AloEx
AloEx ist ein hochwirksames, systemisches Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern in Winterweichweizen. Als wasserdispergierbares Granulat formuliert, kombiniert dieses Pflanzenschutzmittel zwei bewährte Sulfonylharnstoff-Wirkstoffe mit einem hocheffizienten Safener. Es hat sich im Markt als verlässliche Lösung für die Frühjahrsbehandlung etabliert, um ertragsschädigende Ungräser und Unkräuter frühzeitig und konsequent auszuschalten.
Das Wirkungsspektrum umfasst schwer bekämpfbare Schadgräser wie Acker-Fuchsschwanz, Windhalm, Weidelgras-Arten und Trespen sowie wichtige zweikeimblättrige Schaderreger wie Kamille-Arten und die Vogel-Sternmiere. Durch die flexible Anwendung im Frühjahr unterstützt AloEx Landwirte dabei, die Bestände sauber zu halten und das Ertragspotenzial der Kultur voll auszuschöpfen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die im Pflanzenschutzmittel enthaltenen Wirkstoffe Iodosulfuron und Mesosulfuron gehören zur chemischen Gruppe der Sulfonylharnstoffe (HRAC-Gruppe 2). Sie wirken als systemische Inhibitoren des Enzyms Acetolactat-Synthase (ALS). Dieses Enzym ist essenziell für die Biosynthese der verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin. Nach der Aufnahme über das Blatt und teilweise über die Wurzel wird der Wirkstoff rasch in den Schaderregern transportiert, was zu einem sofortigen Wachstumsstopp und dem anschließenden Absterben der Unkräuter führt. Um die Kulturverträglichkeit im Winterweichweizen zu gewährleisten, enthält AloEx den Safener Mefenpyr. Dieser Wirkstoff beschleunigt selektiv den Abbau der Herbizidwirkstoffe in der Kultur, während die Schadgräser und Unkräuter ungeschützt bleiben. Dies sorgt für eine hervorragende Selektivität selbst unter wechselhaften Witterungsbedingungen im Frühjahr.
Resistenzmanagement
Da beide herbiziden Wirkstoffe in AloEx der HRAC-Gruppe 2 angehören, besteht ein inhärentes Risiko für die Entstehung von Resistenzen, insbesondere bei weit verbreiteten Schadgräsern wie dem Acker-Fuchsschwanz. Um die Wirksamkeit des Mittels langfristig zu sichern, ist ein konsequentes Resistenzmanagement unerlässlich. Dies umfasst den jährlichen Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen in der Fruchtfolge sowie die Kombination mechanischer und pflanzenbaulicher Maßnahmen wie einer optimierten Fruchtfolgegestaltung und angepassten Aussaatzeiten.
Mischbarkeit & Tankmischung
Für eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme wird dringend empfohlen, AloEx in Kombination mit einem zugelassenen, nicht-ionischen Netzmittel oder Pflanzenöl-Additiv auszubringen. Das Pflanzenschutzmittel ist im Rahmen der landwirtschaftlichen Praxis mit vielen gängigen Fungiziden und Wachstumsregulatoren mischbar. Bei Tankmischungen sollte stets auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge geachtet und die Spritzbrühe sofort ausgebracht werden. Extreme Kälte oder Frostperioden kurz nach der Anwendung können die Kulturverträglichkeit beeinträchtigen, weshalb Behandlungen nur in aktiv wachsenden Beständen stattfinden sollten.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit AloEx ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Aufgrund der hohen biologischen Aktivität von Sulfonylharnstoffen gegenüber Nichtzielpflanzen und aquatischen Organismen sind strikte Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen einzuhalten. Das Mittel ist als bienenungefährlich eingestuft, sollte jedoch zum Schutz von Nützlingen und der lokalen Biodiversität stets verantwortungsvoll und streng nach Gebrauchsanleitung angewendet werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterweichweizen | Acker-Fuchsschwanz, Kamille-Arten, Vogel-Sternmiere | 13–32 | 0.3 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Taube Trespe | 11–25 | 0.4 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Gemeiner Windhalm | 13–32 | 0.15 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Gemeiner Windhalm | 11–25 | 0.15 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–30 | 0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Taube Trespe | 13–30 | 0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Acker-Fuchsschwanz, Flug-Hafer, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–30 | 0.4 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Acker-Fuchsschwanz, Kamille-Arten, Vogel-Sternmiere | 11–25 | 0.4 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Acker-Fuchsschwanz, Kamille-Arten, Vogel-Sternmiere | 11–25 | 0.3 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Warum ist der Zusatz eines Additivs bei der Anwendung von AloEx so wichtig?
Da die Wirkstoffe Iodosulfuron und Mesosulfuron hauptsächlich über das Blatt aufgenommen werden, verbessert ein geeignetes Additiv (z. B. ein Pflanzenöl) die Benetzung der oft wachshaltigen Blattoberflächen von Schadgräsern. Dies sichert eine schnelle und vollständige Wirkstoffaufnahme, besonders bei kühlerer Witterung im Frühjahr.
Bis zu welchem BBCH-Stadium kann AloEx im Winterweichweizen eingesetzt werden?
Die Zulassung erlaubt eine Anwendung vom Auflaufen der Kultur im Frühjahr (BBCH 11) bis zum Zweiknotenstadium (BBCH 32). Für eine optimale Wirkung gegen Schadgräser wie den Acker-Fuchsschwanz sollte die Behandlung jedoch möglichst frühzeitig erfolgen, wenn sich die Ungräser im aktiven Wachstum befinden.
Wie verhält sich AloEx bei Nachtfrösten nach der Spritzung?
Nach der Anwendung sollten keine starken Nachtfröste auftreten. Frost verzögert den Abbau der Wirkstoffe in der Kultur durch den Safener Mefenpyr, was zu vorübergehenden Aufhellungen oder Wachstumsverzögerungen beim Winterweizen führen kann. Bringen Sie das Produkt nur auf trockene, aktiv wachsende Bestände bei stabilen Temperaturen aus.
Kann ich AloEx mit flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) mischen?
Eine Mischung mit AHL ist grundsätzlich möglich, erfordert jedoch besondere Vorsicht. Um Verätzungen an den Kulturpflanzen zu vermeiden, sollte die Kultur eine stabile Wachsschicht aufweisen und nicht unter Stress (z. B. Trockenheit oder Frost) stehen. Zudem sollte der AHL-Anteil in der Spritzbrühe genau auf die Verträglichkeit abgestimmt werden.
Was muss ich beim Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz von AloEx beachten?
Aufgrund des systemischen Charakters und des Abbauverhaltens der Sulfonylharnstoffe im Boden sind die spezifischen Wartezeiten und Bodenbearbeitungsvorgaben für Folgekulturen einzuhalten. Nach normaler Ernte von Winterweizen können im Herbst in der Regel Wintergetreide oder Raps nachgebaut werden; bei vorzeitigem Umbruch ist meist eine tiefe Pflugfurche ratsam.
Wie erkenne ich eine beginnende Resistenz von Acker-Fuchsschwanz gegen AloEx auf meinem Feld?
Wenn nach einer fachgerechten Anwendung unter optimalen Bedingungen (wüchsiges Wetter, richtige Aufwandmenge und Additiv) einzelne Nester von Acker-Fuchsschwanz völlig unbeschädigt weiterwachsen, während andere Unkräuter absterben, deutet dies auf eine ALS-Resistenz hin. In diesem Fall müssen im Folgejahr konsequent andere Wirkstoffklassen eingesetzt werden.