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OTHER · BASF SE

Brivela

BVL Zul.-Nr. 00A343-00

Brivela von BASF ist ein hochwirksames, modernes Fungizid, das speziell für den Schutz von Winterweichweizen (TRZAW) gegen ertragsrelevante Blattkrankheiten entwickelt wurde. Als flüssige Formulierung kombiniert das Pflanzenschutzmittel zwei komplementäre Wirkstoffklassen, um einen langanhaltenden und zuverlässigen Schutz der oberen Blattetagen zu gewährleisten. Es sichert das Ertragspotenzial der Kultur auch in Phasen mit hohem Infektionsdruck effektiv ab.

Das Wirkspektrum von Brivela konzentriert sich auf die bedeutendsten pilzlichen Schaderreger im Weizenanbau. Hierzu zählen insbesondere die Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) sowie der Braunrost (Puccinia recondita). Durch seine systemischen Eigenschaften verteilt sich das Mittel optimal in der Kultur und schützt auch den Neuzuwachs zuverlässig vor einer Infektion.

Dank der flexiblen Anwendungsmöglichkeit in den entscheidenden BBCH-Stadien des Schossens bis zum Erscheinen der ersten Grannen (BBCH 30–49) lässt sich Brivela hervorragend in bestehende Pflanzenschutzstrategien integrieren. Es bildet ein starkes Fundament für gesunde Bestände, eine ungestörte Ertragsbildung und eine hohe Kornqualität.

Wirkstoffe

Difenoconazol
50 g/L · Wirkstoff
Fluxapyroxad
75 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die herausragende Wirkung von Brivela basiert auf dem synergetischen Zusammenspiel zweier hochentwickelter Wirkstoffe mit unterschiedlichen Angriffspunkten. Fluxapyroxad gehört zur Gruppe der SDHI (Succinat-Dehydrogenase-Inhibitoren, FRAC-Gruppe 7). Es blockiert die Zellatmung der Pilze im Komplex II der Atmungskette, wodurch die Sporenkeimung, das Keimschlauchwachstum und die Myzelbildung der Schaderreger unterbunden werden. Ergänzt wird dieser Schutz durch Difenoconazol, einen bewährten Vertreter der Triazole (DMI-Fungizide, FRAC-Gruppe 3). Difenoconazol hemmt die Demethylierung in der Sterol-Biosynthese der Pilzzellmembran. Diese Kombination aus präventiver und kurativer Aktivität sorgt dafür, dass bereits vorhandene, noch unsichtbare Infektionen gestoppt und gleichzeitig Neuinfektionen über einen langen Zeitraum hinweg verhindert werden.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei den Zielpathogenen, insbesondere bei der Septoria-Blattdürre, nachhaltig vorzubeugen, nutzt Brivela bereits werkseitig ein integriertes Antiresistenzmanagement durch die Kombination zweier unterschiedlicher Wirkstoffklassen (FRAC 3 und FRAC 7). Dennoch sollte das Pflanzenschutzmittel pro Saison nur im Rahmen einer gezielten Spritzfolge im Wechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffgruppen (wie z. B. Kontaktfungiziden oder Multisite-Inhibitoren) eingesetzt werden. Ein wiederholter, alleiniger Einsatz von SDHI- oder Triazol-haltigen Produkten in derselben Kultur und Saison ist zu vermeiden, um die Sensitivität der Schaderreger langfristig zu erhalten.

Mischbarkeit & Tankmischung

Brivela zeichnet sich durch eine hervorragende physikalische und biologische Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern aus, die im Weizenanbau üblich sind. Bei der Erstellung von Tankmischungen ist stets auf eine ausreichende Wassermenge (mindestens 150–300 l/ha) und eine kontinuierliche Rührung im Spritztank zu achten. Die Zugabe von zusätzlichen Netzmitteln oder Adjuvantien ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits für eine optimale Benetzung und schnelle Wirkstoffaufnahme optimiert ist. Vor dem Ansetzen größerer Mischungen wird ein einfacher Kübeltest zur Überprüfung der physikalischen Stabilität empfohlen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Brivela sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen (Schutzkleidung, Schutzhandschuhe und Augenschutz) strikt einzuhalten, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Aufgrund der Eigenschaften der Wirkstoffe sind spezifische Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen (Abdriftminderungsklassen) einzuhalten, um aquatische Organismen und Nichtzielorganismen zu schützen. Das Pflanzenschutzmittel ist bei vorschriftsmäßiger Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zum Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubern nicht in blühende Bestände oder auf blühende Unkräuter appliziert werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterweichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–491.5 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenBraunrost (Puccinia recondita)30–491.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Brivela gegen Septoria-Blattdürre?

Der optimale Anwendungszeitpunkt liegt in den BBCH-Stadien 32 bis 39, sobald die ersten Infektionsbedingungen (feucht-warme Witterung) vorliegen und das wichtige Fahnenblatt geschützt werden muss. Eine präventive Applikation vor dem sichtbaren Befall sichert die beste Dauerwirkung.

Kann Brivela auch bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr eingesetzt werden?

Ja, dank des enthaltenen Wirkstoffs Fluxapyroxad zeigt das Produkt auch bei moderat kühlen Temperaturen ab ca. 8–10 °C eine gute Anfangswirkung. Für eine optimale systemische Verteilung des Triazols Difenoconazol sind jedoch wüchsige Bedingungen und Temperaturen über 12 °C von Vorteil.

Wie verhält sich Brivela bei unbeständigem Wetter und drohendem Regen?

Brivela verfügt über eine hervorragende Regenfestigkeit. Bereits kurze Zeit nach dem Antrocknen des Spritzbelags (in der Regel nach ca. 1 bis 2 Stunden) sind die Wirkstoffe so weit in die Wachsschicht des Blattes eingedrungen, dass nachfolgende Niederschläge die Wirksamkeit nicht mehr beeinträchtigen.

Warum ist die Kombination aus SDHI und Triazol in Brivela so wichtig für das Resistenzmanagement?

Da die Septoria-Blattdürre eine hohe Anpassungsfähigkeit besitzt, verringert die Kombination zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen (Atmungsketten-Hemmung und Sterol-Biosynthese-Hemmung) das Risiko einer Selektion resistenter Pilzstämme drastisch, da mutierte Sporen, die gegen eine Gruppe tolerant sind, durch den Partnerwirkstoff erfasst werden.

Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium 49 als spätester Anwendungstermin?

Das BBCH-Stadium 49 (Spitzen der Grannen sichtbar) markiert das Ende des zugelassenen Anwendungsfensters. Eine spätere Behandlung ist aus regulatorischen Gründen und zum Schutz vor unzulässigen Rückständen im Erntegut nicht zulässig. Zudem verlagert sich der Fokus im späteren Verlauf meist auf die gezielte Ährenbehandlung.