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Sonstige · Life Scientific Limited

BOSCALID 500 WG

BVL Zul.-Nr. 00A479-00

BOSCALID 500 WG ist ein hochwirksames Fungizid in Form eines wasserdispergierbaren Granulats (WG), das speziell für den Schutz von Raps (Winterraps) gegen ertragsrelevante Pilzkrankheiten entwickelt wurde. Als Spezialist im Segment der Blütenbehandlung bietet dieses Pflanzenschutzmittel einen zuverlässigen Schutzschild gegen wirtschaftlich bedeutende Schaderreger. Die Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Löslichkeit und einfache Handhabung bei der Spritzbrühenbereitung aus.

Das Wirkungsspektrum umfasst die wichtigsten pilzlichen Schaderreger im Rapsanbau. Hierzu zählen insbesondere die Weißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum), die Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans) sowie die Rapsschwärze (Alternaria brassicae). Durch den gezielten Einsatz sichert das Produkt die Vitalität der Kultur und schützt das Ertragspotenzial sowie die Ölqualität vor der Ernte.

Wirkstoffe

Boscalid
500 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Boscalid gehört zur chemischen Gruppe der Carboxamide (SDHI) und ist im FRAC-Code unter der Gruppe 7 klassifiziert. Die biochemische Wirkung beruht auf der Hemmung des Enzyms Succinat-Dehydrogenase (Komplex II) in der mitochondrialen Atmungskette der Pilzzellen. Durch diese Blockade wird der Citratzyklus unterbrochen, was die Energieversorgung (ATP-Synthese) des Schaderregers stoppt und letztlich zu dessen Absterben führt. Boscalid wirkt vorwiegend protektiv und translaminar. Nach der Anwendung dringt der Wirkstoff in das Blattgewebe ein und verteilt sich akropetal, also mit dem Saftstrom nach oben hin zu den Blattspitzen. Dies gewährleistet, dass auch neu zuwachsende Pflanzenteile geschützt werden und eine Keimung sowie das Eindringen der Pilzsporen in das Gewebe der Kultur effektiv verhindert werden.

Resistenzmanagement

Da Boscalid als SDHI-Fungizid (FRAC-Gruppe 7) ein spezifisches Ein-Ort-Wirkungsprofil aufweist, besteht ein inhärentes Risiko für die Entstehung von Resistenzen bei den Zielpathogenen. Um die langfristige Wirksamkeit zu sichern, solltest du dieses Pflanzenschutzmittel stets im Rahmen einer vorausschauenden Antiresistenzstrategie einsetzen. Dies bedeutet, dass Anwendungen im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen (wie z. B. Triazolen aus der FRAC-Gruppe 3) erfolgen sollten. Zudem ist die Einhaltung der empfohlenen Aufwandmengen und die Begrenzung der maximalen Anzahl an Behandlungen pro Saison entscheidend.

Mischbarkeit & Tankmischung

BOSCALID 500 WG weist eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln sowie Blattdüngern auf, die im Rapsanbau üblich sind. Bei geplanten Tankmischungen empfiehlt es sich jedoch, vorab eine kleine Probemischung (Kübeltest) durchzuführen, um die physikalische Verträglichkeit zu prüfen. Achte darauf, das Granulat im Tank vollständig aufzulösen, bevor du weitere Mischungspartner oder Additive hinzugibst. Die Anwendung sollte bei stabilen Witterungsbedingungen und ausreichender Wasseraufwandmenge erfolgen, um eine homogene Benetzung der Kultur zu gewährleisten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit BOSCALID 500 WG ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, bei der Spritzbrühenbereitung und Ausbringung obligatorisch. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen sind Abdriften auf angrenzende Flächen unbedingt zu vermeiden. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsdokument vorgegeben ist, solltest du aus Gründen des vorsorgenden Umweltschutzes Behandlungen nicht in aktiv von Bienen beflogenen Beständen durchführen. Verlege die Anwendung vorzugsweise in die späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist, um bestäubende Insekten maximal zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterrapsWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)57–690.5 KILOGRAM_PER_HECTARE
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)0–590.5 KILOGRAM_PER_HECTARE
WinterrapsAlternaria brassicae65–750.5 KILOGRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Weißstängeligkeit (Sclerotinia)?

Der beste Behandlungszeitraum liegt meist in der Vollblüte (BBCH 65), wenn die ersten Blütenblätter abfallen. Die Sporen von Sclerotinia nutzen diese abgeworfenen Blütenblätter in den Blattachseln als Nährboden, um in den Stängel einzudringen. Eine protektive Spritzung genau in dieser Phase schützt deine Kultur am effektivsten.

Kann ich BOSCALID 500 WG auch bei kühlen Temperaturen im Frühjahr einsetzen?

Ja, der Wirkstoff Boscalid arbeitet weitgehend temperaturunabhängig. Du kannst das Pflanzenschutzmittel daher auch schon bei kühleren Frühjahrstemperaturen einsetzen, beispielsweise wenn eine frühe Infektion mit Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria) unterbunden werden soll. Wichtig ist nur, dass die Kultur trocken ist und kein Frost herrscht.

Wie verhält sich das Mittel bei Regen kurz nach der Anwendung?

Sobald der Spritzbelag auf den Blättern und Blüten angetrocknet ist (in der Regel nach etwa 1 bis 2 Stunden), ist BOSCALID 500 WG hervorragend regenfest. Der Wirkstoff dringt rasch in die Wachsschicht ein, sodass ein späterer Regenschauer die Schutzwirkung nicht mehr nennenswert beeinträchtigt.

Warum ist die Blütenbehandlung im Raps so entscheidend für den Ertrag?

Während der Blüte entscheidet sich oft die Gesundheit des gesamten Stängels. Infektionen mit Sclerotinia führen zur Notreife und zum Abknicken der Pflanzen, was massive Ernteverluste verursacht. Mit einer gezielten Blütenbehandlung schützt du die Leitungsbahnen der Kultur und sicherst die ungestörte Nährstoffeinlagerung in die Schoten.

Wie kann ich im Farmable-Hub passende Mischungspartner für BOSCALID 500 WG finden?

Du kannst im Hub gezielt nach registrierten Pflanzenschutzmitteln für Raps suchen und diese nach Wirkstoffklassen filtern. Um Resistenzen vorzubeugen, solltest du nach Partnern suchen, die nicht der FRAC-Gruppe 7 (SDHI) angehören, wie etwa Triazole (FRAC 3), um eine ausgewogene Tankmischung zu erstellen.

Welche Rolle spielt die Wasseraufwandmenge bei der Applikation dieses Granulats?

Da es sich um ein wasserdispergierbares Granulat handelt, ist eine ausreichende Wassermenge (üblicherweise 200 bis 400 l/ha) wichtig, um eine vollständige Auflösung und eine lückenlose Benetzung des dichten Rapsbestandes zu garantieren. Nur so erreicht der Wirkstoff auch die tiefer liegenden Blattachseln und Stängelabschnitte.