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Sonstige · Arysta LifeScience S.A.S

Carpovirusine

BVL Zul.-Nr. 037135-00

Carpovirusine ist ein hochselektives biologisches Pflanzenschutzmittel zur gezielten Regulierung des Apfelwicklers (Cydia pomonella). Als flüssiges Suspensionskonzentrat formuliert, basiert das Produkt auf dem hochwirksamen mexikanischen Isolat des Apfelwickler-Granulovirus (CpGV). Es wurde speziell für den Einsatz in Kernobst-Kulturen wie Apfel, Birne, Quitte und Nashi-Birne entwickelt, um Ertrag und Fruchtqualität nachhaltig zu sichern.

In der modernen integrierten und biologischen Obstbaupraxis nimmt Carpovirusine eine Schlüsselrolle ein. Dank seiner absoluten Wirtsspezifität schont das Mittel wichtige Nützlinge im Obstgarten vollständig und lässt sich hervorragend in bestehende Pflanzenschutzkonzepte integrieren. Die Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Haftung auf der Fruchtoberfläche und eine optimierte Verteilung aus, was die Wirkstoffaufnahme durch die Schaderreger maximiert.

Durch den Verzicht auf chemisch-synthetische Wirkstoffe leistet Carpovirusine einen wertvollen Beitrag zur Erzeugung rückstandsfreier Früchte. Es ist ein unverzichtbares Werkzeug für Erzeuger, die den Anforderungen des Marktes an umweltschonend produzierte Lebensmittel gerecht werden wollen.

Wirkstoffe

Cydia pomonella Granulovirus mexikanisches Isolat
313 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die Wirkung von Carpovirusine beruht auf dem hochspezifischen Apfelwickler-Granulovirus und erfolgt ausschließlich durch orale Aufnahme (Fraßgift). Sobald die frisch geschlüpfte Larve (Eiraupe) beim Schlupf oder beim ersten Versuch, sich in die Frucht einzubohren, die behandelte Schale oder Eihülle anfrisst, nimmt sie die viralen Einschlusskörperchen (Occlusion Bodies) auf. Im stark alkalischen Milieu des Mitteldarms der Larve löst sich die schützende Proteinhülle des Virus auf und setzt die infektiösen Virionen frei. Diese dringen in die Darmzellen ein, vermehren sich rasant und führen zu einer systemischen Infektion des gesamten Organismus. Die Larve stellt kurz nach der Aufnahme die Fraßtätigkeit ein und stirbt innerhalb weniger Tage ab, wodurch ein Einbohren in die Frucht und der gefürchtete Ernteverlust effektiv verhindert werden.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen gegenüber dem Granulovirus vorzubeugen, solltest du Carpovirusine stets im Rahmen einer integrierten Antiresistenzstrategie einsetzen. Da in einigen europäischen Regionen bereits lokale Resistenzen gegen das klassische mexikanische Isolat beobachtet wurden, ist der Wechsel mit anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. der Verwirrungstechnik oder chemischen Pflanzenschutzmitteln mit unterschiedlichen Wirkmechanismen) dringend zu empfehlen. Nutze zudem regionale Monitoring-Daten und Warndiensthinweise, um die Populationsdynamik des Apfelwicklers genau zu überwachen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Carpovirusine ist mit den meisten gängigen Fungiziden und Blattdüngern im Kernobstbau mischbar. Da das Granulovirus jedoch extrem empfindlich auf extreme pH-Werte reagiert, darfst du das Produkt keinesfalls mit stark alkalischen Mitteln (wie Kupferpräparaten oder Schwefelkalk) mischen. Der pH-Wert der Spritzbrühe sollte idealerweise im neutralen bis leicht sauren Bereich zwischen 5,5 und 7,5 liegen. Um die Stabilität der Viren nicht zu gefährden, sollte die Spritzbrühe nach dem Ansetzen zügig ausgebracht werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Aufgrund seiner biologischen Natur weist Carpovirusine ein hervorragendes Umweltprofil auf. Es schont Bienen sowie andere wichtige Nützlinge wie Raubmilben, Florfliegen und Schlupfwespen vollständig. Dennoch solltest du bei der Ausbringung die allgemeine gute fachliche Praxis einhalten und die Standard-Schutzausrüstung tragen, um den direkten Kontakt mit dem Konzentrat zu vermeiden. Achte darauf, Abdrift in angrenzende Biotope und Gewässer zu minimieren, um die lokale Biodiversität zu bewahren.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
QuitteApfelwickler0.5 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
Nashi-BirneApfelwickler0.5 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
BirneApfelwickler0.5 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
ApfelApfelwickler0.5 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT

Häufige Fragen

Wie bestimmst du den optimalen Behandlungszeitpunkt mit Carpovirusine?

Der optimale Zeitpunkt liegt unmittelbar vor dem Schlupf der ersten Eiraupen der jeweiligen Generation. Nutze zur Ermittlung Pheromonfallen zur Überwachung des Falterflugs sowie die Graddaten-Modelle (Temperatursummen) deines regionalen Warndienstes. Sobald der Hauptschlupf prognostiziert wird, muss der Belag auf den Früchten etabliert sein.

Welchen Einfluss hat starkes Sonnenlicht auf die Wirkung von Carpovirusine?

Granuloviren sind empfindlich gegenüber ultravioletter Strahlung (UV-Licht), die die Viren auf der Blattoberfläche mit der Zeit inaktiviert. Um die Wirkungsdauer zu maximieren, solltest du die Behandlung bevorzugt in den späten Nachmittags- oder Abendstunden oder bei bedecktem Himmel durchführen.

Wie lagerst du Carpovirusine richtig, um die Vitalität der Viren zu erhalten?

Da es sich um ein biologisches Produkt handelt, ist die richtige Lagertemperatur entscheidend. Lagere Carpovirusine idealerweise im Kühlschrank bei ca. 4 °C bis 8 °C für die laufende Saison. Für eine längerfristige Aufbewahrung über den Winter kann das Produkt auch eingefroren werden. Vermeide unbedingt Temperaturen über 20 °C über längere Zeiträume.

Kannst du Carpovirusine in Tankmischungen mit Kupfer oder Schwefel anwenden?

Mischungen mit stark alkalischen Produkten wie Kupfer oder bestimmten Schwefelpräparaten solltest du vermeiden, da ein hoher pH-Wert die schützende Proteinhülle des Virus schädigt. Achte darauf, dass der pH-Wert der Spritzbrühe im Bereich von 5,5 bis 7,5 liegt, um die volle Wirksamkeit zu garantieren.

Wie oft darfst du Carpovirusine pro Saison in deinen Kulturen einsetzen?

Die genaue Anzahl der maximalen Anwendungen ent nimmst du den aktuellen Zulassungsbestimmungen des BVL. Generell wird das Produkt im Rahmen von Spritzfolgen gezielt während der Schlupfwellen der ersten und zweiten Generation des Apfelwicklers eingesetzt, um einen lückenlosen Schutzfilm aufzubauen.

Schädigt Carpovirusine nützliche Insekten oder Raubmilben in der Anlage?

Nein, Carpovirusine wirkt absolut wirtsspezifisch und schädigt ausschließlich die Larven des Apfelwicklers. Wichtige Nützlinge wie Raubmilben, Florfliegen, Schwebfliegen und auch Honig- sowie Wildbienen werden in keiner Weise beeinträchtigt, was den natürlichen biologischen Pflanzenschutz in deiner Kultur aktiv unterstützt.