Alle Mittel
OTHER · hentschke+sawatzki CHEMISCHE FABRIK GmbH

Aco.sol PY-Z

BVL Zul.-Nr. 033141-62

Aco.sol PY-Z ist ein spezialisiertes Pflanzenschutzmittel auf Basis von Naturpyrethrinen, das für die gezielte Regulierung von saugenden und beißenden Schaderregern entwickelt wurde. Als Kontaktinsektizid zeichnet sich das Präparat durch eine schnelle Initialwirkung, den sogenannten Knock-down-Effekt, aus. Es wird besonders in Bereichen eingesetzt, in denen eine rasche Wirkung bei gleichzeitig kurzem Verbleib des Wirkstoffs in der Umwelt gefordert ist.

Die Formulierung basiert auf dem natürlichen Extrakt der Chrysanthemenblüte (Pyrethrum), was dem Produkt eine besondere Rolle im integrierten Pflanzenschutz sowie in spezifischen Nischenanwendungen verleiht. Da der Wirkstoff unter dem Einfluss von Licht und Sauerstoff rasch abgebaut wird, eignet sich das Mittel hervorragend für flexible Behandlungsstrategien kurz vor der Ernte, ohne lang anhaltende Rückstände auf den Kulturen zu hinterlassen.

Wirkstoffe

Pyrethrine
4 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Pyrethrine gehört laut IRAC-Klassifizierung zur Gruppe 3A (Modulatoren des spannungsabhängigen Natriumkanals). Die Wirkung erfolgt ausschließlich über den direkten Kontakt mit dem Schaderreger. Nach dem Eindringen durch die Kutikula blockieren die Pyrethrine die Schließung der Natriumkanäle in den Nervenmembranen der Insekten. Dies führt zu einer dauerhaften Depolarisation, gefolgt von unkontrollierten Nervenimpulsen, Lähmung und dem schnellen Absterben des Schädlings. Da es sich um ein reines Kontaktgift ohne systemische Eigenschaften handelt, ist eine lückenlose und gründliche Benetzung aller Pflanzenteile für den Bekämpfungserfolg entscheidend. Versteckt sitzende Schaderreger müssen direkt von der Spritzbrühe getroffen werden, um eine optimale Wirkung zu erzielen.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, sollte Aco.sol PY-Z stets im Wechsel mit Insektiziden aus anderen IRAC-Wirkstoffklassen mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen eingesetzt werden. Aufgrund des schnellen Abbaus des Wirkstoffs ist das Risiko einer Resistenzbildung bei Solitäranwendungen zwar moderat, jedoch begünstigt ein wiederholter, exklusiver Einsatz Selektionsprozesse. Ein konsequentes Monitoring der Schaderregerpopulationen und die Einhaltung der maximal empfohlenen Anwendungsanzahl pro Saison sind essenzielle Säulen einer nachhaltigen Antiresistenzstrategie.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bei der Herstellung von Tankmischungen ist besonders auf den pH-Wert des Ansetzwassers zu achten. Pyrethrine sind im alkalischen Milieu (pH-Wert über 7,0) instabil und unterliegen einer schnellen Hydrolyse, was die Wirksamkeit drastisch reduzieren kann. Die Zugabe eines pH-Puffers oder Säureregulators zur Stabilisierung des Spritzwassers auf einen leicht sauren Bereich (pH 5,5 bis 6,5) wird dringend empfohlen. Mischungen mit stark alkalischen Produkten wie Kupferpräparaten oder bestimmten Blattdüngern sollten vermieden werden. Vor großflächiger Anwendung empfiehlt sich stets eine Verträglichkeitsprobe an einzelnen Kulturen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Obwohl Pyrethrine natürlichen Ursprungs sind, besitzen sie eine hohe Toxizität gegenüber aquatischen Organismen und Nichtziel-Arthropoden wie Nützlingen. Beim Einsatz sind die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern strikt einzuhalten, um einen Eintrag durch Abdrift zu verhindern. Zum Schutz von Wild- und Honigbienen sollte die Anwendung außerhalb des Bienenflugs in den Abendstunden erfolgen. Der Anwenderschutz erfordert das Tragen der standardmäßigen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug während der Ausbringung und des Anmischens.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Allgemein0 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Warum ist die Applikationstechnik bei Aco.sol PY-Z so entscheidend für den Erfolg?

Da Pyrethrine reine Kontaktwirkstoffe sind und keine systemische oder tiefenwirksame Aktivität in der Kultur besitzen, werden nur Schaderreger erfasst, die direkt von der Spritzbrühe getroffen werden. Eine feintropfige Applikation und eine hohe Wasseraufwandmenge, die auch die Blattunterseiten und das Innere des Bestands vollständig benetzt, sind daher zwingend erforderlich.

Welchen Einfluss hat das Sonnenlicht auf die Dauer der Schutzwirkung?

Naturpyrethrine sind extrem UV-labil und werden unter Sonneneinstrahlung innerhalb weniger Stunden biologisch inaktiviert. Dies bedeutet, dass keine lang anhaltende Depotwirkung auf der Kultur vorhanden ist. Für eine maximale Effizienz sollte die Behandlung daher in den kühleren Abendstunden oder bei bedecktem Himmel durchgeführt werden, um die Kontaktzeit mit den Schaderregern zu maximieren.

Wie kann der pH-Wert des Spritzwassers die Wirkung von Aco.sol PY-Z beeinflussen?

Pyrethrine sind sehr empfindlich gegenüber alkalischer Hydrolyse. Liegt der pH-Wert des Wassers über 7,0, zerfällt der Wirkstoff im Tank rasant, was zu einem erheblichen Wirkungsverlust führt. Es wird empfohlen, den pH-Wert des Wassers vor der Zugabe des Mittels mithilfe von geeigneten Konditionierungsmitteln auf einen Wert zwischen 5,5 und 6,5 einzustellen.

Kann Aco.sol PY-Z in Tankmischungen mit Kupferpräparaten ausgebracht werden?

Von einer gemeinsamen Ausbringung mit stark alkalischen Produkten wie vielen Kupferfungiziden wird dringend abgeraten. Die alkalische Reaktion in der Spritzbrühe führt zu einem schnellen chemischen Abbau der Pyrethrine. Zwischen den Behandlungen sollte zudem ein ausreichender zeitlicher Abstand eingehalten werden, wenn alkalische Beläge auf den Blättern vorhanden sind.

Was muss beim Einsatz von Aco.sol PY-Z hinsichtlich des Bienenschutzes beachtet werden?

Obwohl der Wirkstoff schnell abgebaut wird, ist er im Moment der Ausbringung hochgradig bienengiftig. Um Schäden an Bestäubern zu vermeiden, dürfen blühende Kulturen oder von Bienen beflogene Bereiche nur nach dem täglichen Bienenflug am Abend behandelt werden. Achten Sie zudem darauf, dass blühende Unkräuter im Unterwuchs vor der Behandlung gemäht oder entfernt werden.