Clomate
Clomate ist ein hochwirksames Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern im Winterraps. Als bewährter Baustein im Vorauflaufverfahren sichert das Pflanzenschutzmittel die Kultur bereits in der kritischen frühen Entwicklungsphase gegen auflaufende Unkrautkonkurrenz ab. Die Formulierung basiert auf einer modernen Kapselsuspension (CS), die eine kontrollierte Freisetzung des Wirkstoffs ermöglicht und die typische Abdrift- und Verflüchtigungsgefahr minimiert.
Der Fokus der Anwendung liegt auf der Ausschaltung ertragsmindernder Unkräuter direkt nach der Saat. Durch die gezielte Bodenwirkung schafft Clomate die Grundlage für einen sauberen Rapsbestand vor dem Winter. Dank der optimierten Formulierung lässt sich das Pflanzenschutzmittel präzise applizieren und bietet eine hervorragende Dauerwirkung über den Boden, die auch spätere Unkrautwellen zuverlässig unterdrückt.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der enthaltene Wirkstoff Clomazone gehört zur HRAC-Gruppe 13 (ehemals F4) und wirkt als Inhibitor der Carotinoid-Biosynthese (speziell der DOXP-Synthase). Nach der Aufnahme über die Wurzeln und das Hypokotyl der keimenden Unkräuter wird der Wirkstoff akropetal in die Blätter transportiert. Da Carotinoide eine essentielle Schutzfunktion für das Chlorophyll besitzen, führt ihr Fehlen unter Lichteinfluss zu einer schnellen Zerstörung des Chlorophylls. Dies äußert sich visuell in einem charakteristischen Ausbleichen (Albinismus) der betroffenen Unkräuter, gefolgt von Nekrosen und dem vollständigen Absterben der Keimlinge. Die Wirkung ist stark bodenfeuchtigkeitsabhängig; ein feuchtes Saatbett zum Zeitpunkt der Behandlung begünstigt die Wirkstoffaufnahme und steigert den Bekämpfungserfolg erheblich.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, sollte Clomate im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Da Clomazone einen spezifischen Wirkungsmechanismus besitzt, eignet es sich hervorragend für den Wirkstoffwechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen, wie beispielsweise Bodenherbiziden aus der HRAC-Gruppe 15 oder Blattaktivpartnern im Nachauflauf. Ein wiederholter, alleiniger Einsatz von Wirkstoffen derselben HRAC-Klasse über mehrere Jahre auf derselben Fläche ist strikt zu vermeiden.
Mischbarkeit & Tankmischung
Clomate ist in der Praxis gut mit gängigen Vorauflauf-Herbiziden im Raps mischbar, insbesondere mit Partnern zur Schließung von Wirkungslücken gegen einkeimblättrige Unkräuter. Bei Tankmischungen ist stets auf eine ausreichende Wassermenge (mindestens 200 bis 400 l/ha) zu achten, um eine gleichmäßige Benetzung des Bodens zu gewährleisten. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, da die CS-Formulierung bereits optimal auf die Bodenhaftung eingestellt ist. Vor dem Ansetzen größerer Spritzbrühen wird ein physikalischer Mischbarkeitstest empfohlen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Clomate sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen zwingend einzuhalten. Aufgrund der physikalischen Eigenschaften von Clomazone gelten strenge Anwendungsbestimmungen zur Vermeidung von Abdrift auf benachbarte Flächen und Nichtzielpflanzen, wie die Verwendung von abdriftmindernder Düsentechnik (mindestens 90 % Minderung) sowie die Einhaltung von Windgeschwindigkeitsgrenzen. Das Pflanzenschutzmittel ist als gewässerschädigend eingestuft, weshalb die vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern strikt zu beachten sind. Für Bienen ist das Mittel bei sachgerechter Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterraps | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–5 | 0.33 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Clomate im Winterraps?
Die Anwendung sollte unmittelbar nach der Saat im Vorauflauf (BBCH-Stadium 00 bis 05) erfolgen, idealerweise innerhalb von drei Tagen nach der Drillsaat. Ein feuchtes Saatbett ist entscheidend, da die Bodenfeuchtigkeit den Wirkstofftransport zu den keimenden Unkrautsamen maßgeblich unterstützt.
Warum ist die Bodenfeuchtigkeit bei der Anwendung von Clomate so wichtig?
Clomazone ist ein Bodenwirkstoff, der von den Unkräutern über die Wurzeln aufgenommen wird. Bei extremer Trockenheit bleibt der Wirkstoff an den Bodenpartikeln fixiert und kann nicht in die Bodenlösung übergehen, was die herbizide Wirkung vorübergehend stark herabsetzt. Bei nachfolgenden Niederschlägen wird der Wirkstoff jedoch reaktiviert.
Welche Abdriftauflagen müssen bei der Ausbringung von Clomate beachtet werden?
Aufgrund der Flüchtigkeit von Clomazone müssen spezielle Düsen mit mindestens 90 % Abdriftminderung eingesetzt werden. Zudem darf die Fahrgeschwindigkeit bei der Applikation 10 km/h nicht überschreiten und die Windgeschwindigkeit muss unter 3 m/s liegen, um Schäden an Nachbarkulturen zu vermeiden.
Kann es nach der Anwendung von Clomate zu vorübergehenden Aufhellungen an der Kultur kommen?
Ja, unter ungünstigen Witterungsbedingungen wie Starkregen nach der Applikation kann es zu leichten, vorübergehenden Chlorosen (Aufhellungen) an den Keimblättern des Rapses kommen. Diese Verfärbungen wachsen sich in der Regel schnell aus und haben keinen negativen Einfluss auf den Ertrag.
Wie verhält es sich mit der Nachbauverpflichtung, falls der Rapsbestand im Winter umgepflügt werden muss?
Sollte ein Umbruch des Rapses im Winter oder Frühjahr notwendig sein, sind die spezifischen Wartezeiten und Bodenbearbeitungsvorgaben zu beachten. In der Regel ist vor dem Nachbau von Folgekulturen wie Getreide oder Mais eine tiefe, wendende Bodenbearbeitung (Pflug) erforderlich, um verbliebene Wirkstoffkonzentrationen im Boden zu verdünnen.