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Sonstige · DECCO IBERICA POST-COSECHA S.A.U.

DECCOFLUDI

BVL Zul.-Nr. 00B093-00

DECCOFLUDI von DECCO IBERICA POST-COSECHA S.A.U. ist ein Spezial-Pflanzenschutzmittel auf Basis des Wirkstoffs Fludioxonil (230 g/L). Als Behandlungslösung für die Nacherntephase richtet es sich gezielt an Betriebe, die Lagerverluste durch pilzliche Schaderreger minimieren und die Qualität des Ernteguts über die gesamte Handelskette hinweg sichern möchten.

Die Suspension schützt behandelte Kulturen effektiv vor typischen Fäulniserregern im Lager. Durch die Formulierung verteilt sich der Wirkstoff gleichmäßig auf der Fruchtoberfläche und bildet einen Schutzfilm, der das Eindringen und die Ausbreitung von Pilzsporen während der Lagerung und des Transports verhindert.

Der gezielte Einsatz im Nacherntebereich ergänzt moderne Qualitätsmanagementsysteme in der Obst- und Lagerhaltung. So kannst du den Marktwert deiner Produkte sichern und Ausfälle im Lagerbestand wirksam reduzieren.

Wirkstoffe

Fludioxonil
230 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Fludioxonil gehört zur chemischen Klasse der Phenylpyrrole und wird in die FRAC-Gruppe 12 eingeordnet. Der Wirkstoff greift in das osmoregulative Signalübertragungssystem der Pilzzellen ein (mitogen-aktivierte Protein-Kinase / MAP-Kinase-Signalweg). Dies führt zu einer gestörten Glycerinsynthese und in der Folge zu einer unkontrollierten Hyperosmoregulation in den Hyphen und Sporen. Durch diesen Mechanismus wird die Keimung der Pilzsporen gehemmt, das Wachstum des Keimschlauchs unterbunden und die Myzelentwicklung gestoppt. Da Fludioxonil vorrangig präventiv wirkt, verhindert es die Etablierung des Schaderregers auf der Fruchtoberfläche bereits vor dem Eintreten einer tiefgreifenden Infektion.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Wirkstoffresistenzen vorzubeugen, solltest du Fludioxonil stets in ein durchdachtes Integriertes Pflanzenschutzkonzept einbinden. Wechsle im Behandlungsplan – sowohl vor der Ernte auf dem Feld als auch nach der Ernte – systematisch zwischen Wirkstoffgruppen mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen (verschiedene FRAC-Gruppen) ab. Achte darauf, die maximal zulässige Anzahl an Anwendungen pro Saison einzuhalten und stets die vorgegebene Aufwandmenge auszubringen, um das Selektionsrisiko für tolerante Erregerstämme zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bei der Anwendung in Nachernteanlagen oder Tauchbecken ist auf eine kontinuierliche Durchmischung der Behandlungslösung zu achten. Falls du beabsichtigst, das Mittel mit Beschichtungsmitteln, Wachsen oder Additiven zu kombinieren, überprüfe vorab die physikalisch-chemische Verträglichkeit in einem Kleinversuch. Verwende sauberes Ansetzwasser und kontrolliere regelmäßig den Zustand der Flüssigkeit, um eine gleichmäßige Benetzung der Kulturen und eine gleichbleibende Wirkstoffverteilung sicherzustellen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Ansetzen der Spritzbrühe sowie bei Reinigungsarbeiten an den Anwendungsanlagen solltest du geeignete persönliche Schutzausrüstung tragen (z. B. Schutzhandschuhe und dicht schließende Schutzbrille). Behandlungs- und Reinigungslösungen dürfen keinesfalls in die Kanalisation, Gewässer oder das Grundwasser gelangen. Da direkte Beeinträchtigungen von Nutzorganismen vermieden werden müssen, sollte keine Anwendung an Orten erfolgen, an denen Bienen aktiv fliegen oder blühende Pflanzen vorhanden sind. Entsorge Reste und Spülwasser stets ordnungsgemäß über zugelassene Sammelstellen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Allgemein0 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie wirkt der Wirkstoff Fludioxonil auf molekularer Ebene gegen Schaderreger?

Fludioxonil (FRAC-Gruppe 12) greift zielgerichtet in den osmoregulativen Signalweg der Pilzzelle ein. Dies führt zu einer Störung des Glycerinstoffwechsels, wodurch die Sporenkeimung sowie das Wachstum des Myzels nachhaltig unterbrochen werden.

Warum ist ein gezielter Schutz unmittelbar nach der Ernte entscheidend?

Während der Ernte und des Transports entstehen häufig Mikrorisse in der Fruchthaut. Eine zeitnahe Behandlung verhindert, dass latent vorhandene Sporen über diese Eintrittspforten keimen und Fäulnisprozesse im Lager auslösen.

Was musst du beim Anti-Resistenzmanagement im Behandlungsplan beachten?

Kombiniere oder wechsle Wirkstoffe aus unterschiedlichen FRAC-Gruppen ab. Wenn du vor der Ernte bereits Phenylpyrrole (FRAC 12) eingesetzt hast, solltest du nach der Ernte oder in Folgespritzungen auf andere Wirkstoffklassen wie SDHI oder Strobilurine ausweichen.

Worauf solltest du bei der Ausbringung in Lager- und Waschanlagen achten?

Wichtig ist eine ständige Umwälzung der Behandlungsbrühe, damit sich der Wirkstoff nicht am Boden absetzt. Zudem muss die Anlage so eingestellt sein, dass alle Früchte rundum gleichmäßig benetzt werden.

Welche Rolle spielt die Wasserhygiene bei der Nacherntebehandlung?

Organische Belastungen oder Schmutz im Behandlungsbecken können die Wirkstoffverfügbarkeit herabsetzen und Keime anreichern. Nutze daher stets sauberes Wasser und erneuere die Behandlungslösung in regelmäßigen Abständen.