500
Boden-pH
5,5–6,2

Bodenmanagement

Für eine erfolgreiche Kulturführung von *Viola sp.* ist ein strukturstabiles, gut durchlässiges Substrat mit einem moderaten Tonanteil essenziell. Der pH-Wert muss streng im Bereich von 5,5 bis 6,2 gehalten werden, um Eisenmangelchlorosen vorzubeugen und gleichzeitig das Risiko von Wurzelkrankheiten zu minimieren. Eine ausgewogene Grunddüngung im Substrat, ergänzt durch eine regelmäßige, kaliumbetonte Flüssigdüngung, sichert einen kompakten Wuchs und eine intensive Blütenfarbe. Achte darauf, Staunässe konsequent zu vermeiden, da die feinen Wurzeln sehr empfindlich auf Sauerstoffmangel reagieren. Eine bedarfsgerechte Bewässerung, idealerweise am Morgen, reduziert die Blattnässezeiten und beugt somit physiologischem Stress vor.

Schaderreger-Management

Der integrierte Pflanzenschutz bei dieser Kultur erfordert eine kontinuierliche Überwachung auf relevante Schaderreger wie *Thielaviopsis basicola* (Schwarze Wurzelfäule), Echten und Falschen Mehltau sowie Grauschimmel (*Botrytis cinerea*). Vorbeugende Hygienemaßnahmen, wie das Desinfizieren von Stellflächen und die Verwendung von sauberem Kultursubstrat, sind die wichtigste Basis. Beim Auftreten von tierischen Schädlingen wie Blattläusen, Thripsen oder Spinnmilben solltest du nützlingsschonende Pflanzenschutzmittel oder den gezielten Einsatz von Raubmilben und Schlupfwespen in Erwägung ziehen. Chemische Behandlungen sollten stets unter Beachtung der BBCH-Stadien und der jeweiligen Zulassungssituation durchgeführt werden, um Resistenzen zu vermeiden und die Kulturverträglichkeit zu sichern.

Sorten

Delta F1

Mittelfrüh

Sehr hohe Verkaufsquote durch exzellente Knospenbildung und Haltbarkeit.

Resistent gegen: Frost

Anfällig für: Echter Mehltau, Thielaviopsis basicola

Sehr großblumige Stiefmütterchen-Serie, hervorragend für die Herbst- und Frühjahrskultur geeignet. Zeigt einen sehr gleichmäßigen, kompakten Wuchs.

Endurio F1

Früh bis mittelfrüh

Hervorragende Verzweigung reduziert den Bedarf an chemischen Hemmstoffen.

Resistent gegen: Frost, Regen

Anfällig für: Falscher Mehltau

Halbhängender Wuchs bei Hornveilchen, ideal für Ampeln und Schalen. Extrem wettertolerant und reichblühend auch bei niedrigen Temperaturen.

Cats F1

Mittelfrüh

Hoher optischer Schmuckwert sichert überdurchschnittliche Absatzpreise.

Anfällig für: Botrytis cinerea, Blattläuse

Auffällige Blütenzeichnung mit markantem 'Katzengesicht'-Muster. Sehr gute Verzweigung und aufrechter Wuchs.

Admire F1

Früh

Sehr hoher Anteil an verkaufsfähiger A-Ware im frühen Frühjahrsabsatz.

Resistent gegen: Frost

Anfällig für: Thielaviopsis basicola

Sehr kompakte Hornveilchen-Serie mit extrem gleichmäßigem Blühfenster über alle angebotenen Farben hinweg.

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie steuerst du das Wachstum von Hornveilchen ohne übermäßigen Einsatz von chemischen Hemmstoffen?

Du kannst das Streckungswachstum hervorragend über die Temperatur steuern. Nutze das sogenannte Cool-Morning-Verfahren (eine gezielte Temperaturabsenkung um 3 bis 5 °C in den ersten zwei Stunden des Tageslichts) und sorge für eine hohe Lichtintensität. Auch eine restriktive Bewässerung am Nachmittag hilft dir dabei, die Internodien der Kulturen natürlich kurz zu halten.

Warum ist die Überwachung des pH-Werts im Substrat bei Viola-Arten so kritisch?

Wenn der pH-Wert im Substrat über 6,2 steigt, wird die Aufnahme von Eisen blockiert, was zu typischen gelben Chlorosen an den jüngsten Blättern führt. Gleichzeitig steigt bei zu hohen pH-Werten das Risiko für einen Befall mit der Schwarzen Wurzelfäule drastisch an. Kontrolliere den pH-Wert daher wöchentlich und steuere bei Bedarf mit sauer wirkenden Düngern gegen.

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Fungizidbehandlung gegen Falschen Mehltau?

Achte besonders in den BBCH-Stadien 12 bis 19 (Blattentwicklung) auf erste Symptome wie fahlgrüne Flecken auf der Blattoberseite. Eine präventive Behandlung bei feucht-kühler Witterung schützt die jungen Kulturen nachhaltig, bevor sich der typische graue Sporenbelag auf den Blattunterseiten etabliert.

Wie kannst du Trauermückenlarven in der empfindlichen Anzuchtphase biologisch bekämpfen?

In den BBCH-Stadien 09 bis 12, wenn die Wurzeln noch extrem empfindlich sind, solltest du nützliche Nematoden der Art *Steinernema feltiae* über das Gießwasser ausbringen. Halte das Substrat danach mäßig feucht, aber nicht nass, um den Nematoden optimale Arbeitsbedingungen im Wurzelraum zu bieten.

Wie findest du im Pflanzenschutz-Hub die passenden zugelassenen Pflanzenschutzmittel für Viola?

Da Veilchen-Arten im Zulassungsrecht unter die Obergruppe 'Zierpflanzen' fallen, solltest du im Hub gezielt nach Anwendungen suchen, die für 'Zierpflanzen im Gewächshaus' oder 'Zierpflanzen im Freiland' registriert sind. Gleiche die Indikation (z. B. Echter Mehltau oder saugende Insekten) genau mit deinem aktuellen Schaderreger ab.