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OTHER · Suterra Europe Biocontrol, S.L.

CheckMate Puffer CM

BVL Zul.-Nr. 02A074-00

CheckMate Puffer CM von Suterra ist ein hochinnovatives, automatisiertes Pheromondispensersystem zur biotechnischen Regulierung des Apfelwicklers (Cydia pomonella). Als modernes Pflanzenschutzmittel basiert es auf der bewährten Verwirrungsmethode und bietet Obstbauern eine hocheffiziente, rückstandsfreie Lösung für den integrierten sowie biologischen Anbau. Die Formulierung als druckgasbetriebener Aerosolspender ermöglicht eine präzise, temperatur- und zeitgesteuerte Freisetzung des spezifischen Sexualpheromons über die gesamte Saison hinweg.

Durch die kontinuierliche Abgabe des Wirkstoffs (E,E)-8,10-Dodecadien-1-ol wird die Luft im Kronenbereich der Kulturen mit dem weiblichen Sexallockstoff gesättigt. Dies verhindert zuverlässig, dass die männlichen Falter die Weibchen lokalisieren können, wodurch die Paarung und die nachfolgende Eiablage unterbunden werden. Das System eignet sich hervorragend für den großflächigen Einsatz in Kernobstbeständen und trägt maßgeblich zur Reduzierung des Befallsdrucks bei, ohne die Umwelt zu belasten.

Wirkstoffe

(E,E)-8,10-Dodecadien-1-ol
180.5 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff (E,E)-8,10-Dodecadien-1-ol ist das synthetisch hergestellte, artspezifische Sexualpheromon des weiblichen Apfelwicklers. Biochemisch gehört diese Substanz zu den Verhaltensmodifikatoren. Da kein letaler Effekt auf das Nerven- oder Stoffwechselsystem des Schaderregers vorliegt, wird der Wirkstoff außerhalb des klassischen IRAC-Schemas klassifiziert. Die Wirkungsweise basiert rein physikalisch-sensorisch auf der Reizüberflutung der männlichen Rezeptoren. Sobald die Puffer-Geräte im Feld aktiv sind, erzeugen sie eine homogene Pheromonwolke in der Anlage. Die männlichen Falter folgen nicht mehr den echten Lockstofffahnen der Weibchen, sondern werden desorientiert. Da die Kopulation ausbleibt, wird der Vermehrungszyklus des Schädlings effektiv unterbrochen, noch bevor ein Schaden an den Früchten durch Larvenfraß entstehen kann.

Resistenzmanagement

Da es sich um ein Pheromon handelt, besteht keinerlei Risiko für eine Resistenzbildung beim Schaderreger. CheckMate Puffer CM ist daher ein idealer Baustein für das Resistenzmanagement (IRM) in Obstbaubetrieben. Durch den Einsatz dieses Systems kann die Anzahl chemischer Insektizidbehandlungen signifikant reduziert werden, was die Lebensdauer und Wirksamkeit bestehender chemischer Wirkstoffklassen schont und den Selektionsdruck minimiert.

Mischbarkeit & Tankmischung

Da CheckMate Puffer CM als autarkes, mechanisches Spendersystem direkt in den Baumkronen aufgehängt wird, entfällt die klassische physikalische Tankmischbarkeit mit flüssigen Pflanzenschutzmitteln im Spritztank. Das System ist jedoch vollkommen kompatibel mit allen gängigen Spritzprogrammen (Fungizide, Insektizide, Blattdünger). Es empfiehlt sich, die Platzierung der Puffer so abzustimmen, dass sie die Durchfahrt von Sprühgeräten nicht behindern und gleichzeitig eine optimale Windverteilung im oberen Drittel der Kultur gewährleistet ist.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Aus ökotoxikologischer Sicht zeichnet sich das Produkt durch ein hervorragendes Profil aus. Da der Wirkstoff hochspezifisch nur auf den Apfelwickler wirkt, ist das Pflanzenschutzmittel absolut nützlingsschonend und stellt kein Risiko für Bienen (nicht bienengefährlich), Raubmilben, Schlupfwespen oder aquatische Organismen dar. Anwenderschutzauflagen sind aufgrund der geschlossenen, automatisierten Ausbringung im Vergleich zu klassischen Spritzmitteln minimal; beim Aufhängen und Aktivieren der Geräte sind lediglich die allgemeinen Sicherheits- und Handhabungshinweise des Herstellers zu beachten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Allgemein0 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie funktioniert die Verwirrungsmethode mit CheckMate Puffer CM bei starkem Wind?

