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OTHER · CARBO-Kohlensäurewerke

CARBO Kohlensäure

BVL Zul.-Nr. 053892-00

CARBO Kohlensäure ist ein hochreines, gasförmiges Pflanzenschutzmittel auf Basis von Kohlendioxid (999 g/kg), das primär im Vorratsschutz sowie zur Behandlung von leeren Räumen, Silos und Lagergütern eingesetzt wird. Als bewährte Lösung der CARBO-Kohlensäurewerke bietet dieses Produkt eine rückstandsfreie und hochwirksame Methode zur Bekämpfung von Vorratsschädlingen in verschiedenen Phasen der Lagerung und Verarbeitung. Die Formulierung als verflüssigtes Gas ermöglicht eine schnelle und gleichmäßige Verteilung im Behandlungsraum.

Da Kohlendioxid ein natürlicher Bestandteil der Luft ist, eignet sich dieses Pflanzenschutzmittel hervorragend für sensible Bereiche, einschließlich des ökologischen Landbaus und der Verarbeitung rückstandsempfindlicher Kulturen und Erntegüter. Das Wirkungsspektrum umfasst alle relevanten Entwicklungsstadien von Vorratsschädlingen – von Eiern über Larven und Puppen bis hin zu den adulten Schädlingen. Durch die vollständige Verdrängung des Sauerstoffs wird eine lückenlose Bekämpfung auch in tiefen Schichten von Schüttgütern gewährleistet.

Wirkstoffe

Kohlendioxid
999 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die Wirkungsweise von Kohlendioxid ist rein physikalisch-biochemischer Natur und fällt nicht unter die klassischen IRAC-Klassifizierungen für chemische Insektizide. Durch das Fluten des Behandlungsraums mit CO2 wird der lebensnotwendige Sauerstoff (O2) verdrängt. Dies führt bei den Zielorganismen zu akutem Sauerstoffmangel (Anoxie) und gleichzeitig zu einer Übersäuerung des Gewebes (Hyperkapnie). Die Schaderreger reagieren auf die veränderte Atmosphäre zunächst mit dem Schließen ihrer Atemöffnungen (Stigmen), um den Wasserverlust zu minimieren. Bei anhaltend hoher CO2-Konzentration müssen sie diese jedoch wieder öffnen, was zu einer schnellen Dehydrierung und zum Erstickungstod führt. Da dieser Prozess temperaturabhängig ist, erfordert eine niedrigere Temperatur eine längere Einwirkzeit, um alle Stadien, insbesondere die widerstandsfähigen Eistadien, sicher abzutöten.

Resistenzmanagement

Aufgrund des rein physikalischen Wirkungsmechanismus durch Sauerstoffentzug und Hyperkapnie ist eine Resistenzbildung bei Schaderregern gegen Kohlendioxid praktisch ausgeschlossen. CARBO Kohlensäure eignet sich daher hervorragend als Baustein im integrierten Vorratsschutz und als Resistenzbrecher in Betrieben, in denen bereits Resistenzen gegen klassische chemische Begasungsmittel vorliegen. Eine gezielte Rotation mit anderen Wirkstoffklassen ist aus Resistenzgründen nicht erforderlich, jedoch unterstützt die Kombination mit gründlicher mechanischer Reinigung die langfristige Befallsfreiheit der Lagerstätten.

Mischbarkeit & Tankmischung

Als gasförmiges Pflanzenschutzmittel wird CARBO Kohlensäure solo angewendet; klassische Tankmischungen mit flüssigen Pflanzenschutzmitteln oder Additiven sind technisch weder möglich noch vorgesehen. Die Effizienz der Anwendung hängt entscheidend von der Gasdichtigkeit des Behandlungsraums (Silo, Begasungskammer oder unter Folie) ab. Um den gewünschten CO2-Pegel über den notwendigen Zeitraum stabil zu halten, müssen alle Dichtungen, Ventile und Folienübergänge vor der Behandlung sorgfältig überprüft und gegebenenfalls versiegelt werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit CARBO Kohlensäure steht der Anwenderschutz im Vordergrund, da hohe CO2-Konzentrationen in der Luft akut erstickend wirken. Das Betreten behandelter Räume ist strengstens untersagt und darf erst nach gründlicher Belüftung und messtechnischer Freigabe (Sauerstoff- und CO2-Messung) erfolgen; das Tragen von umluftunabhängigem Atemschutz ist bei Arbeiten im Gefahrenbereich zwingend erforderlich. Aus ökotoxikologischer Sicht ist das Mittel äußerst umweltfreundlich, da Kohlendioxid nach der Belüftung rückstandsfrei in die Atmosphäre entweicht und keine schädlichen Einträge in Boden, Grundwasser oder die Tierwelt hinterlässt.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Allgemein0 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Welche Rolle spielt die Raumtemperatur bei der Anwendung von CARBO Kohlensäure?

Die Temperatur hat einen direkten Einfluss auf die Stoffwechselaktivität der Schaderreger und somit auf die Einwirkzeit. Bei warmen Temperaturen (über 20 °C) ist der Sauerstoffbedarf der Insekten hoch, wodurch die Abtötung schneller erfolgt. Bei kühleren Temperaturen (unter 15 °C) verlangsamt sich der Stoffwechsel, weshalb die Behandlungsdauer deutlich verlängert werden muss, um auch die trägen Eistadien sicher zu erfassen.

Wie wird sichergestellt, dass die erforderliche Gaskonzentration im Silo gehalten wird?

Vor der Anwendung muss eine Dichtigkeitsprüfung des Lagers oder Silos durchgeführt werden. Während der gesamten Behandlungsdauer sind regelmäßige Konzentrationsmessungen mittels CO2-Sensoren an verschiedenen Messpunkten (insbesondere am Boden, da CO2 schwerer als Luft ist) unerlässlich, um eventuelle Gasverluste frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls Gas nachzudosieren.

Kann CARBO Kohlensäure auch im ökologischen Landbau eingesetzt werden?

Ja, Kohlendioxid ist für die Behandlung von Erntegütern im ökologischen Landbau zugelassen. Da es sich um ein natürliches Gas handelt, das keine chemischen Rückstände auf dem Erntegut hinterlässt, erfüllt es die strengen Richtlinien der Bio-Anbauverbände und der EU-Öko-Verordnung für den Vorratsschutz.

Welche Schaderregerstadien sind am schwierigsten mit CO2 zu bekämpfen?

Die Eier und Puppen von Vorratsschädlingen weisen den geringsten Stoffwechsel und die dichteste Schutzhülle auf, weshalb sie am widerstandsfähigsten gegenüber Sauerstoffentzug sind. Eine erfolgreiche Behandlung erfordert daher, dass die CO2-Konzentration über mehrere Tage hinweg konstant hoch gehalten wird, damit auch diese Ruhestadien vollständig abgetötet werden.

Wie lange muss ein Lagerraum nach der Behandlung gelüftet werden, bevor er wieder betreten werden darf?

Die Lüftungszeit hängt von der Raumgröße und der Leistungsfähigkeit der Lüftungsanlage ab. Ein sicheres Betreten ist erst gestattet, wenn der CO2-Gehalt der Luft unter den gesetzlichen Grenzwert (MAK-Wert) gesunken ist und der Sauerstoffgehalt wieder normale Werte (ca. 21 Vol.-%) erreicht hat. Dies muss zwingend mit einem kalibrierten Gasmessgerät überprüft werden.