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Kultur

Weißklee

Trifolium repens
TRFRE

Weißklee (Trifolium repens, EPPO-Code: TRFRE) ist eine der bedeutendsten ausdauernden Leguminosen im mitteleuropäischen Grünland. Als kriechende Kultur zeichnet sich der Weißklee durch seine oberirdischen Ausläufer (Stolonen) aus, die eine hervorragende Narbenbildung, Ausläufertreiben und eine hohe Trittfestigkeit gewährleisten. Neben seiner Rolle als hochwertiges, proteinreiches Futtermittel ist die Kultur für ihre hohe biologische Stickstofffixierung durch die Symbiose mit Knöllchenbakterien (Rhizobium leguminosarum var. trifolii) in der Landwirtschaft geschätzt.

Die Kultur stellt mittlere bis hohe Ansprüche an die Wasserversorgung und gedeiht besonders gut auf mittelschweren, humosen und nährstoffreichen Böden. Im Vergleich zu Rotklee ist Weißklee deutlich ausdauernder und verträgt eine intensive Beweidung hervorragend, da die schlafenden Augen und Vegetationspunkte bodennah geschützt liegen. In der landwirtschaftlichen Praxis wird er meist in Mischungen mit Gräsern wie dem Deutschen Weidelgras etabliert, um ausgewogene, schmackhafte und ertragreiche Futterrationen zu sichern.

Für eine erfolgreiche Etablierung und Ertragssicherung ist eine sorgfältige Überwachung der Bestände auf relevante Schaderreger unerlässlich. Insbesondere in feuchten Jahren oder bei engen Fruchtfolgen können Pilzkrankheiten wie der Kleekrebs erhebliche Ausfälle verursachen. Ein integriertes Management, das auf standortangepasste Sortenwahl, ausgewogene Düngung und gezielte mechanische oder chemische Maßnahmen setzt, sichert die langfristige Produktivität dieser wertvollen Kultur.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
März bis April (Frühjahrssaat) oder August (Spätsommersaat)
Erntefenster
Juni bis September (Schnittnutzung / Weidegang); August bis September (Samenbau)
Reihenabstand
10–15 cm (Drillsaat im Reinbestand) oder Breitsaat
Typischer Ertrag
80–120 dt/ha TM (im Gemenge); 1,5–3,5 dt/ha (Samenertrag im Reinbestand)
Wärmesumme (GDD)
2100
Boden-pH
5,5–7,0

Bodenmanagement

Weißklee stellt hohe Ansprüche an die Bodenstruktur und benötigt für eine optimale Keimung ein feinkrümeliges, gut rückverfestigtes Saatbett. Da es sich um einen Lichtkeimer handelt, darf die Saattiefe von 0,5 bis maximal 1,5 cm nicht überschritten werden. Eine Kalkung zur Stabilisierung des pH-Werts im neutralen bis schwach sauren Bereich (pH 6,0–6,5) fördert die Aktivität der Knöllchenbakterien und sichert die Stickstofffixierung. Die Grunddüngung sollte sich an den Entzügen orientieren, wobei insbesondere eine ausreichende Versorgung mit Phosphor und Kalium für die Winterhärte und Ausläuferbildung entscheidend ist. Stickstoffdünger sollten restriktiv eingesetzt werden, um die Konkurrenzkraft der Gräserpartner in Mischungen nicht übermäßig zu Lasten des Klees zu verschieben.

Schaderreger-Management

Das Management von Schaderregern im Weißklee erfordert eine Kombination aus vorbeugenden pflanzenbaulichen Maßnahmen und gezieltem Pflanzenschutz. Der gefährlichste Pilz im Weißkleeanbau ist der Kleekrebs (Sclerotinia trifoliorum), dessen Ausbreitung durch weite Fruchtfolgeabstände von mindestens vier bis sechs Jahren zu anderen Leguminosen minimiert wird. Gegen tierische Schaderreger wie den Kleeapion (Apion spp.) oder Blattrandkäfer (Sitona spp.) müssen Bestände regelmäßig ab dem BBCH-Stadium 12 kontrolliert werden. Falls Schadschwellen überschritten werden, ist der Einsatz zugelassener Pflanzenschutzmittel unter genauer Beachtung der Wartezeit und der Anwendungsbestimmungen abzuwägen. Zudem hilft ein rechtzeitiger Schnitt oder eine intensive Beweidung, den Druck durch Blattkrankheiten wie Klee-Rost oder Pseudopeziza-Blattflecken deutlich zu senken.

Sorten

Riesling

mittelspät

Sehr hoher Trockenmasseertrag im Gemenge mit Gräsern.

