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Sonstige · BASF Agricultural Solutions Deutschland

BAS 754 04 F (vorläufige Bezeichnung)

BVL Zul.-Nr. 00B383-00

BAS 754 04 F ist ein modernes Pflanzenschutzmittel von BASF Agricultural Solutions, das speziell für den gezielten Fungizideinsatz in Raps (Brassica napus) und Sonnenblumen (Helianthus annuus) konzipiert wurde. Die Kombination der beiden hochaktiven Triazol-Wirkstoffe Mefentrifluconazole (Revysol) und Prothioconazol bietet ein breites Wirkungsspektrum gegen die wirtschaftlich bedeutendsten Pilzkrankheiten im Ölfrüchteanbau.

Durch seine flüssige Formulierung zeichnet sich das Produkt durch eine hervorragende Pflanzenverträglichkeit, schnelle Regenfestigkeit und systemische Verteilung in der Kultur aus. Es schützt die Bestände zuverlässig vor Ertrags- und Qualitätsverlusten in kritischen Wuchsphasen ab dem Frühjahr bis in die Blüte und Abreife.

Das Spektrum umfasst zentrale Schaderreger wie Sclerotinia sclerotiorum (Sclerotinia-Stängelfäule), Alternaria-Arten, Cylindrosporium-Weißfleckigkeit sowie Echten Mehltau. Damit stellt BAS 754 04 F einen leistungsfähigen Baustein für integrierte Pflanzenschutzstrategien dar.

Wirkstoffe

Mefentrifluconazole
100 g/L · Wirkstoff
Prothioconazol
100 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Beide enthaltenen Wirkstoffe – Mefentrifluconazole und Prothioconazol – gehören zur Gruppe der Demethylierungs-Hemmer (DMI-Fungizide, FRAC-Gruppe 3). Sie hemmen gezielt das Enzym C14-Demethylase (CYP51), welches eine Schlüsselrolle in der Ergosterol-Biosynthese von Pilzen spielt. Ergosterol ist ein essenzieller Baustein der pilzlichen Zellmembran; seine Blockade führt zu Membranstörungen, Wachstumsstillstand und schließlich zum Absterben des Schaderregers. Mefentrifluconazole zeichnet sich als Isopropanol-Azol durch eine besondere molekulare Flexibilität aus. Dadurch bindet es selbst bei leichten Mutationen des Zielenzyms noch stark an die C14-Demethylase, was für eine hohe Dauerwirkung und zuverlässige Kureigenschaften sorgt. In Kombination mit Prothioconazol wird sowohl eine präventive als auch kurative Wirkung erzielt, die das Gewebe von innen heraus schützt.

Resistenzmanagement

Da beide Wirkstoffe der FRAC-Gruppe 3 (DMI) angehören, ist ein konsequentes Anti-Resistenzmanagement erforderlich, um die Wirksamkeit langfristig zu sichern. Vermeide die alleinige oder wiederholte Anwendung von DMI-haltigen Produkten innerhalb derselben Vegetationsperiode. Wechsel im Spritzplan gezielt zwischen Wirkstoffklassen mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen (z. B. SDHI/FRAC 7 oder Strobilurinen/FRAC 11). Achte zudem auf eine bedarfsgerechte, indikationsbezogene Aufwandmenge und passe die Behandlungszeitpunkte optimal an den Infektionsdruck an.

Mischbarkeit & Tankmischung

Das Pflanzenschutzmittel zeigt im Allgemeinen eine gute Mischbarkeit mit gängigen Insektiziden, Herbiziden und Blattdüngern. Bei Tankmischungen solltest du jedoch stets die Mischbarkeitsempfehlungen der jeweiligen Hersteller prüfen und Vorversuche im kleinen Maßstab durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und sauberes Spritzwasser mit neutralem bis leicht saurem pH-Wert. Mische das Produkt bevorzugt als Letztes in den Spritztank und wende die Spritzbrühe unmittelbar nach dem Ansetzen an.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Ansetzen der Spritzbrühe und bei der Ausbringung ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) wie Schutzhandschuhe, Schutzanzug und Augenschutz zu tragen. Um Bienen und andere Bestäuber zu schützen, solltest du Behandlungen außerhalb des Bienenflugs – vorzugsweise in den späten Abendstunden – durchführen und Abdrift auf blühende Bestände oder Zwischenfrüchte vermeiden. Zum Schutz von Gewässern und Bodenorganismen sind driftmindernde Düsen einzusetzen sowie Abstände zu Oberflächengewässern strikt einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SonnenblumeSclerotinia sclerotiorum31–751 LITER_PER_HECTARE
RapsCylindrosporium-Weißfleckigkeit (Cylindrosporium concentricum)20–551 LITER_PER_HECTARE
RapsEchter Mehltau (Erysiphe cruciferarum)55–751 LITER_PER_HECTARE
RapsAlternaria Arten (Alternaria sp.)55–751 LITER_PER_HECTARE
RapsSclerotinia sclerotiorum61–751 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Behandlungszeitpunkt gegen Sclerotinia im Raps?

Die Infektion durch Sclerotinia sclerotiorum erfolgt hauptsächlich während der Rapsblüte über abfallende Blütenblätter. Der optimale Einsatzzeitpunkt liegt daher meist in der Vollblüte (BBCH 63–65). Achte bei feucht-warmer Witterung auf Infektionsbedingungen und wende das Pflanzenschutzmittel präventiv an.

Welche Vorteile bietet die Kombination aus Mefentrifluconazole und Prothioconazol?

Die Verknüpfung zweier hochaktiver Azole vereint eine schnelle Anfangswirkung mit einer lang anhaltenden Schutzwirkung. Mefentrifluconazole sorgt durch seine molekulare Flexibilität für eine starke Bindung am Wirkort, während Prothioconazol das Spektrum gegen Alternaria und Cylindrosporium optimal abrundet.

Worauf musst du achten, wenn du das Mittel in Sonnenblumen einsetzt?

In Sonnenblumen richtet sich die Behandlung vor allem gegen Sclerotinia-Kopf- und Stängelfäule sowie Alternaria. Plane die Anwendung präventiv vor dem Schließen des Bestandes oder zu Beginn der Knospen- bzw. Blütentriebphase ein, um die Stängelbasis und den Korb frühzeitig zu schützen.

Wie wirkt sich die Witterung auf die Regenfestigkeit und Aufnahme aus?

Durch die systemischen Eigenschaften dringt das Produkt rasch in die Wachsschicht der Blattoberfläche ein und verteilt sich in der Kultur. Bereits nach kurzer Antrocknungszeit ist eine hohe Regenfestigkeit gegeben, sodass auch unbeständige Wetterlagen im Frühjahr die Schutzwirkung kaum beeinträchtigen.

Welche Rolle spielt das Produkt im Anti-Resistenzmanagement von Triazolen?

Mefentrifluconazole weist aufgrund seiner spezifischen Isopropanol-Struktur auch bei Pilzstämmen mit veränderter Bindungsstelle eine hohe Restaktivität auf. Dennoch solltest du das Mittel immer in eine Wirkstoffwechselstrategie einbinden, um Selektionsdruck zu vermeiden.