ASSET
ASSET ist ein hochwirksames, systemisches Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von saugenden Schadinsekten, insbesondere Blattläusen. Mit dem bewährten Wirkstoff Acetamiprid (200 g/kg), formuliert als wasserlösliches Pulver, bietet das Präparat eine schnelle Initialwirkung gepaart mit einer langanhaltenden Depotwirkung. Es ist im modernen Obstbau fest etabliert, um Ertrag und Qualität der Ernte zu sichern.
Dank seiner systemischen Eigenschaften dringt der Wirkstoff rasch in das Pflanzengewebe ein und wird akropetal mit dem Saftstrom in der Kultur verteilt. Dies gewährleistet, dass auch versteckt sitzende Schaderreger auf den Blattunterseiten oder in bereits eingerollten Blättern zuverlässig erfasst werden. Zudem schützt dieser translaminare Effekt den Neuzuwachs nach der Applikation.
Das Pflanzenschutzmittel zeichnet sich durch eine hervorragende Kulturverträglichkeit aus und lässt sich flexibel in bestehende Pflanzenschutzstrategien integrieren. Die Zulassung erstreckt sich auf spezifische Steinobstkulturen wie Pflaumen und Zwetschgen, bei denen Blattläuse durch ihre Saugtätigkeit und die potenzielle Übertragung von Viren erhebliche wirtschaftliche Schäden verursachen können.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in ASSET enthaltene Wirkstoff Acetamiprid gehört zur chemischen Klasse der Neonicotinoide und ist in die IRAC-Gruppe 4A eingestuft. Er wirkt als Agonist an den postsynaptischen nikotinischen Acetylcholinrezeptoren (nAChR) des Nervensystems der Schadinsekten. Dies führt zu einer dauerhaften Überreizung der Nervenbahnen, was rasch zu einem Einstellungsstopp der Nahrungsaufnahme, zu Lähmungen und schließlich zum Absterben der Schaderreger führt. Die Wirkung erfolgt sowohl durch direkten Kontakt bei der Spritzung als auch systemisch durch die Aufnahme des Wirkstoffs bei der Saugtätigkeit der Blattläuse. Diese duale Wirkungsweise sichert eine hohe biologische Effektivität, selbst unter wechselnden Witterungsbedingungen, da der Wirkstoff nach der Aufnahme regensicher im Blattgewebe geschützt ist.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, sollte ASSET strikt im Rahmen eines integrierten Schädlingsmanagements (IPM) eingesetzt werden. Ein kontinuierlicher Wechsel mit Insektiziden aus anderen IRAC-Wirkstoffklassen (wie z. B. Ketoenolen oder Flonicamid) ist dringend zu empfehlen. Die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß der BVL-Zulassung darf nicht überschritten werden, um den Selektionsdruck auf lokale Blattlauspopulationen zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
ASSET ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Fungiziden und flüssigen Blattdüngern, die im nachblütlichen Bereich im Obstbau eingesetzt werden. Vor der Ansetzung größerer Spritzbrühemengen wird jedoch ein physischer Mischbarkeitstest (Kübeltest) empfohlen. Bei der Ausbringung ist auf eine ausreichende Wassermenge zu achten, um eine vollständige und gleichmäßige Benetzung der Kultur zu gewährleisten. Die Zugabe von Netzmitteln kann die Benetzung auf wachsartigen Blattoberflächen verbessern.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen. Acetamiprid zeichnet sich im Vergleich zu älteren Wirkstoffklassen durch ein günstigeres Umweltprofil aus; dennoch sind die spezifischen BVL-Auflagen zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen (wie Abdriftminderungsklassen und Pufferzonen) strikt einzuhalten. Bezüglich des Bienenschutzes ist das Produkt als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, was eine flexible Anwendung auch während der Blüte ermöglicht, sofern keine Mischungen mit bestimmten Fungiziden die Einstufung verändern.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Apfel | Blattläuse | 69–99 | 0.125 KILOGRAM_PER_HECTARE | 14T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit ASSET gegen Blattläuse?
Die Anwendung sollte idealerweise direkt bei Befallsbeginn oder nach dem Überschreiten von Schadschwellen erfolgen, frühestens ab dem BBCH-Stadium 69 (Ende der Blüte). Eine frühzeitige Behandlung verhindert den Aufbau starker Kolonien und minimiert Folgeschäden wie Honigtauausscheidungen und Rußtaupilze.
Wie wirkt sich die systemische Eigenschaft von ASSET auf den Behandlungserfolg aus?
Da Acetamiprid translaminar und systemisch in das Blatt eindringt, werden auch Blattläuse erfasst, die sich auf den Blattunterseiten oder in bereits eingerollten Blättern befinden. Zudem schützt der Wirkstoff den nach der Spritzung entstehenden Neuzuwachs für einen gewissen Zeitraum vor neuem Befall.
Was muss bezüglich des Bienenschutzes bei der Anwendung von ASSET beachtet werden?
Acetamiprid ist als B4 (nicht bienengefährlich) eingestuft. Dennoch sollte die Anwendung im Sinne des integrierten Pflanzenschutzes bevorzugt außerhalb des aktiven Bienenflugs in den Abendstunden erfolgen. Achten Sie bei Tankmischungen mit Fungiziden darauf, ob sich dadurch die Bienengefährlichkeitseinstufung ändert.
Kann ASSET in Tankmischungen mit Blattdüngern ausgebracht werden?
Ja, ASSET ist mit den meisten gängigen Blattdüngern mischbar. Es wird jedoch empfohlen, die Düngerkomponente vollständig im Tank aufzulösen, bevor ASSET hinzugefügt wird. Ein vorheriger Kleinstmengentest im Eimer sichert die physikalische Kompatibilität ab.
Warum ist die Einhaltung der Wartezeit von 14 Tagen so wichtig?
Die gesetzlich festgelegte Wartezeit von 14 Tagen stellt sicher, dass eventuelle Wirkstoffrückstände in den Früchten bis zur Ernte unter die strengen gesetzlichen Rückstandshöchstmengen (MRL) abbauen. Dies garantiert die Verkehrsfähigkeit und Sicherheit des Ernteguts für den Verbraucher.
Wie lässt sich ASSET am besten in ein Antiresistenzmanagement integrieren?
Da ASSET zur IRAC-Gruppe 4A gehört, sollte es pro Saison nur im Wechsel mit anderen Wirkstoffklassen eingesetzt werden. Bei anhaltendem Schädlingsdruck müssen nachfolgende Behandlungen mit Wirkstoffen aus anderen Klassen, wie beispielsweise Flonicamid (IRAC 29) oder Spirotetramat (IRAC 23), durchgeführt werden.