Resistent gegen: Kleekrebs, Winterfrost

Anfällig für: Kleeapion

Sehr verbreitete, mittelblättrige Sorte mit hervorragender Ausdauer und hoher Konkurrenzkraft im Gemenge.

Bombus

mittel

Konstanter, hoher Ertrag über mehrere Nutzungsjahre.

Resistent gegen: Trittbelastung, Kleekrebs

Anfällig für: Trockenheit

Diploides, bewährtes Allround-Talent mit exzellenter Narbendichte und hoher Ausdauer unter Weidebedingungen.

Hebe

früh bis mittel

Mäßiger Ertrag im Einzelschnitt, aber extrem dichte Narbe und hohe Weideleistung.

Resistent gegen: Überbeweidung, Trittbelastung

Anfällig für: Lichtmangel

Kleinblättrige, extrem ausdauernde Sorte, die speziell für die intensive Standweide und Schafbeweidung selektiert wurde.

Fiona

mittel

Spitzenerträge an Trockenmasse und Rohprotein im Schnittsystem.

Resistent gegen: Kleekrebs, Blattfleckenkrankheit

Anfällig für: Tiefschnitt, Dauerbeweidung

Großblättrige Sorte mit starker Stoloneneffizienz, ideal für mähbetonte Nutzungssysteme und Silagemischungen.

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie lässt sich das Risiko von Kleekrebs (Sclerotinia trifoliorum) im Weißkleeanbau pflanzenbaulich minimieren?

Die wichtigste Maßnahme ist die Einhaltung einer weiten Fruchtfolge von mindestens 4 bis 6 Jahren zu anderen Leguminosen wie Rotklee, Luzerne oder Ackerbohnen. Zudem sollte im Spätherbst (BBCH-Stadium 29 bis 39) ein scharfer Reinigungsschnitt oder eine intensive Beweidung erfolgen, um die feuchte Mikroklimazone im Klee-Gräser-Bestand zu zerstören, was dem Pilz die Infektionsbedingungen über den Winter entzieht.

Ab welchem BBCH-Stadium ist eine Bekämpfung des Kleeapions (Apion spp.) wirtschaftlich sinnvoll?

Eine Kontrolle auf Kleeapionen (Klee-Spitzmausrüssler) sollte im Frühjahr ab dem Knospenstadium (BBCH-Stadium 51 bis 55) erfolgen. Wirtschaftliche Schäden entstehen vor allem im Samenbau; hier liegt die Schadschwelle bei etwa 1 bis 2 Käfern pro Kescherschlag oder sichtbarem Lochfraß an über 10 % der Blätter, woraufhin eine gezielte Anwendung zugelassener Pflanzenschutzmittel vor der Blüte geprüft werden sollte.

Warum ist die Saattiefe bei Weißklee so kritisch und wie tief sollte gesät werden?

Weißklee besitzt sehr kleine Samen (Tausendkornmasse ca. 0,6 bis 0,8 g) und gehört zu den Lichtkeimern. Eine Saattiefe von mehr als 1,5 cm führt zu einem drastischen Rückgang des Feldaufgangs, da die Energiereserven des Keimlings nicht ausreichen, um die Erdoberfläche zu durchbrechen; ideal ist eine präzise Tiefenführung bei 0,5 bis 1,0 cm mit anschließender Rückverfestigung durch Walzen.

Wie verhält sich Weißklee bezüglich der Stickstoffdüngung in einer Gras-Klee-Mischung?

Weißklee versorgt sich über die Rhizobien-Symbiose selbst mit Stickstoff. Eine hohe mineralische Stickstoffdüngung (über 50 kg N/ha) hemmt nicht nur die Knöllchenbildung, sondern fördert einseitig das Wachstum der Gräserpartner, wodurch der Weißklee aufgrund von Lichtmangel aus dem Bestand verdrängt wird; für einen stabilen Kleeanteil von 20–30 % sollte die N-Düngung daher moderat ausfallen.

Wie finde ich aktuell zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Schaderreger im Weißklee auf agronomy.farmable.tech?

Nutzen Sie die Suchfunktion im Pflanzenschutz-Hub unserer Plattform und filtern Sie gezielt nach der Kultur „Weißklee“ (Trifolium repens) sowie dem spezifischen Schaderreger (z. B. einkeimblättrige Unkräuter oder Kleeapion). Achten Sie bei der Auswahl der Präparate stets auf die aktuellen BVL-Zulassungsnummern, die spezifischen Aufwandmengen und die für Futterflächen vorgeschriebenen Wartezeiten.