Brando
Brando ist ein hochwirksames Bodenherbizid zur Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern im Winterraps. Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, kombiniert dieses Pflanzenschutzmittel zwei bewährte Wirkstoffe, um einen sauberen Start der Kultur im Herbst zu gewährleisten. Es besetzt eine wichtige Position im Segment der Vorauflauf- und frühen Nachauflauf-Herbizide.
Das Wirkungsspektrum von Brando umfasst wirtschaftlich bedeutende Schaderreger wie Kletten-Labkraut, Geruchlose Kamille, Klatsch-Mohn sowie wichtige Ungräser wie den Gemeinen Windhalm und das Einjährige Rispengras. Durch die Kombination zweier komplementärer Wirkungsmechanismen bietet das Produkt eine breite und zuverlässige Dauerwirkung über den Boden, die auch auflaufende Unkrautwellen effektiv unterdrückt.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die hervorragende Herbizidleistung von Brando basiert auf dem Zusammenspiel von Napropamid und Quinmerac. Napropamid gehört zur HRAC-Gruppe 15 (ehemals K3) und wirkt als Hemmstoff der Synthese sehr langkettiger Fettsäuren (VLCFA). Der Wirkstoff wird hauptsächlich über die Wurzeln und Keimscheiden der keimenden Unkräuter aufgenommen und verhindert deren Zellteilung und Streckungswachstum, noch bevor sie die Bodenoberfläche durchbrechen. Quinmerac hingegen wird der HRAC-Gruppe 4 (ehemals O) zugeordnet und fungiert als synthetisches Auxin. Es stört das hormonelle Gleichgewicht der empfindlichen Unkräuter, was zu unkontrolliertem Wachstum, Verkrümmungen und schließlich zum Absterben führt. Besonders bei der Bekämpfung von Kletten-Labkraut und Ehrenpreis-Arten zeigt Quinmerac seine Stärken, indem es sowohl über die Wurzeln als auch über die Blätter aufgenommen wird.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen wirksam vorzubeugen, kombiniert Brando bereits werkseitig zwei unterschiedliche HRAC-Wirkstoffklassen (Gruppe 15 und Gruppe 4). Dennoch sollte dieses Pflanzenschutzmittel im Rahmen eines integrierten Unkrautmanagements eingesetzt werden. Dies beinhaltet den Fruchtfolgewechsel mit Sommerungen, mechanische Unkrautbekämpfungsmaßnahmen sowie den gezielten Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (wie z. B. HRAC-Gruppe 3 oder 13) in den Folgekulturen, um den Selektionsdruck auf einzelne Wirkmechanismen nachhaltig zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
Brando zeichnet sich durch eine gute physikalische Mischbarkeit mit gängigen Vorauflauf- und frühen Nachauflauf-Herbiziden sowie Graminiziden aus. Bei Tankmischungen ist stets auf eine ausreichende Wassermenge (mindestens 200 bis 400 l/ha) zu achten, um eine gleichmäßige Benetzung des Bodens zu garantieren. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, kann jedoch unter extrem trockenen Bedingungen zur Optimierung der Bodenhaftung erwogen werden. Vor der großflächigen Anwendung wird ein einfacher Mischungstest in einem kleinen Gefäß empfohlen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Brando ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen bei der Handhabung des Konzentrats, obligatorisch. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der angrenzenden terrestrischen Flora und Fauna sind die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen und der Einsatz abdriftmindernder Düsen strikt einzuhalten. Das Produkt ist bezüglich des Schutzes von Bienen und anderen Bestäubern als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zur Schonung der Nützlinge nicht in blühende Bestände appliziert werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterraps | Klatsch-Mohn | 10–14 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | 10–14 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Kletten-Labkraut, Klatsch-Mohn, Persischer Ehrenpreis | 10–14 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Kletten-Labkraut, Einjähriges Rispengras | 0–8 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Klatsch-Mohn, Persischer Ehrenpreis, Geruchlose Kamille | 0–8 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Welchen Einfluss hat die Bodenfeuchtigkeit auf die Wirksamkeit von Brando?
Da Brando ein Bodenherbizid mit den Wirkstoffen Napropamid und Quinmerac ist, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Anwendung oder kurz danach entscheidend. Feuchtigkeit aktiviert die Wirkstoffe im Boden und ermöglicht deren Aufnahme über die Wurzeln der keimenden Unkräuter. Bei extremer Trockenheit kann sich der Wirkungseintritt verzögern.
Warum ist die Anwendung im frühen BBCH-Stadium (bis BBCH 14) so wichtig?
Die Wirkstoffe müssen von den keimenden oder sehr jungen Unkräutern aufgenommen werden. Sobald die Unkräuter das Keimblattstadium überschritten haben, sinkt die herbizide Wirkung drastisch. Eine Applikation im Vorauflauf bis zum frühen Nachauflauf (BBCH 00 bis 14) stellt sicher, dass die Schaderreger im empfindlichsten Entwicklungsstadium erfasst werden.
Wie wirkt sich die Bodenbeschaffenheit auf die Dosierung von Brando aus?
Auf schweren, tonreichen oder humusreichen Böden wird ein Teil der Wirkstoffe adsorbiert (gebunden). Daher sollte auf diesen Standorten die höhere zugelassene Aufwandmenge gewählt werden. Auf leichten, sandigen Böden reicht meist die niedrigere Aufwandmenge aus, um eine hervorragende Wirkung ohne Kulturunverträglichkeiten zu erzielen.
Kann Brando auch auf Flächen mit Mulchsaat angewendet werden?
Ja, eine Anwendung im Mulchsaatverfahren ist möglich. Allerdings sollte die Bodenoberfläche möglichst frei von groben Ernterückständen und Strohmatten sein, damit der Spritzfilm den Boden direkt erreicht. Große Mengen an organischem Material an der Oberfläche können die Bodenwirkung von Napropamid reduzieren.
Was muss beim Nachbau von Kulturen nach dem Einsatz von Brando beachtet werden?
Aufgrund der langen Bodenhaftung und Dauerwirkung von Napropamid ist bei normalem Kulturverlauf im folgenden Frühjahr der Anbau von zweikeimblättrigen Kulturen in der Regel unproblematisch. Sollte es jedoch zu einem vorzeitigen Umbruch des Winterrapses kommen, ist eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) zwingend erforderlich, bevor empfindliche Nachfolgekulturen wie Getreide oder Rüben eingesät werden.
Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für Winterraps?
Nutzen Sie die Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech, wählen Sie die Kultur 'Winterraps' (oder den EPPO-Code BRSNW) und filtern Sie nach der gewünschten Schaderreger-Kategorie (z. B. Unkräuter), um eine vollständige Liste aller in Deutschland registrierten Alternativen und Kombinationspartner anzuzeigen.