Weißklee
Weißklee (Trifolium repens, EPPO-Code: TRFRE), auch als Kriechklee bekannt, ist eine der wichtigsten ausdauernden Leguminosen im mitteleuropäischen Grünland und Feldfutterbau. Die Kultur zeichnet sich durch ihren kriechenden Wuchs mit oberirdischen Ausläufern (Stolonen) aus, wodurch sie eine hervorragende Narbendichte, Trittfestigkeit und Weidetauglichkeit besitzt. Dank der Symbiose mit Knöllchenbakterien (Rhizobium leguminosarum var. trifolii) kann Weißklee erhebliche Mengen an atmosphärischem Stickstoff fixieren und diesen der Begleitflora im Boden zur Verfügung stellen.
Im landwirtschaftlichen Anbau wird die Kultur selten in Reinsaat, sondern meist in leistungsfähigen Mischungen mit Gräsern wie dem Deutschen Weidelgras etabliert. Neben der hohen Futterqualität, die durch einen hohen Proteingehalt und exzellente Verdaulichkeit besticht, leistet Weißklee einen wertvollen Beitrag zur Bodenstrukturierung und dient als wichtige Trachtpflanze für Bestäuber. Die Regulierung und Pflege erfordern jedoch ein ausgewogenes Weide- und Schnittmanagement, um den Kleeanteil im optimalen Bereich von 20 bis 30 Prozent zu halten.
Bodenmanagement
Weißklee stellt moderate Ansprüche an den Boden, bevorzugt jedoch frische, nährstoffreiche Lehm- und Tonböden mit guter Wasserführung. Eine ausreichende Versorgung mit Phosphor und Kalium ist für die Etablierung und Ausläuferbildung der Kultur entscheidend, während auf eine direkte Stickstoffdüngung verzichtet werden sollte, um die Aktivität der Knöllchenbakterien nicht zu hemmen. Ein pH-Wert unter 5,5 beeinträchtigt die Rhizobien-Symbiose empfindlich, weshalb saure Standorte vor der Aussaat aufgekalkt werden müssen. Durch Walzen nach der Saat wird der notwendige Bodenschluss hergestellt, was den Keimerfolg des feinkörnigen Saatguts erheblich verbessert. Die Regulierung der Bodenfeuchte ist besonders im Sommer wichtig, da die flachwurzelnde Kultur empfindlich auf anhaltende Trockenheit reagiert.
Schaderreger-Management
Im integrierten Pflanzenschutz steht die mechanische und kulturtechnische Regulierung im Vordergrund, da chemische Pflanzenschutzmittel im Grünland stark reglementiert sind. Zu den wichtigsten Schaderregern zählen der Kleekrebs (Sclerotinia trifoliorum) sowie verschiedene Blattfleckenpilze, deren Ausbreitung du durch eine angepasste Schnittfrequenz und die Vermeidung von Überständigkeit minimieren kannst. Gegen tierische Schädlinge wie den Kleeblattnager (Hypera postica) oder Schnecken hilft vor allem eine dichte, gut gepflegte Grasnarbe, die natürlichen Gegenspielern Lebensraum bietet. Bei der Neuanlage ist auf zertifiziertes, krankheitsfreies Saatgut zu achten, um die Einschleppung von Viren oder Nematoden zu verhindern. Tritt ein starker Befall mit Wurzelpilzen auf, ist eine konsequente Anbaupause von mindestens vier bis sechs Jahren zu anderen Leguminosen einzuhalten.
Sorten
Bombus
mittel bis spätSehr hoher Trockenmasseertrag im Gemenge.
Resistent gegen: Kleekrebs, Blattfleckenkrankheiten
Anfällig für: Winterfrost
Großblättriger Weißklee (Ladinetyp) mit hoher Konkurrenzkraft, ideal für den Feldfutterbau und mähweidefähige Mischungen.
Hebe
mittelKonstanter Ertrag über viele Nutzungsjahre hinweg.
Resistent gegen: Trittbelastung, Winterkälte
Anfällig für: Trockenheit
Sehr ausdauernde Sorte mit hoher Narbendichte, hervorragend geeignet für die dauerhafte Rinder- und Schafweide.
Liflex
früh bis mittelGute Ertragsverteilung über die Aufwüchse.
Resistent gegen: Kleekrebs
Anfällig für: Blattfleckenkrankheiten
Vielseitig einsetzbare Sorte mit rascher Jugendentwicklung und guter Ausläuferbildung für Nachsaaten.
Riesling
mittelSpitzenerträge im ersten und zweiten Hauptnutzungsjahr.
Resistent gegen: Kleekrebs, Mehltau
Anfällig für: Überbeweidung
Wüchsige Sorte mit exzellenter Konkurrenzstärke gegenüber schnellwachsenden Gräsern in intensiv genutzten Mischungen.
Zugelassene Pflanzenschutzmittel
Alle Anwendungen ansehenHäufige Fragen
Wie kannst du den Weißkleeanteil im Grünland gezielt steuern?
Der Kleeanteil lässt sich maßgeblich über die Stickstoffdüngung und das Weidemanagement regulieren. Eine intensive Stickstoffgabe fördert die Gräser und drängt den Weißklee zurück, während eine reduzierte N-Düngung in Kombination mit tiefem Abweiden oder Mähen dem lichtbedürftigen Klee durch die verbesserte Belichtung der Stolonen einen Wachstumsvorteil verschafft.
Was musst du bei der Nachsaat von Weißklee in bestehende Grünlandbestände beachten?
Für eine erfolgreiche Nachsaat ist ein lückiger Altnarbenbestand entscheidend. Du solltest die Fläche vor der Aussaat scharf striegeln, um Platz und Licht zu schaffen, und das Saatgut flach (maximal 1 cm tief) ablegen. Ein anschließendes Walzen sorgt für den nötigen Bodenschluss, und eine frühzeitige Nutzung des Erstaufwuchses verhindert, dass die Gräser die jungen Kleekeimlinge überwachsen.
Warum ist die Einhaltung einer Anbaupause bei Weißklee so wichtig?
Weißklee ist selbstunverträglich, da sich im Boden spezifische Krankheitserreger wie der Pilz Sclerotinia trifoliorum (Kleekrebs) und pflanzenparasitäre Nematoden anreichen. Um Ertragsdepressionen und ein plötzliches Absterben der Kultur zu verhindern, solltest du eine Anbaupause von mindestens 4 bis 6 Jahren zu anderen Leguminosen auf derselben Fläche einhalten.
Wie erkennst du einen Befall mit Kleekrebs und welche Maßnahmen helfen dir?
Kleekrebs äußert sich im Spätwinter und zeitigen Frühjahr durch faulende, braune Blätter und einen weißen, watteartigen Pilzrasen am Pflanzenhals, in dem sich später schwarze Dauerkörper (Sklerotien) bilden. Da chemische Pflanzenschutzmittel im Grünland meist keine Zulassung haben, helfen dir vor allem vorbeugende Maßnahmen wie der Anbau resistenter Sorten, eine weite Fruchtfolge und das Vermeiden von zu üppigen Beständen vor dem Wintereinbruch.
Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium bei der Terminierung des ersten Schnitts?
Für eine optimale Futterqualität im Gemenge mit Gräsern solltest du den ersten Schnitt vor dem Einsetzen der Hauptblüte des Weißklees (BBCH 61 bis 65) durchführen. Zu diesem Zeitpunkt ist das Verhältnis von Rohprotein zu Rohfaser ideal; wartest du zu lange, verholzen die Stängel der Begleitgräser, und der Klee verliert durch Blattverluste im unteren Bereich an Futterwert.