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OTHER · Koppert B.V.

Cedomon

BVL Zul.-Nr. 005921-00

Cedomon ist ein innovatives, biologisches Pflanzenschutzmittel zur Saatgutbehandlung (Beizmittel) im Getreidebau. Entwickelt von Koppert B.V., basiert dieses flüssige Präparat auf lebenden Bakterien des Stammes Pseudomonas chlororaphis (Stamm MA 342). Es hat sich als feste Größe sowohl im ökologischen Landbau als auch im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes etabliert, um Getreidesaatgut von Beginn an vor ertragsmindernden Schaderregern zu schützen.

Die Formulierung ist speziell für die gleichmäßige Benetzung des Saatguts in professionellen Beizanlagen optimiert. Das Wirkungsspektrum von Cedomon konzentriert sich vor allem auf samenbürtige Pilzkrankheiten in Kulturen wie Gerste, Hafer und Roggen. Dazu gehören wirtschaftlich bedeutende Schaderreger wie die Streifenkrankheit der Gerste (Pyrenophora graminea), Netzflecken (Pyrenophora teres) sowie der Haferflugbrand (Ustilago avenae).

Durch den Verzicht auf synthetisch-chemische Wirkstoffe bietet Cedomon eine umweltschonende Alternative zu klassischen Beizmitteln. Es unterstützt die Etablierung eines vitalen Keimlingsbestands und sichert die Jugendentwicklung der Kulturen unter Beibehaltung der vollen Keimfähigkeit des Saatguts, ohne den Boden oder nützliche Bodenorganismen zu belasten.

Wirkstoffe

Pseudomonas chlororaphis Stamm MA 342
110.4 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die Wirkungsweise von Pseudomonas chlororaphis Stamm MA 342 basiert auf einem komplexen, biologischen Multitarget-Mechanismus, der sich grundlegend von synthetischen Fungiziden unterscheidet. Nach der Anwendung auf dem Saatgut besiedeln die Bakterien die Samenschale und vermehren sich während der Keimung im Bereich der Rhizosphäre. Sie konkurrieren aktiv mit pathogenen Pilzen um Lebensraum und essentielle Nährstoffe, was als Konkurrenzausschluss bezeichnet wird. Darüber hinaus produziert der Bakterienstamm während seines Wachstums natürliche Stoffwechselprodukte (Metaboliten), welche das Myzelwachstum und die Sporenkeimung von Schaderregern direkt hemmen. Ein weiterer entscheidender Aspekt ist die Induktion der systemischen Resistenz (ISR) in der jungen Kultur. Die Pflanze wird dadurch stimuliert, eigene Abwehrmechanismen gegen potenzielle Krankheitserreger zu aktivieren, was zu einer verbesserten Vitalität und Stresstoleranz führt.

Resistenzmanagement

Aufgrund des rein biologischen und vielschichtigen Wirkungsmechanismus (Multi-Site-Wirkung durch Konkurrenz, Metaboliten und induzierte Resistenz) ist das Risiko einer Resistenzentwicklung bei den Zielpathogenen als extrem gering einzustufen. Cedomon eignet sich hervorragend für das Resistenzmanagement in der Fruchtfolge und kann als Baustein in integrierten Systemen eingesetzt werden, um den Selektionsdruck gegenüber einseitig wirkenden, chemisch-synthetischen Fungizidklassen nachhaltig zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Als biologisches Beizmittel, das auf lebenden Mikroorganismen basiert, erfordert Cedomon besondere Aufmerksamkeit bei Mischungen. Eine physikalische und biologische Kompatibilität mit chemischen Beizmitteln oder sauren Mikronährstoffen ist vorab genau zu prüfen, da synthetische Fungizide oder hohe Salzkonzentrationen die Lebensfähigkeit der Bakterien beeinträchtigen können. Die Anwendung sollte idealerweise als Solobehandlung auf modernen Beizanlagen erfolgen. Es wird dringend empfohlen, ausschließlich chlorfreies Wasser für eventuelle Verdünnungen zu verwenden, um die Vitalität der Bakterienkulturen nicht zu gefährden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Cedomon zeichnet sich durch ein äußerst günstiges ökotoxikologisches Profil aus. Da es sich um einen natürlichen Bodenorganismus handelt, besteht beim bestimmungsgemäßen Einsatz keine akute Gefahr für Nichtzielorganismen wie Bienen, Regenwürmer oder aquatische Ökosysteme. Dennoch sind beim Umgang mit dem Beizmittel und dem frisch gebeizten Saatgut die üblichen Arbeitsschutzmaßnahmen einzuhalten. Das Tragen von Schutzhandschuhen und einer Staubmaske (insbesondere beim Absacken oder Befüllen der Sämaschine) wird empfohlen, um das Einatmen von Staubpartikeln und direkten Hautkontakt zu vermeiden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Allgemein0 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie lange ist mit Cedomon behandeltes Saatgut lagerfähig?

Gebeiztes Saatgut sollte idealerweise in der laufenden Saison ausgesät werden. Bei kühler, trockener und frostfreier Lagerung behalten die nützlichen Bakterien auf dem Korn jedoch über mehrere Monate hinweg ihre Lebensfähigkeit und biologische Aktivität, ohne dass die Keimfähigkeit der Kultur beeinträchtigt wird.

Kann Cedomon im ökologischen Landbau in Deutschland eingesetzt werden?

Ja, Cedomon basiert auf einem natürlichen, nicht-gentechnisch veränderten Bakterienstamm und ist für den Einsatz im ökologischen Landbau gemäß der EU-Öko-Verordnung zugelassen. Das Pflanzenschutzmittel ist in der deutschen FiBL-Liste für den ökologischen Landbau gelistet.

Welche Rolle spielt die Bodentemperatur für die Wirksamkeit von Cedomon nach der Aussaat?

Da Pseudomonas chlororaphis ein an kältere Bedingungen angepasster Bodenorganismus ist, ist die Wirksamkeit auch bei niedrigen Bodentemperaturen im zeitigen Frühjahr oder späten Herbst voll gegeben. Die Bakterien aktivieren und vermehren sich synchron mit dem Keimungsprozess des Getreidekorns.

Kann Cedomon mit flüssigen Mikronährstoffen beim Beizprozess kombiniert werden?

Eine direkte Vormischung mit stark konzentrierten Düngemitteln oder sauren Mikronährstofflösungen sollte vermieden werden, da der hohe osmotische Druck oder extreme pH-Werte die lebenden Bakterienzellen schädigen können. Wenn Mikronährstoffe appliziert werden sollen, empfiehlt sich eine getrennte, nacheinander folgende Dosierung im Beizprozess.

Wie unterscheidet sich Cedomon von dem Schwesterprodukt Cerall?

Obwohl beide Produkte auf demselben Bakterienstamm basieren, ist Cedomon speziell für die Anforderungen und das Schaderreger-Spektrum von Gerste, Hafer und Roggen formuliert. Das Schwesterprodukt Cerall hingegen ist für den Einsatz in Weizen, Dinkel und Triticale optimiert.

Müssen beim Ausbringen des behandelten Saatguts spezifische Abstandsauflagen zu Gewässern eingehalten werden?

Nein, für das mit Cedomon behandelte Saatgut gelten keine spezifischen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern oder Saumbiotopen, wie sie oft bei chemisch-synthetischen Beizen zum Schutz von Nichtzielorganismen vorgeschrieben sind. Der biologische Wirkstoff hinterlässt keine toxischen Rückstände in der Umwelt.