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OTHER · Detia Freyberg GmbH

ARVALIN CARB

BVL Zul.-Nr. 050425-72

ARVALIN CARB von Detia Freyberg GmbH ist ein hochspezialisiertes Pflanzenschutzmittel zur gezielten Vergrämung von unterirdisch lebenden Schaderregern, insbesondere Wühlmäusen (Schermäusen). Als festes Granulat auf Basis des Wirkstoffs Calciumcarbid (800 g/kg) nutzt es die natürliche Bodenfeuchtigkeit, um seine Wirkung direkt im Gangsystem der Schädlinge zu entfalten. Es nimmt im Segment der Repellents eine wichtige Rolle ein, da es eine effektive, nicht-tödliche Vertreibungsmethode darstellt.

Die Formulierung ist speziell für die Ausbringung direkt in die Gänge der Schaderreger konzipiert. Nach dem Einbringen in die Erde reagiert das Produkt zügig mit der Umgebungsfeuchtigkeit. Dadurch wird eine langanhaltende Barriere aufgebaut, die empfindliche Kulturen vor den typischen Wurzelfraßschäden und der Hügelbildung schützt, welche die Bewirtschaftung von Flächen erheblich erschweren können.

Wirkstoffe

Calciumcarbid
800 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkungsmechanismus von ARVALIN CARB basiert auf einer einfachen, aber hocheffektiven chemischen Reaktion. Sobald das Calciumcarbid mit der Feuchtigkeit des Bodens oder der Luft in den Tiergängen in Kontakt kommt, spaltet es sich auf und setzt gasförmiges Ethin (Acetylen) frei. Dieses Gas breitet sich aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften schwerer als Luft im verzweigten Gangsystem aus. Die im Gas enthaltenen typischen Geruchsstoffe (wie Spuren von Phosphorwasserstoff und Schwefelwasserstoff) wirken extrem abstoßend auf das hochsensible Geruchsorgan der Schaderreger. Die Tiere meiden die begasten Bereiche sofort und dauerhaft. Da es sich um eine rein physikalisch-chemische Vergrämung handelt, wird kein klassischer biochemischer Rezeptor im Sinne von HRAC/IRAC-Klassifikationen blockiert, was das Risiko von physiologischen Resistenzen ausschließt.

Resistenzmanagement

Da es sich bei ARVALIN CARB um ein physikalisch wirkendes Repellent (Gasbildner) handelt, ist die Entwicklung einer physiologischen Resistenz bei den Zielorganismen ausgeschlossen. Für ein nachhaltiges Populationsmanagement wird jedoch empfohlen, die Anwendung im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzes mit mechanischen Maßnahmen wie dem Aufstellen von Fallen oder der Förderung von natürlichen Fressfeinden (z. B. durch das Aufstellen von Sitzstangen für Greifvögel) abzuwechseln, um eine dauerhafte Abwanderung aus den sensiblen Kulturen zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Aufgrund der spezifischen Anwendungsform als Feststoff, der direkt in die unterirdischen Gangsysteme eingebracht wird, ist eine Tankmischung mit flüssigen Pflanzenschutzmitteln oder Düngemitteln technisch weder möglich noch zulässig. Das Produkt darf unter keinen Umständen mit Wasser in einer Spritze vorgemischt werden, da sofort hochentzündliche Gase entstehen. Die Anwendung muss stets separat und trocken erfolgen; auch die Kombination mit flüssigen Bodenhilfsstoffen ist strikt zu vermeiden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit ARVALIN CARB steht der Anwenderschutz an oberster Stelle, da der Wirkstoff bei Kontakt mit Feuchtigkeit hochentzündliche Gase bildet. Das Tragen von geeigneter persönlicher Schutzausrüstung (insbesondere Schutzhandschuhe und Augenschutz) ist zwingend erforderlich. Die Dosen müssen absolut dicht und trocken gelagert werden. Zum Schutz von Nichtzielorganismen und der Umwelt ist darauf zu achten, dass das Produkt ausschließlich tief in den Gangsystemen platziert und die Öffnungen sofort wieder dicht verschlossen werden, um ein Entweichen des Gases an die Oberfläche zu verhindern.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Allgemein0 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie wird ARVALIN CARB in der Praxis am effektivsten ausgebracht?

Die Ausbringung erfolgt direkt in die geöffneten Gänge der Schaderreger. Pro Gangöffnung wird eine definierte Menge des Granulats eingebracht. Wichtig ist, die Öffnung danach sofort wieder luftdicht zu verschließen (z. B. mit einem Rasenstück oder Erde), damit das entstehende Gas im Gangsystem verbleibt und nicht nach oben entweicht.

Welchen Einfluss hat die Bodenfeuchtigkeit auf die Wirkung von ARVALIN CARB?

Eine mittlere Bodenfeuchtigkeit ist ideal, da sie die chemische Reaktion zur Gasfreisetzung kontinuierlich in Gang setzt. Bei extrem trockenen Böden kann die Gasentwicklung verzögert sein; in diesem Fall kann ein leichtes Anfeuchten des Bodens nach dem Einbringen (ohne das Granulat direkt wegzuspülen) die Wirkung unterstützen. Bei staunassem Boden hingegen kann die Reaktion zu schnell ablaufen.

Wann ist der beste Zeitpunkt im Jahr für eine Behandlung mit ARVALIN CARB?

Die Behandlung ist besonders im zeitigen Frühjahr oder im späten Herbst erfolgreich. In diesen Perioden sind die Tiere besonders aktiv beim Gangbau, und der Mangel an alternativen Nahrungsquellen erhöht den Druck auf die Kulturen, wodurch eine frühzeitige Vergrämung den Ansiedlungserfolg der Schaderreger minimiert.

Kann ARVALIN CARB auch bei Frost angewendet werden?

Eine Anwendung bei gefrorenem Boden ist nicht zu empfehlen. Zum einen ist das Öffnen der Gänge erschwert, zum anderen reicht die freie Bodenfeuchtigkeit bei Frost oft nicht aus, um eine ausreichende und schnelle Gasentwicklung des Calciumcarbids zu gewährleisten.

Wie unterscheidet sich ARVALIN CARB von klassischen Köderpräparaten?

Während Köderpräparate (Rodentizide) gefressen werden müssen und toxisch wirken, basiert ARVALIN CARB rein auf dem Vertreibungseffekt (Repellent). Die Tiere nehmen keinen Schaden, sondern meiden das begaste Areal aufgrund des unangenehmen Geruchs. Dies ist besonders vorteilhaft in Bereichen, in denen der Einsatz von Giftködern eingeschränkt oder unerwünscht ist.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Wühlmäuse?

Nutzen Sie die Such- und Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech. Filtern Sie nach der Zielgruppe der Schaderreger (z. B. Nagetiere/Wühlmäuse) und wählen Sie Ihre spezifische Kultur oder den Bereich "Nichtkulturland" aus, um alle in Deutschland (BVL) registrierten Alternativen und deren Anwendungsbestimmungen anzuzeigen.