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Sonstige · Galenika-Fitofarmacija d.o.o.

Acustic

BVL Zul.-Nr. 00B195-00

Acustic ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von Pilzkrankheiten im Steinobstbau. Als flüssiges Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, zeichnet sich das Präparat durch eine hervorragende Verteilung auf der Blattoberfläche und eine schnelle Regenfestigkeit aus. Der enthaltene Wirkstoff Dodin bietet Obstbauern eine verlässliche Lösung, um den gefürchteten Blattverlusten durch spezifische Pilzerreger entgegenzuwirken.

Der Fokus dieses Pflanzenschutzmittels liegt primär auf dem Schutz von Kirschenkulturen (Süß- und Sauerkirschen) gegen die wirtschaftlich bedeutende Sprühfleckenkrankheit (Blumeriella jaapii). Durch den gezielten Einsatz in der kritischen Phase der Fruchtentwicklung wird die photosynthetisch aktive Blattfläche gesund erhalten, was die Vitalität der Kulturen sichert und die Ertragsleistung sowie die Knospenanlage für das Folgejahr direkt schützt.

Wirkstoffe

Dodin
400 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Dodin gehört zur chemischen Gruppe der Guanidine (FRAC-Gruppe 24). Die Wirkungsweise basiert auf einer physischen und biochemischen Störung der Zellmembranen des Pilzes. Dodin lagert sich aufgrund seiner amphoteren, tensidähnlichen Eigenschaften in die Lipiddoppelschicht der Pilzzellmembranen ein. Dies führt zu einer schnellen Erhöhung der Membranpermeabilität, wodurch essenzielle Zellbestandteile austreten und die Pilzzelle kollabiert. Neben dieser ausgeprägten Kontaktwirkung besitzt Dodin auch lokalsystemische Eigenschaften. Nach der Anwendung dringt der Wirkstoff in das Blattgewebe ein und verteilt sich dort translaminar. Dadurch werden auch Schaderreger auf der Blattunterseite erfasst und eine beginnende Infektion effektiv gestoppt, noch bevor sichtbare Symptome auf der Blattoberfläche ausbrechen.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung gegen den Wirkstoff Dodin zu minimieren, solltest du Acustic stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts einsetzen. Da Dodin einen spezifischen Wirkungsmechanismus besitzt, ist es ratsam, die Anzahl der Anwendungen pro Saison konsequent zu begrenzen und das Pflanzenschutzmittel im Wechsel mit Fungiziden aus anderen FRAC-Gruppen (wie z. B. SDHI oder Triazolen) einzusetzen. Vermeide Blockbehandlungen über mehrere Generationen des Schaderregers hinweg, um die Selektion resistenter Stämme der Sprühfleckenkrankheit nachhaltig zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Acustic ist im Allgemeinen gut mit gängigen Insektiziden und Fungiziden mischbar. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch beachten, dass stark alkalische Mischungspartner oder bestimmte Blattdünger die Stabilität der Suspension beeinträchtigen können. Führe im Zweifel vor der großflächigen Anwendung immer einen physischen Mischbarkeitstest in einem kleinen Gefäß durch. Achte zudem auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge, um eine lückenlose Benetzung der gesamten Laubwand zu gewährleisten, besonders bei dichtem Laubdach in den späteren BBCH-Stadien.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Acustic ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, für den Anwenderschutz obligatorisch. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der Umwelt sind Abdriften auf angrenzende Flächen und Oberflächengewässer strikt zu vermeiden. Da keine spezifische Bieneneinstufung vorliegt, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen nicht in blühende Kulturen oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind. Verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SauerkirscheSprühfleckenkrankheit (Blumeriella jaapii)71–791.7 LITER_PER_HECTARE14T
SüßkirscheSprühfleckenkrankheit (Blumeriella jaapii)71–791.7 LITER_PER_HECTARE14T

Häufige Fragen

Warum ist die Bekämpfung der Sprühfleckenkrankheit ab dem Fruchtansatz so kritisch?

Die Sprühfleckenkrankheit führt bei frühem Befall zu massivem, vorzeitigem Blattfall. Wenn deine Kirschenbäume bereits im Sommer die Blätter verlieren, fehlt den Früchten die nötige Assimilatversorgung für eine optimale Ausreife. Zudem schwächt der frühe Laubverlust die Knospenbildung für das Folgejahr und mindert die Frosthärte des Holzes im Winter erheblich.

Wie nutzt du die translaminare Wirkung von Acustic optimal aus?

Da der Wirkstoff Dodin translaminare Eigenschaften besitzt, dringt er nach dem Antrocknen in das Blattgewebe ein. Du solltest das Mittel daher bei abtrocknendem Laub und vor erwarteten Niederschlägen applizieren. Sobald der Spritzbelag angetrocknet ist, ist er extrem regenfest und schützt auch die unbehandelte Blattunterseite vor dem Eindringen der Pilzsporen.

Was musst du bei der Terminierung der Behandlung beachten, wenn Regen droht?

Dodin benötigt eine kurze Antrocknungszeit auf der Blattoberfläche, um seine volle Regenfestigkeit und translaminare Schutzwirkung zu entfalten. Plane deine Anwendung so ein, dass der Spritzbelag mindestens ein bis zwei Stunden vor dem nächsten Regenereignis komplett abgetrocknet ist.

Kann ich Acustic auch bei kühlen Frühjahrstemperaturen einsetzen?

Ja, im Gegensatz zu einigen systemischen Fungiziden, die für eine gute Wirkung aktive Stoffwechselprozesse der Kultur bei höheren Temperaturen benötigen, zeigt der Wirkstoff Dodin auch bei kühleren Temperaturen eine zuverlässige Wirkung. Das macht das Pflanzenschutzmittel besonders flexibel in wechselhaften Witterungsphasen.

Wie integriere ich das Produkt am besten in ein Spritzprogramm zur Resistenzvermeidung?

Du solltest Acustic als strategischen Baustein nutzen. Setze es vorzugsweise in Phasen mit hohem Infektionsdruck ein, wechsle danach aber zwingend auf Wirkstoffe aus anderen Klassen wie SDHI, Strobilurine oder Triazole. Vermeide es, mehr als zwei Behandlungen mit Dodin-haltigen Mitteln hintereinander durchzuführen.

Wie verhalte ich mich, wenn ich Mischungen mit schwefelhaltigen Produkten plane?

Bei der Kombination von Dodin mit Netzschwefel kann es unter bestimmten Bedingungen zu Ausfällungen oder einer verringerten Kulturverträglichkeit kommen. Wenn du eine solche Mischung planst, solltest du vorab unbedingt eine physikalische Mischprobe im kleinen Maßstab ansetzen und die Verträglichkeit an einzelnen Ästen testen, bevor du die gesamte Anlage behandelst.