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OTHER · hentschke+sawatzki CHEMISCHE FABRIK GmbH

DEDEVAP green

BVL Zul.-Nr. 006408-61

DEDEVAP green ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel auf Basis von Naturpyrethrinen, das speziell für den schnellen und gezielten Einsatz gegen ein breites Spektrum von saugenden und beißenden Schadinsekten entwickelt wurde. Als vielseitiges Präparat, das häufig im Vorratsschutz, in leeren Lagerräumen oder in speziellen Nischenanwendungen eingesetzt wird, zeichnet es sich durch eine extrem schnelle Initialwirkung (sogenannter Knock-down-Effekt) aus. Die Formulierung ermöglicht eine feine Verteilung des Wirkstoffs im Raum oder auf den Zielflächen, wodurch auch versteckt sitzende Schaderreger effektiv erfasst werden.

Der Wirkstoff Pyrethrine wird aus den Blüten bestimmter Chrysanthemen-Arten (Tanacetum cinerariifolium) gewonnen und ist für seine rasche biologische Abbaubarkeit bekannt. Dies macht DEDEVAP green zu einer bevorzugten Option in sensiblen Bereichen, in denen langanhaltende Rückstände unerwünscht sind. Das Mittel erfasst sowohl fliegende als auch krabbelnde Schaderreger im direkten Kontakt und bietet eine zuverlässige Sofortwirkung bei akutem Befall.

Wirkstoffe

Pyrethrine
11.45 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der insektizide Effekt von DEDEVAP green basiert auf dem Wirkstoff Pyrethrine, welcher der IRAC-Gruppe 3A (Modulatoren des spannungsabhängigen Natriumkanals) zugeordnet ist. Nach dem Kontakt dringt der Wirkstoff rasch durch die Kutikula der Schaderreger ein und blockiert die Schließung der Natriumkanäle in den Nervenmembranen. Dies führt zu einer dauerhaften Depolarisation, unkontrollierten Nervenimpulsen, Lähmungen und schließlich zum schnellen Absterben der Insekten. Aufgrund dieses ausgeprägten Kontakteffekts werden getroffene Schädlinge innerhalb kürzester Zeit handlungsunfähig. Da Pyrethrine unter dem Einfluss von Licht und Sauerstoff rasch photo-oxidativ abgebaut werden, verbleiben nach der Behandlung keine persistenten Wirkstoffdepots auf den Oberflächen, was eine flexible Arbeitsplanung und kurze Wartezeiten ermöglicht.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung gegen Wirkstoffe der IRAC-Gruppe 3A zu minimieren, sollte DEDEVAP green strategisch in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept eingebunden werden. Ein kontinuierlicher, ausschließlicher Einsatz dieses Mittels über mehrere Generationen der Schaderreger hinweg ist zu vermeiden. Stattdessen empfiehlt sich der rotierende Wechsel mit Insektiziden anderer Wirkstoffklassen, die über völlig unterschiedliche biochemische Angriffspunkte verfügen, um selektiven Druck auf lokale Populationen effektiv zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Da DEDEVAP green häufig als Raum- oder Nebelmittel ausgebracht wird, sind klassische Tankmischungen in der Praxis unüblich. Sollte eine Ausbringung im Spritzverfahren in Erwägung gezogen werden, ist vorab stets eine physikalische Mischbarkeitsprüfung durchzuführen. Zudem ist penibel auf den pH-Wert des Wassers zu achten: Alkalische Spritzbrühen beschleunigen den Abbau der Pyrethrine drastisch, weshalb ein leicht saurer bis neutraler pH-Wert (pH 5,5 bis 6,5) der Trägerflüssigkeit zwingend anzustreben ist, um die volle Wirksamkeit zu gewährleisten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit DEDEVAP green ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), insbesondere Atemschutz bei Nebelanwendungen sowie Schutzhandschuhe und Schutzanzug, erforderlich. Da Naturpyrethrine hochtoxisch für aquatische Organismen und nützliche Gliederfüßer wie Bienen sind, müssen Abdriften in Oberflächengewässer oder das direkte Treffen von blühenden Kulturen strikt vermieden werden. Nach einer Raumbehandlung ist eine ausreichende Lüftungszeit einzuhalten, bevor die Räumlichkeiten wieder ohne Schutzausrüstung betreten werden dürfen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Allgemein0 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie unterscheidet sich die Wirkung von DEDEVAP green von synthetischen Pyrethroiden?

Im Gegensatz zu synthetischen Pyrethroiden, die auf eine hohe Stabilität und langanhaltende Wirkung hin entwickelt wurden, sind die in DEDEVAP green enthaltenen natürlichen Pyrethrine extrem licht- und temperaturempfindlich. Sie bauen sich unter UV-Einstrahlung innerhalb weniger Stunden biologisch ab, was das Rückstandsrisiko minimiert, während der sofortige Knock-down-Effekt voll erhalten bleibt.

Warum ist der pH-Wert des Wassers bei der Anwendung von Pyrethrinen so wichtig?

Pyrethrine sind in alkalischen Medien (pH-Wert über 7) sehr instabil und unterliegen einer schnellen alkalischen Hydrolyse. Wenn das verwendete Wasser zu hart oder alkalisch ist, verliert der Wirkstoff bereits in der Spritze an Aktivität. Es wird empfohlen, dem Wasser vor der Zugabe des Mittels einen pH-Regulator zuzusetzen, um den pH-Wert im leicht sauren Bereich (ca. 5,5 bis 6,0) zu stabilisieren.

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Raum- oder Nebelbehandlung mit diesem Produkt?

Nebelanwendungen in Lagerräumen oder geschlossenen Bereichen sollten vorzugsweise in den kühlen Abendstunden oder nachts durchgeführt werden. Zum einen ist die Aktivität vieler Schaderreger in der Dunkelheit erhöht, zum anderen verhindert das Fehlen von Sonnenlicht (UV-Strahlung) den vorzeitigen Abbau des Wirkstoffs in der Luft, was die biologische Wirksamkeit maximiert.

Kann DEDEVAP green auch bei niedrigen Temperaturen effektiv eingesetzt werden?

Ja, natürliche Pyrethrine weisen im Vergleich zu vielen anderen Insektizidklassen einen negativen Temperaturkoeffizienten auf. Das bedeutet, dass ihre Wirksamkeit bei kühleren Temperaturen (z. B. 10–15 °C) oft sogar ausgeprägter und schneller ist als bei extremer Hitze, was sie ideal für den Einsatz im herbstlichen oder frühjährlichen Vorratsschutz macht.

Welche Schutzmaßnahmen müssen nach einer Heiß- oder Kaltnebelbehandlung in Innenräumen beachtet werden?

Nach einer Nebelbehandlung müssen die behandelten Räume für eine definierte Zeit (in der Regel mindestens 4 bis 12 Stunden) verschlossen bleiben, damit sich der Wirkstoffnebel vollständig absetzen kann. Vor dem Wiederbetreten ohne Atemschutz ist eine gründliche Querlüftung von mindestens einer Stunde zwingend erforderlich, um jegliche Aerosolkonzentrationen in der Raumluft zu eliminieren.