Das System ist so konzipiert, dass es auch bei mäßigem Wind eine ausreichende Pheromonkonzentration in der Anlage aufrechterhält. Bei extremen Windlagen oder stark geneigten Hanglagen kann sich die Pheromonwolke jedoch verdriften. In solchen Fällen ist eine strategische Platzierung der Puffer an den windzugewandten Rändern (Luv-Seite) der Kultur entscheidend, um eine lückenlose Abdeckung zu gewährleisten.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für das Aufhängen der Puffer in der Kultur?

Die Puffer müssen unbedingt vor dem Beginn des ersten Falterflugs der Überwinterungsgeneration im Frühjahr in den Kulturen installiert und aktiviert werden. Dies entspricht in der Regel dem BBCH-Stadium 57 bis 59 (rote Knospe bis Ballonstadium) des Kernobstes. Eine verspätete Ausbringung kann dazu führen, dass bereits erste Paarungen stattfinden, was die Gesamteffizienz der Maßnahme stark mindert.

Wie viele Puffer-Geräte werden pro Hektar benötigt und wie werden sie verteilt?

Die Standardempfehlung liegt meist bei einer geringen Anzahl von Geräten pro Hektar (typischerweise 2 bis 3 Puffer/ha, je nach Geländestruktur), die gleichmäßig im oberen Drittel der Baumkronen verteilt werden. Wichtig ist eine verstärkte Absicherung der Randbereiche, da von außen zuwandernde, bereits begattete Weibchen nicht durch die Verwirrungsmethode am Eierlegen gehindert werden können.

Kann CheckMate Puffer CM auch in kleineren Parzellen oder Hausgärten eingesetzt werden?

Nein, die Verwirrungsmethode mittels Aerosol-Puffern erfordert eine Mindestfläche (idealerweise ab 2 bis 3 Hektar zusammenhängender Fläche), um eine stabile Pheromonwolke aufzubauen. In sehr kleinen Parzellen oder stark strukturierten Einzelreihen verflüchtigt sich der Wirkstoff zu schnell, weshalb hier klassische Ampeldispenser oder konventionelle Pflanzenschutzmittel vorzuziehen sind.

Wie wird der Erfolg der Verwirrungsmethode während der Saison kontrolliert?

Die Überwachung erfolgt über sogenannte Kontrollfallen (Pheromonfallen mit einer höheren Lockstoffkonzentration, z. B. Combo-Lures), die in der Anlage aufgehängt werden. Bleiben diese Fallen leer (sogenannte 'Silent Traps'), ist dies ein Indikator dafür, dass die Verwirrung funktioniert. Zusätzlich müssen regelmäßige visuelle Kontrollen auf Eiablage und ersten Larvenbefall (Fruchtkontrollen) durchgeführt werden.

Wie verhält sich das System bei extremen Sommertemperaturen?

Die modernen Puffer-Geräte verfügen über eine temperatur- und zeitgesteuerte Elektronik. Sie geben das Pheromon vor allem während der Hauptflug- und Dämmerungszeiten des Apfelwicklers ab, wenn die Temperaturen für den Falterflug optimal sind. Bei extremen Hitzeperioden passt sich das System an, um eine Verschwendung des Wirkstoffs am heißen Tag zu vermeiden und die Abgabe auf die kühleren Abendstunden zu konzentrieren.