Alle Mittel
Sonstige · Bayer CropScience Deutschland GmbH

Bariton

BVL Zul.-Nr. 025913-00

Bariton ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur Saatgutbehandlung (Beizmittel) in Getreidekulturen. Als flüssige Formulierung (Suspensionskonzentrat zur Saatgutbehandlung, FS) kombiniert es zwei bewährte Wirkstoffe, um jungen Keimlingen einen optimalen Schutz direkt ab der Keimung zu bieten. Es schützt die Kultur in der kritischen frühen Entwicklungsphase vor wirtschaftlich bedeutenden, samen- und bodenbürtigen Schaderregern.

Durch die Kombination zweier unterschiedlicher Wirkstoffklassen deckt das Produkt ein breites Wirkungsspektrum ab. Es sichert den Feldaufgang auch unter ungünstigen Witterungsbedingungen und legt das Fundament für vitale, ertragsstarke Bestände. Die moderne Formulierungstechnologie sorgt für eine hervorragende Haftung am Korn und minimiert den Abrieb während des Transports und der Aussaat.

Wirkstoffe

Fluoxastrobin
37.5 g/L · Wirkstoff
Prothioconazol
37.5 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die hervorragende Wirkung von Bariton basiert auf dem synergistischen Zusammenspiel zweier Wirkstoffe mit unterschiedlichen Angriffspunkten. Prothioconazol gehört zur Klasse der Triazolinthione (FRAC-Gruppe 3). Es greift in die Biosynthese von Ergosterol ein, einem essenziellen Bestandteil der Pilzzellmembran, indem es das Enzym Sterol-14α-Demethylase blockiert. Dies führt zu Struktur- und Funktionsstörungen der Membran und stoppt das Wachstum des Pilzmyzels. Fluoxastrobin ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Strobilurine (FRAC-Gruppe 11, Qo-Inhibitoren). Es blockiert den Elektronentransport in den Mitochondrien der Pilzzellen am Komplex III (Cytochrom-bc1-Komplex). Dadurch wird die Energieproduktion (ATP-Synthese) der Schaderreger unterbunden, was zur schnellen Hemmung der Sporenkeimung und des Myzelwachstums führt. Die Kombination dieser beiden Mechanismen sorgt für eine lückenlose Schutzwirkung von innen und außen.

Resistenzmanagement

Da Bariton zwei Wirkstoffe aus unterschiedlichen FRAC-Gruppen (3 und 11) mit völlig verschiedenen Wirkungsmechanismen kombiniert, ist ein integriertes Resistenzmanagement bereits eingebaut. Um die Wirksamkeit langfristig zu sichern, solltest du im weiteren Vegetationsverlauf bei nachfolgenden Blattbehandlungen auf einen konsequenten Wirkstoffwechsel achten. Vermeide den wiederholten, solitären Einsatz von Strobilurinen oder Azolen in derselben Saison, um der Selektion resistenter Schaderreger-Stämme aktiv entgegenzuwirken.

Mischbarkeit & Tankmischung

Als Saatgutbeizmittel wird Bariton in der Regel solo in professionellen Beizanlagen appliziert. Bei einer eventuellen Kombination mit speziellen Spurennährstoffen, Haftmitteln oder biologischen Zusatzstoffen zur Keimungsförderung solltest du vorab unbedingt die physikalische Mischbarkeit und Keimfähigkeit des Saatguts prüfen. Achte auf eine exakte Dosierung und eine gleichmäßige Benetzung des Korns, um eine optimale Schutzwirkung zu erzielen und Verklebungen in der Sämaschine zu verhindern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Beizmittel und dem behandelten Saatgut steht der Anwenderschutz an erster Stelle. Trage stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), insbesondere Schutzhandschuhe und Staubschutzmaske beim Befüllen der Sämaschine. Um die Tierwelt zu schützen, muss das behandelte Saatgut vollständig in den Boden eingearbeitet werden; verschüttetes Saatgut solltest du sofort aufnehmen. Da keine spezifische Bieneneinstufung vorliegt, ist darauf zu achten, dass kein Beizstaub auf blühende Nachbarkulturen oder Unkräuter abgeweht wird – nutze daher staubmindernde Sätechnik.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Allgemein0 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie lagere ich mit Bariton behandeltes Saatgut am besten?

Du solltest das behandelte Saatgut kühl, trocken und gut belüftet lagern. Schütze es vor direkter Sonneneinstrahlung und Feuchtigkeit, um die Keimfähigkeit nicht zu beeinträchtigen und eine vorzeitige Wirkstoffabgabe zu verhindern.

Kann ich das behandelte Saatgut für die nächste Saison aufbewahren?

Grundsätzlich ist das möglich, wenn die Lagerbedingungen optimal sind. Du solltest jedoch vor der Aussaat im Folgejahr unbedingt eine Keimfähigkeitsprobe durchführen, da die Keimkraft bei überlagertem, gebeiztem Saatgut je nach Sorte und Lagerung abnehmen kann.

Worauf muss ich bei der Aussaat von mit Bariton behandeltem Saatgut achten?

Achte darauf, dass das Saatgut vollständig mit Erde bedeckt ist, um den Fraß durch Vögel und Kleinsäuger zu verhindern. Verwende moderne Sämaschinen mit aktiver Staubminderung, um den Abrieb und die Verwehung von Beizstaub auf Nichtzielflächen zu minimieren.

Schützt die Beizung mit Bariton auch vor spätem Blattbefall im Frühjahr?

Bariton schützt die junge Kultur primär in der kritischen Phase des Auflaufens und der frühen Bestockung. Gegen späte Blatt- und Ährenkrankheiten im Frühjahr und Sommer musst du den Bestand im Rahmen deines normalen Pflanzenschutzprogramms überwachen und gegebenenfalls gezielte Blattbehandlungen durchführen.

Wie finde ich heraus, ob Bariton für meine spezifische Getreideart zugelassen ist?

Da die Zulassungen je nach Kultur variieren können, solltest du die aktuellen Zulassungsdaten in der BVL-Datenbank prüfen oder direkt auf unserer Plattform nach der spezifischen Kultur filtern, um die genauen Anwendungsvorgaben einzusehen.