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OTHER · BASF SE

Butisan Gold

BVL Zul.-Nr. 006790-00

Butisan Gold ist ein hochwirksames, im Vorauflauf und frühen Nachauflauf eingesetztes Herbizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von einjährigen ein- und zweikeimblättrigen Unkräutern im Winterraps. Als bewährte Suspensionskonzentrat-Formulierung (SC) kombiniert dieses Pflanzenschutzmittel drei komplementäre Wirkstoffe, um Rapsbestände von Anfang an unkrautfrei zu halten und so die Ertragsbildung optimal abzusichern.

Durch die Kombination von Dimethenamid-P, Metazachlor und Quinmerac bietet das Produkt eine herausragende Boden- und Blattwirkung. Es erfasst zuverlässig problematische Unkräuter wie Klettenlabkraut, Taubnessel-Arten, Ehrenpreis-Arten sowie wichtige einjährige Schadgräser wie den Ackerfuchsschwanz und Windhalm-Arten.

Die flexible Anwendung von der Aussaat bis zum frühen Nachauflauf (BBCH-Stadium 00 bis 18) ermöglicht es Landwirten, die Behandlung optimal an die Witterungs- und Bodenverhältnisse anzupassen, um eine maximale Wirkung über den Bodenfilm zu erzielen.

Wirkstoffe

Dimethenamid-P
200 g/L · Wirkstoff
Metazachlor
200 g/L · Wirkstoff
Quinmerac
100 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die hervorragende Herbizidleistung von Butisan Gold basiert auf dem synergistischen Zusammenspiel dreier Wirkstoffe mit unterschiedlichen Angriffspunkten. Metazachlor gehört zur HRAC-Gruppe 15 und hemmt die Synthese sehr langkettiger Fettsäuren (VLCFA), was die Zellteilung und das Streckungswachstum der keimenden Unkräuter blockiert. Dimethenamid-P, ebenfalls ein Vertreter der HRAC-Gruppe 15, verstärkt diese Wirkung insbesondere bei Gräsern und sorgt für eine schnelle Aufnahme über die Keimscheide bzw. die Wurzeln. Ergänzt wird dieses Duo durch Quinmerac (HRAC-Gruppe 4), das als synthetisches Auxin wirkt. Quinmerac induziert die unkontrollierte Bildung von Abscisinsäure und Ethylen in den Pflanzen, was zu typischen Wuchsstoff-Symptomen und dem schnellen Absterben empfindlicher Unkräuter wie dem Klettenlabkraut führt. Die Aufnahme erfolgt sowohl über die Wurzeln als auch über die Blätter, wodurch auch bereits aufgelaufene Schaderreger effektiv erfasst werden.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere bei schwer bekämpfbaren Schadgräsern wie dem Ackerfuchsschwanz, wirksam vorzubeugen, sollte Butisan Gold in ein integriertes Gesamtkonzept integriert werden. Da das Produkt zwei Wirkstoffe aus der HRAC-Gruppe 15 enthält, ist beim Anbau von Folgekulturen in der Fruchtfolge auf einen bewussten Wechsel zu Herbiziden mit anderen Wirkmechanismen zu achten. Zudem empfiehlt sich die Kombination mit mechanischen Maßnahmen und einer weiten Fruchtfolgegestaltung, um den Selektionsdruck auf einzelne Wirkstoffklassen nachhaltig zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Butisan Gold zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit gängigen Graminiziden sowie Insektiziden aus, die im frühen Nachauflauf des Winterrapses eingesetzt werden. Bei Tankmischungen ist stets auf eine ausreichende Wassermenge (mindestens 200 bis 400 l/ha) und eine gleichmäßige Benetzung zu achten. Die Anwendung sollte bevorzugt auf feuchten Böden vor angekündigten Niederschlägen erfolgen, da Bodenfeuchtigkeit die Aktivierung und Verteilung des Herbizidfilms im Boden entscheidend verbessert. Auf extrem leichten oder humosen Böden ist die Verträglichkeit im Vorfeld lokal zu prüfen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit diesem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen bei der Handhabung des Konzentrats, strikt einzuhalten. Aufgrund der Wirkstoffeigenschaften sind spezifische Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Gewässerabstand) und Saumstrukturen einzuhalten, um den Eintrag in aquatische Ökosysteme zu verhindern. Das Produkt ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollten Behandlungen zum Schutz von Bestäubern außerhalb des aktiven Bienenflugs durchgeführt werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–182.5 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–92.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für Butisan Gold im Winterraps?

Der beste Bekämpfungserfolg wird im Vorauflauf (unmittelbar nach der Saat, BBCH-Stadium 00 bis 05) auf feuchtem Saatbett erzielt. Alternativ ist eine Anwendung im frühen Nachauflauf bis zum 8-Blatt-Stadium (BBCH-Stadium 18) möglich, solange die Unkräuter sich noch im Keimblatt- bis frühen Laubblattstadium befinden.

Welche Rolle spielt die Bodenfeuchtigkeit für die Wirkung des Herbizids?

Da Butisan Gold primär über den Boden wirkt, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit entscheidend. Feuchtigkeit sorgt dafür, dass die Wirkstoffe gelöst und von den keimenden Unkräutern über die Wurzeln und Hypokotyle optimal aufgenommen werden können. Bei extremer Trockenheit kann sich die Wirkung verzögern.

Kann Butisan Gold auch auf drainierten Flächen eingesetzt werden?

Bei der Anwendung auf drainierten Flächen sind die spezifischen Anwendungsbestimmungen und behördlichen Auflagen zum Schutz des Grundwassers und von Oberflächengewässern genau zu beachten. In Deutschland gelten für Metazachlor-haltige Produkte strenge Vorgaben bezüglich der maximalen Aufwandmenge innerhalb eines Dreijahreszeitraums auf derselben Fläche.

Wie verhält sich das Produkt bei Starkregen direkt nach der Anwendung?

Bei extremen Niederschlägen kurz nach der Applikation im Vorauflauf besteht auf verschlämmungsgefährdeten Böden das Risiko, dass der Wirkstofffilm in die Keimzone des Rapses eingewaschen wird, was vorübergehende Wachstumshemmungen verursachen kann. Eine gleichmäßige Saatgutablage von mindestens 1,5 bis 2 cm Tiefe mindert dieses Risiko.

Welche Unkräuter werden durch die Dreifach-Kombination besonders gut erfasst?

Die Kombination erfasst ein extrem breites Spektrum. Besonders hervorzuheben ist die exzellente Wirkung gegen Klettenlabkraut (durch Quinmerac), Vogelmiere, Taubnessel, Ehrenpreis sowie einjährige einkeimblättrige Schaderreger wie Windhalm und einjähriges Rispengras.

Was muss beim Nachbau von Kulturen nach einem vorzeitigen Umbruch beachtet werden?

Sollte ein vorzeitiger Umbruch des Rapsbestandes (z. B. durch Auswinterung) notwendig werden, dürfen aufgrund der Bodenherbizid-Rückstände im Frühjahr nur bestimmte Nachfolgekulturen wie Sommerraps, Sommergerste oder Erbsen nach gründlicher, tiefer Bodenbearbeitung (Pflügen) angebaut werden.