DEGESCH-MAGTOXIN
DEGESCH-MAGTOXIN ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur Freisetzung von Phosphorwasserstoff (Phosphin), das vor allem im Vorratsschutz und bei der Bekämpfung von Schaderregern in speziellen Anwendungsbereichen eingesetzt wird. Hergestellt von der Detia Freyberg GmbH, basiert dieses Spezialpräparat auf dem Wirkstoff Magnesiumphosphid. Es zeichnet sich durch eine schnelle Gasentwicklung aus, die selbst bei niedrigen Temperaturen und geringer Luftfeuchtigkeit zuverlässig einsetzt.
Die feste Formulierung reagiert nach der Ausbringung kontrolliert mit der Umgebungsfeuchtigkeit. Das dabei freigesetzte Gas dringt tief in das zu behandelnde Gut oder in Gangsysteme ein, um dort verborgene Schädlinge effektiv zu erfassen. Aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften hinterlässt das Produkt nach der vollständigen Ausgasung kaum rückstandsrelevante Spuren auf den behandelten Gütern, was es zu einem unverzichtbaren Werkzeug im professionellen Vorratsschutz macht.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Magnesiumphosphid reagiert bei Kontakt mit der Luft- oder Bodenfeuchtigkeit chemisch ab und setzt dabei das hochtoxische Gas Phosphorwasserstoff (PH3) frei. Dieses Gas dringt über die Atmungsorgane in den Organismus der Schaderreger ein. Auf biochemischer Ebene blockiert Phosphorwasserstoff die Zellatmung. Es inhibiert gezielt das Enzym Cytochrom-c-Oxidase in der mitochondrialen Atmungskette. Dadurch wird die ATP-Synthese unterbrochen, was zu einem raschen Zusammenbruch des Energiehaushalts der Zellen und letztlich zum Tod der Schaderreger führt. Da Magnesiumphosphid im Vergleich zu Aluminiumphosphid schneller reagiert, wird die letale Gaskonzentration in kürzerer Zeit erreicht.
Resistenzmanagement
Obwohl Resistenzen gegen Phosphorwasserstoff weltweit bei einigen Vorratsschädlingen bekannt sind, lässt sich das Risiko durch ein konsequentes Management minimieren. Du solltest auf eine absolut gasdichte Abdichtung des Behandlungsraums achten, um einen vorzeitigen Konzentrationsabfall zu verhindern, der das Überleben teilresistenter Individuen begünstigen könnte. Integriere mechanische Reinigungsmaßnahmen, thermische Verfahren oder den Wechsel mit anderen Wirkstoffklassen in dein Hygienekonzept, um den Selektionsdruck niedrig zu halten.
Mischbarkeit & Tankmischung
Aufgrund der speziellen Anwendungsform als Begasungsmittel ist eine physikalische Tankmischung mit flüssigen Pflanzenschutzmitteln oder Additiven ausgeschlossen und strengstens untersagt. Jede Berührung mit flüssigem Wasser oder Säuren führt zu einer schlagartigen, gefährlichen Gasfreisetzung. Das Produkt darf ausschließlich solo und in absolut trockenem Zustand ausgebracht werden. Eventuelle Begleitmaßnahmen mit anderen Präparaten müssen zeitlich streng getrennt erfolgen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Da beim Einsatz von DEGESCH-MAGTOXIN ein hochgiftiges Gas entsteht, steht der Anwenderschutz an oberster Stelle. Die Anwendung darf nur von sachkundigen Personen mit speziellem Erlaubnisschein und unter Verwendung geeigneter persönlicher Schutzausrüstung (vollwertiger Atemschutz mit Gasfilter, Gaswarngeräte) durchgeführt werden. Zum Schutz der Umwelt und von Nichtzielorganismen ist darauf zu achten, dass kein Gas unkontrolliert in die Umgebung entweicht. Da das Mittel im geschlossenen Raum oder unterirdisch angewendet wird, besteht bei sachgerechter Anwendung kein direktes Risiko für Bienen; vermeide dennoch jegliche Anwendung in Bereichen, in denen Bienen aktiv fliegen oder Nahrung suchen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| — | Allgemein | — | 0 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Welchen Einfluss hat die Temperatur auf die Anwendung von DEGESCH-MAGTOXIN?
Die Temperatur beeinflusst die Reaktionsgeschwindigkeit des Magnesiumphosphids direkt. Bei höheren Temperaturen und feuchter Luft läuft die Gasfreisetzung schneller ab. Da Magnesiumphosphid jedoch reaktionsfreudiger ist als Aluminiumphosphid, kannst du es auch bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen erfolgreich einsetzen, wobei sich die erforderliche Einwirkzeit entsprechend verlängert.
Wie stellst du sicher, dass die Begasung erfolgreich war?
Ein Erfolg der Behandlung hängt entscheidend von der Gasdichtheit des Raumes ab. Du solltest die Gaskonzentration während der Einwirkzeit regelmäßig mit geeigneten Messgeräten kontrollieren. Erst wenn über den vorgeschriebenen Zeitraum die notwendige Mindestkonzentration gehalten wurde, ist eine vollständige Abtötung aller Stadien der Schaderreger gewährleistet.
Was musst du bei den Rückständen nach der Begasung beachten?
Nach der vollständigen Ausgasung bleibt ein graues Pulver zurück, das im Wesentlichen aus ungiftigem Magnesiumhydroxid besteht. Du musst dieses Pulver gemäß den gesetzlichen Vorgaben und den Herstelleranweisungen sicher entfernen und entsorgen. Achte darauf, dass die behandelten Güter vor der Freigabe gründlich belüftet werden, bis der Grenzwert unterschritten ist.
Kannst du DEGESCH-MAGTOXIN bei Regen oder hoher Luftfeuchtigkeit im Freien anwenden?
Nein, bei direktem Kontakt mit flüssigem Wasser (wie Regen) reagiert das Produkt extrem heftig und unkontrolliert, was zu Brand- und Explosionsgefahr führt. Bei hoher Luftfeuchtigkeit beschleunigt sich die Gasentwicklung stark. Du musst die Ausbringung daher absolut trocken durchführen und das Produkt vor jeglicher Feuchtigkeit schützen, bis es am Bestimmungsort platziert ist.
Wie finde ich heraus, ob dieses Produkt für meine spezifische Kultur auf der Plattform zugelassen ist?
Du kannst auf agronomy.farmable.tech die Suchfunktion nutzen oder direkt die Detailseite des Produkts aufrufen. Dort siehst du im Bereich der zugelassenen Kulturen und Anwendungen sofort, ob dein spezifischer Einsatzzweck durch die aktuelle BVL-Zulassung abgedeckt ist.
Warum ist die Abdichtung des Behandlungsraums so wichtig für das Resistenzmanagement?
Wenn der Raum nicht perfekt abgedichtet ist, entweicht das Gas zu schnell und die Konzentration sinkt unter das tödliche Niveau. Schaderreger, die eine natürliche Teilresistenz besitzen, können so überleben. Dies fördert die Selektion und führt langfristig dazu, dass der Wirkstoff seine Wirksamkeit verliert. Eine gasdichte Einhausung schützt also direkt vor Resistenzbildung.