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Sonstige · ADAMA Deutschland GmbH

Bengala

BVL Zul.-Nr. 007100-00

Bengala von ADAMA ist ein leistungsstarkes Bodenherbizid, das speziell für den Einsatz im Winterraps entwickelt wurde. Als flüssige Formulierung kombiniert dieses Pflanzenschutzmittel zwei bewährte Wirkstoffe, um ein breites Spektrum an einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern sowie wichtigen Schadgräsern wie Acker-Fuchsschwanz, Gemeinem Windhalm und Einjährigem Rispengras effektiv zu bekämpfen.

Durch die Kombination von Clomazone und Metazachlor bietet Bengala eine hervorragende Dauerwirkung über den Boden. Es bildet einen stabilen Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche, der auflaufende Schaderreger bereits im Keimblattstadium erfasst. Dies sichert die Jugendentwicklung des Rapses und verhindert eine frühe Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe.

Die Formulierung ist optimal auf die Anforderungen im Vorauflauf oder frühen Nachauflauf abgestimmt. Sie sorgt für eine gleichmäßige Verteilung der Wirkstoffe auf dem Boden und minimiert das Risiko von Abdriftschäden auf Nachbarkulturen, was Bengala zu einem verlässlichen Baustein im herbstlichen Unkrautmanagement macht.

Wirkstoffe

Clomazone
33 g/L · Wirkstoff
Metazachlor
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die Wirkung von Bengala basiert auf zwei unterschiedlichen biochemischen Mechanismen. Der Wirkstoff Clomazone gehört zur HRAC-Gruppe 13 und greift in die Biosynthese der Carotinoide ein. Durch die Hemmung des Enzyms DOXP-Synthase wird die Bildung von Chlorophyll und schützenden Pigmenten blockiert, was bei empfindlichen Schaderregern zu einer charakteristischen Aufhellung (Bleaching) und dem anschließenden Absterben führt. Metazachlor wird der HRAC-Gruppe 15 zugeordnet. Dieser Wirkstoff hemmt die Synthese sehr langkettiger Fettsäuren (VLCFA), was die Zellteilung und das Streckungswachstum im Keimling unterbindet. Da beide Wirkstoffe hauptsächlich über die Wurzeln und die Hypokotyl- bzw. Koleoptilenregion der keimenden Unkräuter und -gräser aufgenommen werden, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit für eine optimale Aktivierung und Verteilung im Bodenprofil entscheidend.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung bei wichtigen Schaderregern wie dem Acker-Fuchsschwanz oder dem Gemeinen Windhalm wirksam vorzubeugen, solltest du Bengala stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept einbinden. Da das Pflanzenschutzmittel zwei unterschiedliche Wirkmechanismen (HRAC 13 und 15) kombiniert, ist das inhärente Resistenzrisiko bereits reduziert. Dennoch empfiehlt es sich, in der Fruchtfolge Wirkstoffe aus anderen HRAC-Klassen im Nachauflauf abzuwechseln und mechanische Maßnahmen zur Unkrautregulierung zu integrieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bengala zeigt sich in der Praxis als gut mischbar mit gängigen Vorauflauf-Partnern sowie flüssigen Stickstoffdüngern (AHL), sofern die Anwendungshinweise beachtet werden. Bei geplanten Tankmischungen solltest du stets die physikalische Kompatibilität vorab in einem kleinen Gefäß testen und die Spritze zuerst mit Wasser befüllen, bevor du die einzelnen Komponenten zugibst. Achte darauf, dass die Anwendung auf gut abgesetzten, feinkrümeligen Saatbetten ohne grobe Kluten oder organische Reste erfolgt, da diese die Wirkstoffverteilung im Boden beeinträchtigen können.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Bengala ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung und beim Ansetzen der Spritzbrühe, unerlässlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsdokument angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung generell nicht in blühende Bestände oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind; weiche vorzugsweise auf die Abendstunden aus. Um Einträge in Oberflächengewässer und empfindliche Saumbiotope zu vermeiden, sind die allgemeinen Abdriftminderungsauflagen und Gewässerabstände strikt einzuhalten, insbesondere bei Hangneigungen oder drainierten Flächen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterrapsAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm3 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Bengala im Winterraps?

Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im frühen Vorauflauf der Kultur, idealerweise bis maximal drei Tage nach der Saat. Zu diesem Zeitpunkt ist der Boden meist noch ausreichend feucht, was die Aktivierung und gleichmäßige Verteilung des Herbizidfilms an der Bodenoberfläche begünstigt, bevor die Schaderreger auflaufen.

Welchen Einfluss hat die Bodenfeuchtigkeit auf die Wirkung von Bengala?

Da sowohl Clomazone als auch Metazachlor hauptsächlich über den Boden und die Wurzeln der keimenden Unkräuter aufgenommen werden, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit entscheidend für den Bekämpfungserfolg. Auf sehr trockenen Böden kann die Wirkung verzögert einsetzen; hier empfiehlt es sich, auf anstehende Niederschläge zu warten oder das Pflanzenschutzmittel unmittelbar nach der Saat auf den noch feuchten Boden auszubringen.

Kannst du Bengala auch auf drainierten Flächen oder sandigen Böden einsetzen?

Ja, allerdings solltest du auf sandigen, sehr leichten oder humusarmen Böden vorsichtig sein, da hier ein erhöhtes Risiko für eine Einwaschung der Wirkstoffe in die Wurzelzone des Rapses besteht, was zu vorübergehenden Aufhellungen führen kann. Beachte zudem die spezifischen regionalen Anwendungsbestimmungen und Gewässerauflagen für Metazachlor auf drainierten Flächen, um Einträge ins Grundwasser zu vermeiden.

Wie verhältst du dich, wenn nach der Behandlung typische Aufhellungen (Bleaching) am Raps auftreten?

Leichte, punktuelle Aufhellungen an den Keim- oder ersten Laubblättern des Rapses sind meist auf den Wirkstoff Clomazone zurückzuführen, besonders nach starken Regenfällen kurz nach der Anwendung. Diese Symptome sind in der Regel rein kosmetischer Natur; die Kultur wächst sich schnell wieder aus, und es kommt zu keinen negativen Auswirkungen auf den Ertrag oder die Winterhärte.

Was musst du bei der Fruchtfolge beachten, wenn eine Rapsfläche vorzeitig umgebrochen werden muss?

Sollte ein vorzeitiger Umbruch der Rapsfläche im Herbst oder Winter notwendig sein, ist aufgrund der Bodenpersistenz von Clomazone und Metazachlor eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen auf mindestens 15–20 cm) zwingend erforderlich, bevor du Nachfolgekulturen wie Wintergetreide einsäst. Informiere dich im Zweifel über die spezifischen Nachbauvorschriften in der Gebrauchsanleitung, um Schäden an der Folgekultur zu vermeiden.