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OTHER · Syngenta Agro GmbH

Colzor Uno flex

BVL Zul.-Nr. 00A146-00

Colzor Uno flex ist ein hochwirksames Bodenherbizid von Syngenta Agro GmbH, das speziell für den Einsatz im Winterraps (BRSNW) entwickelt wurde. Als flüssige Formulierung bietet das Pflanzenschutzmittel eine zuverlässige Grundlage für die Unkrautbekämpfung im Herbst. Es zielt primär auf die Ausschaltung konkurrenzstarker Schaderreger ab, um der Kultur einen ungestörten Start und eine optimale Etablierung vor dem Winter zu ermöglichen.

Die Anwendung erfolgt im Zeitraum vom Vorauflauf bis zum frühen Nachauflauf (BBCH-Stadium 00 bis 14). Durch diese frühe Ausschaltung von Konkurrenten wird verhindert, dass junge Rapspflanzen durch Licht-, Nährstoff- und Wassermangel in ihrer Entwicklung gehemmt werden. Das Produkt zeichnet sich durch eine langanhaltende Bodenwirkung aus, die auch spätere Unkrautwellen effektiv unterdrückt.

Das Wirkungsspektrum umfasst wichtige einjährige zweikeimblättrige Unkräuter sowie den Gemeinen Windhalm. Dank seiner Formulierung lässt sich das Herbizid gleichmäßig ausbringen und bildet einen stabilen Wirkstofffilm auf der Bodenoberfläche, der bei ausreichender Bodenfeuchtigkeit seine volle Leistungsfähigkeit entfaltet.

Wirkstoffe

Dimethachlor
500 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Colzor Uno flex enthaltene Wirkstoff Dimethachlor gehört zur chemischen Gruppe der Chloracetamide. Im HRAC-System (Herbicide Resistance Action Committee) ist Dimethachlor in die Gruppe 15 (ehemals Gruppe K3) eingeordnet. Diese Wirkstoffe fungieren als Inhibitoren der Synthese sehr langkettiger Fettsäuren (VLCFA), was zu einer Störung der Zellteilung und des Streckungswachstums in den Keimlingen führt. Die Aufnahme des Wirkstoffs erfolgt hauptsächlich über die Wurzeln, das Hypokotyl und die Koleoptile der keimenden Unkräuter und Gräser. Bereits vor dem Durchstoßen der Bodenoberfläche werden die empfindlichen Schaderreger nachhaltig geschädigt oder sterben direkt nach der Keimung ab. Für eine optimale Wirkstoffverteilung und -aufnahme ist ein feuchtes Saatbett von entscheidender Bedeutung.

Resistenzmanagement

Um einer Selektion resistenter Biotypen – insbesondere beim Gemeinen Windhalm – aktiv vorzubeugen, muss Colzor Uno flex in ein integriertes Resistenzmanagement eingebunden werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wechsel von Herbiziden mit unterschiedlichen Wirkmechanismen innerhalb der Fruchtfolge. Da Dimethachlor der HRAC-Gruppe 15 angehört, sollte die Folgebehandlung oder die Unkrautbekämpfung in den Nachbarkulturen bevorzugt mit Wirkstoffen aus anderen Klassen (wie z. B. HRAC-Gruppe 3 oder 4) durchgeführt werden. Auch ackerbauliche Maßnahmen wie eine sorgfältige Stoppelbearbeitung und Pflugsaat unterstützen die langfristige Absicherung der Wirkstoffeffektivität.

Mischbarkeit & Tankmischung

Colzor Uno flex zeigt sich im Allgemeinen gut verträglich mit gängigen Mischungspartnern, die im frühen Herbst im Winterraps eingesetzt werden, wie etwa spezifischen Graminiziden oder frühen Insektiziden. Bei der Herstellung von Tankmischungen ist der Spritztank zunächst mit mindestens der Hälfte der benötigten Wassermenge zu befüllen, bevor die Produkte unter ständigem Rühren beigegeben werden. Die Spritzbrühe sollte zeitnah ausgebracht werden. Extreme Witterungsbedingungen wie Frost oder langanhaltende Trockenheit zum Applikationszeitpunkt können die Verträglichkeit und Wirkung beeinflussen und sollten gemieden werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung dieses Pflanzenschutzmittels sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Auflagen zum Schutz des Anwenders strikt einzuhalten. Aufgrund der Einstufung des Wirkstoffs Dimethachlor sind spezifische Abstandsauflagen (Buffer Zones) zu Oberflächengewässern zu beachten, um den Eintrag in aquatische Ökosysteme durch Abdrift oder Abschwemmung zu verhindern. Das Produkt ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollten Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterrapsEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm10–142 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm0–92 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Welchen Einfluss hat die Bodenfeuchtigkeit auf die Wirkung von Colzor Uno flex?

Da Dimethachlor ein Bodenwirkstoff ist, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit für die Aktivierung und Verteilung des Herbizids im Bodenkeimhorizont entscheidend. Bei extremer Trockenheit kann die Wirkung verzögert einsetzen; ein feuchtes Saatbett zum Applikationszeitpunkt optimiert den Bekämpfungserfolg erheblich.

Kann Colzor Uno flex auch auf steinigen oder sehr leichten Böden eingesetzt werden?

Auf sehr leichten, sandigen oder humusarmen Böden ist Vorsicht geboten, da es bei Starkregen zu einer Einwaschung des Wirkstoffs in die Wurzelzone des Rapses kommen kann, was temporäre Wuchshemmungen verursacht. Auf extrem steinigen Böden kann die lückenlose Bodenbarriere beeinträchtigt sein.

Wie lässt sich die Anwendung von Colzor Uno flex optimal in ein Resistenzmanagement gegen Windhalm integrieren?

Um Resistenzen vorzubeugen, sollte der Einsatz von HRAC-Gruppe-15-Herbiziden wie Dimethachlor durch mechanische Maßnahmen (z. B. gezielte Stoppelbearbeitung) und den Wechsel mit Wirkstoffen anderer Wirkungsklassen (z. B. HRAC 3 oder 4) in der Fruchtfolge ergänzt werden.

Was ist bei der Saatbettbereitung vor dem Einsatz dieses Pflanzenschutzmittels zu beachten?

Ein feinkrümeliges und gut rückverfestigtes Saatbett ist ideal. Grobe Klumpen verhindern eine gleichmäßige Verteilung des Spritzfilms auf der Bodenoberfläche, wodurch 'Spritzschatten' entstehen, in denen Unkräuter und der Gemeine Windhalm ungehindert keimen können.

Gibt es Einschränkungen bezüglich der Nachbaukulturen, falls ein Umbruch des Rapses notwendig wird?

Sollte ein vorzeitiger Umbruch des Winterrapses (z. B. durch Auswinterung) erforderlich sein, können nach gründlicher Bodenbearbeitung (vorzugsweise Pflügen) in der Regel wieder Raps oder bestimmte Getreidearten nachgebaut werden. Vor dem Nachbau empfiehlt sich jedoch eine Rücksprache mit dem technischen Dienst des Herstellers, um phytotoxische Schäden an der Folgekultur auszuschließen.