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OTHER · Detia Freyberg GmbH

DEGESCH-MAGTOXIN

BVL Zul.-Nr. 033944-00

DEGESCH-MAGTOXIN von Detia Freyberg GmbH ist ein hochwirksames, spezialisiertes Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung von Schaderregern im Vorratsschutz sowie im Bereich der Nagetierbekämpfung, basierend auf dem Wirkstoff Magnesiumphosphid. Als feste Formulierung reagiert das Produkt nach der Ausbringung kontrolliert mit der Umgebungsfeuchtigkeit und setzt dabei den gasförmigen Wirkstoff Phosphorwasserstoff frei. Diese Formulierung ist speziell für den professionellen Einsatz konzipiert, bei dem eine schnelle und rückstandsfreie Entwesung erforderlich ist.

Das Präparat zeichnet sich durch seine zügige Gasentwicklung aus, was es zu einer bevorzugten Wahl für die Begasung von Silos, Lagern, Containern sowie für die gezielte Behandlung von unterirdischen Gangsystemen macht. Durch die physikalischen Eigenschaften des freigesetzten Gases dringt der Wirkstoff tief in gelagerte Güter oder verzweigte Bodengänge ein. Dies gewährleistet eine lückenlose Erfassung aller Entwicklungsstadien der Schaderreger, von den Eiern bis zu den adulten Stadien, ohne die Qualität der behandelten Kulturen oder Güter negativ zu beeinflussen.

Wirkstoffe

Magnesiumphosphid
660 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der biochemische Wirkungsmechanismus von DEGESCH-MAGTOXIN beruht auf der kontrollierten Freisetzung von Phosphorwasserstoff (Monophosphan) nach Kontakt mit der Umgebungs- oder Bodenfeuchtigkeit. Das freigesetzte Gas ist ein hochwirksames Atemgift, das nach der Aufnahme durch die Schaderreger die Cytochrom-c-Oxidase in der mitochondrialen Atmungskette blockiert. Dies führt zu einer sofortigen Unterbrechung der zellulären Energieproduktion (ATP-Synthese) und zum schnellen Absterben der Zielorganismen. Da es sich um ein reines Atemgift handelt, ist die biologische Aktivität stark von der Atemfrequenz der Schaderreger abhängig. Höhere Temperaturen beschleunigen den Stoffwechsel der Zielorganismen und optimieren somit die Wirkstoffaufnahme und die Effizienz der Behandlung.

Resistenzmanagement

Aufgrund des unspezifischen, physikalisch-chemischen Wirkungsmechanismus von Phosphorwasserstoff auf die Zellatmung ist das Risiko einer Resistenzentwicklung bei sachgerechter Anwendung als äußerst gering einzustufen. Um der Entstehung resistenter Populationen im Vorratsschutz dennoch präventiv zu begegnen, müssen die vorgeschriebenen Gaskonzentrationen und Einwirkzeiten über den gesamten Behandlungszeitraum strikt eingehalten werden. Unvollständige Begasungen mit subletalen Dosen sind unbedingt zu vermeiden, um keinen Selektionsdruck aufzubauen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Als festes Begasungsmittel, das seine Wirkung ausschließlich über die Gasphase entfaltet, ist DEGESCH-MAGTOXIN grundsätzlich nicht für die physikalische Mischung in Spritzbrühen oder Tankmischungen mit flüssigen Pflanzenschutzmitteln geeignet. Eine Kombination mit anderen Pflanzenschutzmaßnahmen erfolgt ausschließlich im Rahmen integrierter Bekämpfungskonzepte in zeitlicher Abfolge (z. B. mechanische Reinigung vor der Begasung oder nachgelagerte Schutzmaßnahmen), niemals jedoch als direkte physikalische Mischung im selben Arbeitsschritt.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Die Anwendung von DEGESCH-MAGTOXIN unterliegt aufgrund der hohen Toxizität des freigesetzten Gases strengsten Sicherheitsauflagen. Beim Umgang ist das Tragen einer vollständigen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) inklusive eines umluftunabhängigen Atemschutzes oder einer Vollmaske mit entsprechendem Gasfilter zwingend vorgeschrieben. Zum Schutz von Nichtzielorganismen, insbesondere von Vögeln, Wildtieren und Haustieren, müssen behandelte Bereiche (wie Begasungsräume oder begaste Erdbauten im Freiland) absolut gasdicht abgesperrt, gegen unbefugten Zutritt gesichert und vorschriftsmäßig mit Warnhinweisen gekennzeichnet werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Allgemein0 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Welche Rolle spielt die Temperatur bei der Anwendung von DEGESCH-MAGTOXIN?

Die Temperatur beeinflusst direkt die Geschwindigkeit der Gasfreisetzung aus dem Magnesiumphosphid sowie die Atemfrequenz der Schaderreger. Bei niedrigen Temperaturen unterhalb der empfohlenen Richtwerte verläuft die Reaktion sehr langsam, weshalb die Mindesttemperaturen laut Gebrauchsanleitung zwingend eingehalten werden müssen, um eine letale Gaskonzentration aufzubauen.

Wie wird sichergestellt, dass nach der Behandlung kein gefährliches Gas mehr vorhanden ist?

Nach Ablauf der vorgeschriebenen Einwirkzeit muss eine gründliche und systematische Lüftung der behandelten Räume oder Güter erfolgen. Die Freigabe für den Betritt oder die Weiterverarbeitung darf erst nach einer messtechnischen Überprüfung der Gaskonzentration (Freimessung) durch eine autorisierte, sachkundige Person erfolgen.

Darf DEGESCH-MAGTOXIN bei starkem Regen im Freiland angewendet werden?

Nein, bei extremen Witterungsverhältnissen wie starkem Regen oder wassergesättigten Böden darf das Mittel im Freiland nicht ausgebracht werden. Direkter Kontakt mit flüssigem Wasser führt zu einer schlagartigen, unkontrollierten Gasentwicklung, was ein extremes Sicherheitsrisiko für den Anwender darstellt und die Wirkung im Gangsystem mindert.

Wie unterscheidet sich Magnesiumphosphid in der Praxis von Aluminiumphosphid?

Magnesiumphosphid reagiert im Vergleich zu Aluminiumphosphid deutlich schneller mit der Umgebungsfeuchtigkeit. Dies führt zu einer rascheren Freisetzung des Wirkstoffs Phosphorwasserstoff, was besonders bei kühleren Bedingungen oder geringerer Luftfeuchtigkeit von Vorteil ist, um zügig die notwendige Wirkkonzentration zu erreichen.

Welche rechtlichen Voraussetzungen gelten für den Erwerb und die Anwendung in Deutschland?

Da es sich um ein hochtoxisches Pflanzenschutzmittel zur Begasung handelt, ist die Anwendung in Deutschland streng reglementiert. Neben dem normalen Sachkundenachweis Pflanzenschutz ist für den Einsatz und Erwerb ein spezieller Begasungsschein (Erlaubnis- oder Befähigungsschein nach Gefahrstoffverordnung) zwingend erforderlich.

Hinterlässt die Behandlung mit DEGESCH-MAGTOXIN Rückstände auf den behandelten Gütern?

Nein, der freigesetzte Phosphorwasserstoff verflüchtigt sich nach der Anwendung und anschließenden Belüftung nahezu vollständig in die Atmosphäre. Es verbleiben bei sachgerechter Anwendung keine toxischen Rückstände auf den behandelten Erntegütern, weshalb das Verfahren im professionellen Vorratsschutz als besonders schonend gilt.