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OTHER · BASF SE

Bellis

BVL Zul.-Nr. 006767-00

Bellis ist ein hochwirksames, breit wirksames Fungizid von BASF SE, das vor allem im Kernobstbau und Hopfenanbau eine etablierte Rolle einnimmt. Als wasserdispergierbares Granulat (WG) formuliert, kombiniert es zwei komplementäre Wirkstoffe, um ein breites Spektrum an wirtschaftlich bedeutenden Pilzkrankheiten zu kontrollieren. Im Kernobst schützt es die Kulturen zuverlässig vor Schorf, Echtem Mehltau sowie einer Vielzahl von pilzlichen Lagerfäulen, während es im Hopfen gegen Echten und Falschen Mehltau eingesetzt wird.

Die Stärke von Bellis liegt in seiner ausgeprägten präventiven und kurativen Wirkung. Durch die Kombination zweier unterschiedlicher Wirkstoffklassen bietet das Pflanzenschutzmittel nicht nur einen hervorragenden Schutz der behandelten Pflanzenteile, sondern trägt auch maßgeblich zur Sicherung der Erntequalität bei – insbesondere im Hinblick auf die Haltbarkeit und Qualität des Ernteguts im Lager.

Wirkstoffe

Boscalid
252 g/kg · Wirkstoff
Pyraclostrobin
128 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die hervorragende Wirksamkeit von Bellis basiert auf dem Zusammenspiel von Boscalid und Pyraclostrobin. Boscalid gehört zur chemischen Gruppe der Carboxamide (SDHI, FRAC-Gruppe 7). Es blockiert gezielt den Komplex II der Atmungskette (Succinat-Dehydrogenase) in den Mitochondrien der Pilzzellen, wodurch die Energieversorgung des Schaderregers zusammenbricht. Pyraclostrobin, ein Wirkstoff aus der Gruppe der Strobilurine (QoI, FRAC-Gruppe 11), hemmt wiederum den Komplex III der Atmungskette (Cytochrom-bc1-Komplex). Durch diese duale Blockade an unterschiedlichen Stellen der Zellatmung wird die Sporenkeimung, das Myzelwachstum und die Sporulation der Zielpathogene hocheffizient unterbunden.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen nachhaltig vorzubeugen, nutzt Bellis bereits werkseitig eine Kombination aus zwei verschiedenen Wirkstoffklassen (FRAC 7 und FRAC 11). Dennoch ist ein striktes Antiresistenzmanagement unerlässlich. Die Anzahl der Anwendungen pro Saison sollte konsequent begrenzt werden. Im Spritzprogramm ist Bellis im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffgruppen einzusetzen, die keine Kreuzresistenzen mit SDHIs oder Strobilurinen aufweisen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bellis zeichnet sich durch eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit gängigen Insektiziden, Fungiziden und Blattdüngern aus. Bei Tankmischungen ist stets auf die richtige Reihenfolge beim Befüllen des Spritztanks zu achten: Bellis als WG muss zuerst vollständig im Wasser aufgelöst werden, bevor flüssige Formulierungspartner hinzugefügt werden. Die Verwendung von Netzmitteln kann die Benetzung auf schwierigen Blattoberflächen verbessern, sollte jedoch vorab auf Kulturverträglichkeit geprüft werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Bellis ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen, zu tragen. Da die enthaltenen Wirkstoffe, insbesondere Pyraclostrobin, als gewässergefährdend eingestuft sind, müssen Abdrift mindernde Maßnahmen und die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern strikt eingehalten werden. Das Produkt ist für Bienen als nichtgefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte eine Anwendung außerhalb des aktiven Bienenflugs erfolgen, um nützliche Insekten maximal zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
HopfenFalscher Mehltau (Pseudoperonospora humuli)0.9 KILOGRAM_PER_HECTARE28T
HopfenEchter Mehltau (Sphaerotheca macularis)0.9 KILOGRAM_PER_HECTARE28T
KernobstSchorf (Venturia spp.)54–850.267 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT7T
KernobstPilzliche Lagerfäulen77–850.267 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT7T
KernobstEchter Mehltau (Podosphaera leucotricha)54–850.267 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT7T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Lagerfäulen im Kernobst?

Die Behandlungen sollten präventiv in der späten Reifephase (BBCH 77 bis 85) durchgeführt werden, typischerweise im Rahmen der Abschlussbehandlungen vor der Ernte. Dies stellt sicher, dass die Früchte mit einem aktiven Wirkstoffdepot ins Lager gehen, um Infektionen durch Wund- und Lagerschimmelpilze effektiv zu verhindern.

Wie wirkt sich Bellis auf die Physiologie der Kultur aus?

Durch die enthaltene Strobilurin-Komponente (Pyraclostrobin) kann Bellis physiologische Effekte hervorrufen. Dazu gehören eine verbesserte Stickstoffassimilation, eine gesteigerte Photosyntheseleistung und eine erhöhte Toleranz gegenüber abiotischem Stress wie Hitze oder Trockenheit, was oft als Greening-Effekt sichtbar wird.

Warum kombiniert Bellis zwei verschiedene Wirkstoffe?

Die Kombination aus Boscalid (SDHI) und Pyraclostrobin (Strobilurin) erweitert nicht nur das Wirkungsspektrum gegen verschiedene Schaderreger gleichzeitig, sondern minimiert auch aktiv das Risiko von Resistenzbildungen, da die Pilze an zwei unterschiedlichen biochemischen Prozessen in der Zellatmung attackiert werden.

Welche Rolle spielt die Wartezeit bei der Anwendung im Hopfen?

Im Hopfenbau ist die Einhaltung der spezifischen Wartezeit von entscheidender Bedeutung, um Rückstandshöchstmengen im Erntegut sicher zu unterschreiten. Die genaue Wartezeit richtet sich nach den nationalen Zulassungsbestimmungen und muss bei der Ernteplanung zwingend berücksichtigt werden.

Kann Bellis bei extremen Temperaturen ausgebracht werden?

Es wird empfohlen, Applikationen in den kühleren Morgen- oder Abendstunden durchzuführen. Bei Temperaturen über 25 °C oder starker Sonneneinstrahlung steigt das Risiko von Phytotoxizität und Verdunstungsverlusten, was die Benetzungseffizienz und die Kulturverträglichkeit beeinträchtigen kann.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Schorf?

Nutzen Sie die Filterfunktion in unserer Produktdatenbank auf agronomy.farmable.tech. Wählen Sie die Kultur 'Kernobst' und filtern Sie gezielt nach dem Schaderreger 'Schorf (Venturia spp.)', um alle in Deutschland registrierten Alternativen und deren spezifische Anwendungsbestimmungen anzuzeigen.