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BONAFIDE

BVL Zul.-Nr. 00A326-00

BONAFIDE ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung ertragsrelevanter Pilzkrankheiten im Rapsanbau. Mit dem bewährten Wirkstoff Boscalid (500 g/kg), formuliert als wasserdispergierbares Granulat (WG), bietet dieses Fungizid einen verlässlichen Schutz gegen ein breites Spektrum an Schaderregern. Es ist speziell für den Einsatz in Raps (Brassica napus) registriert und unterstützt Landwirte dabei, die Vitalität und das Ertragspotenzial ihrer Kulturen abzusichern.

Das Wirkungsspektrum umfasst die bedeutendsten pilzlichen Schaderreger im Raps, darunter die Weißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum), die Rapsschwärze (Alternaria brassicae) sowie die Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans). Durch seine systemischen Eigenschaften verteilt sich der Wirkstoff optimal in der Kultur und schützt sowohl bereits behandelte Pflanzenteile als auch den Neuzuwachs effektiv vor einer Infektion.

Wirkstoffe

Boscalid
500 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in BONAFIDE enthaltene Wirkstoff Boscalid gehört zur chemischen Gruppe der Carboxamide (SDHI) und ist im FRAC-Code unter der Gruppe 7 klassifiziert. Die Wirkung basiert auf der gezielten Hemmung des Enzyms Succinat-Dehydrogenase (Komplex II) in der mitochondrialen Atmungskette der Pilzzellen. Durch diese Blockade wird der Energiestoffwechsel der Schaderreger unterbrochen, was zu einem raschen Wachstumsstopp führt. Boscalid wirkt sowohl protektiv als auch kurativ. Es hemmt die Sporenkeimung, das Keimschlauchwachstum sowie die Myzelbildung der Zielpathogene. Dank der ausgeprägten translaminaren und systemischen Verteilung in der Kultur wird ein langanhaltender Schutzfilm aufgebaut, der auch unter wechselnden Witterungsbedingungen stabil bleibt.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung gegen Wirkstoffe aus der Gruppe der SDHI (FRAC-Gruppe 7) zu minimieren, sollte BONAFIDE stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Es wird dringend empfohlen, die Anzahl der Anwendungen pro Saison zu begrenzen und BONAFIDE im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen, wie beispielsweise Azolen (FRAC-Gruppe 3), einzusetzen. Ein konsequenter Wirkstoffwechsel sichert die langfristige Wirksamkeit dieses wichtigen Werkzeugs im Rapsanbau.

Mischbarkeit & Tankmischung

BONAFIDE zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit gängigen Pflanzenschutzmitteln aus, die im Rapsanbau zeitgleich Anwendung finden, wie etwa Insektiziden oder Wachstumsregulatoren. Bei der Herstellung von Tankmischungen ist das Granulat stets als erste Komponente im wassergefüllten Spritztank vollständig aufzulösen, bevor weitere Partner hinzugefügt werden. Eine ausreichende Wasseraufwandmenge von mindestens 200 bis 400 l/ha sichert eine homogene Benetzung der Kultur. Vor großflächigen Anwendungen wird ein Kleinflaschentest zur Verträglichkeit empfohlen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit BONAFIDE ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen, zu tragen. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen sind die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern strikt einzuhalten. Der Wirkstoff Boscalid ist in der Regel als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte die Anwendung zur Schonung von Bestäubern außerhalb des aktiven Bienenflugs in den Abendstunden erfolgen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
RapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)14–750.5 KILOGRAM_PER_HECTARE
RapsAlternaria brassicae65–750.5 KILOGRAM_PER_HECTARE
RapsSclerotinia sclerotiorum63–650.5 KILOGRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit BONAFIDE gegen Weißstängeligkeit (Sclerotinia)?

Der beste Behandlungszeitraum gegen Sclerotinia sclerotiorum liegt in der Vollblüte des Rapses (BBCH 63 bis 65). Zu diesem Zeitpunkt fallen die ersten Blütenblätter ab und bleiben in den Blattachseln hängen, was dem Pilz als Nährboden dient. Eine protektive Spritzung in dieser Phase schützt die Kultur optimal.

Warum erstreckt sich das zugelassene BBCH-Stadium von BONAFIDE von BBCH 14 bis BBCH 75?

Diese breite Zulassung ermöglicht eine flexible Anpassung an das Infektionsgeschehen. Während frühe Anwendungen ab dem 4-Blatt-Stadium (BBCH 14) vor allem auf die Bekämpfung der Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans) im Herbst oder zeitigen Frühjahr abzielen, dienen spätere Behandlungen bis zur Schotenentwicklung (BBCH 75) dem Schutz vor Rapsschwärze und Sclerotinia.

Wie schnell ist BONAFIDE nach der Anwendung regenfest?

Aufgrund der schnellen Wirkstoffaufnahme und der guten Haftung auf der Wachsschicht der Rapsblätter ist BONAFIDE bereits etwa ein bis zwei Stunden nach dem Antrocknen des Spritzbelags regenfest. Einsetzender Niederschlag nach dieser Zeit beeinträchtigt die fungizide Wirkung nicht mehr.

Welche Temperaturen sind für eine optimale Wirkung von BONAFIDE erforderlich?

BONAFIDE wirkt weitgehend temperaturunabhängig und zeigt bereits bei kühleren Frühjahrstemperaturen ab ca. 8 bis 10 °C eine sichere Wirkung. Dies macht das Produkt besonders flexibel für frühe Behandlungen gegen Leptosphaeria maculans. Extreme Hitzeperioden über 25 °C sollten bei der Applikation jedoch vermieden werden, um Abdriften und Verdunstung zu minimieren.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Rapsschwärze?

Nutzen Sie hierzu die Such- und Filterfunktion in unserem Hub. Wählen Sie die Kultur „Raps“ und filtern Sie gezielt nach dem Schaderreger „Alternaria brassicae“ (Rapsschwärze). Das System listet Ihnen alle in Deutschland registrierten Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer Wirkstoffe und Anwendungsbestimmungen auf.

Besteht bei der alleinigen Anwendung von Boscalid ein erhöhtes Resistenzrisiko?

Da Boscalid als SDHI-Fungizid (FRAC-Gruppe 7) ein mittleres bis hohes Resistenzrisiko aufweist, sollte es pro Saison maximal einmal (oder gemäß den spezifischen BVL-Vorgaben) eingesetzt werden. Um Resistenzen vorzubeugen, empfiehlt sich die Kombination oder der Blockwechsel mit Wirkstoffen anderer Wirkungsklassen, wie z. B. Triazolen.