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OTHER · ADAMA Deutschland GmbH

Brevis

BVL Zul.-Nr. 007972-00

Brevis ist ein innovatives Pflanzenschutzmittel zur gezielten chemischen Fruchtausdünnung im Kernobstbau, speziell entwickelt für die Kulturen Apfel und Birne. Als wasserlösliches Granulat (SG) formuliert, bietet das Produkt Erwerbsobstbauern ein hochwirksames Werkzeug, um die Fruchtgröße zu optimieren, die Fruchtqualität zu steigern und der gefürchteten Alternanz wirksam vorzubeugen. Durch die präzise Steuerung des Fruchtbehangs wird eine homogene Ausreifung der Früchte gefördert.

Das Produkt hat sich als Standard im modernen Kulturmanagement etabliert, da es im Vergleich zu klassischen Phytohormonen temperaturunabhängiger agiert und eine hervorragende Planbarkeit bietet. Es unterstützt den Betrieb dabei, den händischen Ausdünnungsaufwand signifikant zu reduzieren und gleichzeitig den Anteil an Premiumware zu maximieren.

Wirkstoffe

Metamitron
150 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Brevis enthaltene Wirkstoff Metamitron gehört zur chemischen Gruppe der Triazinone und greift direkt in den Photosyntheseapparat der Kultur ein. Er wirkt als Inhibitor des Photosystems II (HRAC-Gruppe 5), indem er den Elektronentransport in den Chloroplasten der Blätter vorübergehend blockiert. Diese kurzzeitige Reduktion der Photosyntheseleistung führt zu einem gezielten, temporären Kohlenhydratmangel im Baum. Da die am schlechtesten versorgten, meist jüngeren und seitlichen Früchte in dieser Phase nicht ausreichend mit Energie versorgt werden können, wirft die Kultur diese bevorzugt ab. Die dominante Zentralfrucht hingegen übersteht diese Hungerphase schadlos. Dieser physiologische Selektionsprozess imitiert den natürlichen Fruchtfall des Baumes, führt jedoch zu einem deutlich gleichmäßigeren und kontrollierteren Ausdünnungseffekt.

Resistenzmanagement

Da Brevis als physiologischer Wachstumsregulator zur Fruchtausdünnung und nicht zur Bekämpfung von Schaderregern wie Pilzen oder Insekten eingesetzt wird, besteht kein direktes Risiko einer Resistenzbildung im klassischen Sinne. Das Anwendungsmanagement konzentriert sich hierbei auf die Vermeidung von physiologischem Stress für die Kultur. Um Überverdünnungen oder unerwünschte Blattschäden zu verhindern, muss die Anwendung präzise auf die Vitalität der Bäume, die Sortenempfindlichkeit und die vorherrschenden Strahlungsverhältnisse abgestimmt werden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bei der Anwendung von Brevis wird dringend empfohlen, das Pflanzenschutzmittel solo auszubringen. Da die Wirkung auf einer temporären Hemmung der Photosynthese beruht, können Mischungen mit Netzmitteln, Blattdüngern oder anderen Wachstumsregulatoren die Wirkstoffaufnahme unvorhersehbar beschleunigen und zu schweren Blattschäden oder einer Überausdünnung führen. Zudem sollte auf eine ausreichende Wasserqualität und eine Wassertemperatur von über 10 °C geachtet werden, um eine vollständige und klumpenfreie Auflösung des Granulats im Tank zu gewährleisten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Brevis ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), bestehend aus Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Schutzbrille beim Ansetzen der Spritzbrühe und der Ausbringung, konsequent zu tragen. Zum Schutz von Gewässerorganismen sind die in der Zulassung festgelegten Abdriftminderungsklassen und Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern strikt einzuhalten. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte direkter Kontakt mit blühenden Kulturen während des aktiven Bienenflugs vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ApfelFruchtausdünnung69–722.2 KILOGRAM_PER_HECTARE60T
BirneFruchtausdünnung69–722.2 KILOGRAM_PER_HECTARE60T

Häufige Fragen

Welchen Einfluss hat das Wetter auf die Ausdünnungswirkung von Brevis?

Die Wirkung von Brevis hängt stark von der Globalstrahlung und den Temperaturen ab. Hohe Temperaturen und bedeckter Himmel (geringe Strahlung) verstärken das Kohlenhydratdefizit im Baum und führen zu einer stärkeren Ausdünnung. Bei kühlem, sonnigem Wetter ist der Effekt hingegen deutlich schwächer.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung innerhalb des BBCH-Fensters?

Obwohl die Zulassung das BBCH-Stadium 69 bis 72 umfasst, liegt das optimale Anwendungsfenster meist bei einer Fruchtgröße der Zentralfrucht von 8 bis 14 mm (BBCH 71). In dieser Phase reagieren die Seitenfrüchte am empfindlichsten auf den induzierten Kohlenhydratmangel.

Warum ist die Nutzung von Entscheidungsunterstützungssystemen (DSS) bei Brevis ratsam?

Da die Wirkung von Metamitron stark von der Photosyntheserate der Vortage und der Folgetage abhängt, berechnen computergestützte Modelle anhand von Wetterdaten und Globalstrahlungsprognosen die optimale Aufwandmenge. Dies minimiert das Risiko von Über- oder Unterausdünnungen erheblich.

Darf Brevis auch in jungen Obstanalagen angewendet werden?

Bei sehr jungen Kulturen im ersten oder zweiten Standjahr sollte von einer Anwendung abgesehen oder die Aufwandmenge drastisch reduziert werden. Junge Bäume besitzen noch keine ausreichenden Kohlenhydratreserven und reagieren extrem empfindlich auf Photosynthesehemmer, was zu Wachstumsstockungen führen kann.

Wie verhält es sich mit der Wartezeit bis zur Ernte?

Die gesetzlich vorgeschriebene Wartezeit (PHI) für Brevis in den Kulturen Apfel und Birne beträgt 60 Tage. Dieser Zeitraum ist zwingend einzuhalten, um sicherzustellen, dass eventuelle Wirkstoffrückstände in den Früchten bis zur Ernte vollständig unter die gesetzlichen Grenzwerte abgebaut sind.

Ist eine Splitting-Behandlung mit Brevis möglich und sinnvoll?

Ja, eine Aufteilung der Aufwandmenge auf zwei Behandlungen im Abstand von 5 bis 10 Tagen innerhalb des zugelassenen BBCH-Fensters ist besonders bei ungleichmäßigem Fruchtansatz oder wechselhafter Witterung sinnvoll. Dies ermöglicht eine flexiblere und sicherere Steuerung des Ausdünnungsprozesses.