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OTHER · Detia Freyberg GmbH

Delicia-Gastoxin-Tabletten

BVL Zul.-Nr. 050783-61

Delicia-Gastoxin-Tabletten ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur Begasung, das auf dem Wirkstoff Aluminiumphosphid basiert. Es wird vor allem im Vorratsschutz sowie zur gezielten Bekämpfung von Schaderregern in Lagern, Silos oder im Erdbereich eingesetzt. Nach dem Ausbringen reagiert das Produkt mit der natürlichen Umgebungs- und Bodenfeuchtigkeit, wodurch der gasförmige Wirkstoff Phosphorwasserstoff (Monophosphan) kontrolliert freigesetzt wird.

Diese Formulierung als Tabletten ermöglicht eine präzise Dosierung und eine sichere Handhabung für den professionellen Anwender. Das freigesetzte Gas besitzt ein hervorragendes Durchdringungsvermögen, wodurch auch schwer zugängliche Bereiche, tief liegende Gangsysteme oder dicht gelagerte Güter zuverlässig von Schaderregern befreit werden. Durch seine physikalische Wirkungsweise im gasförmigen Zustand deckt das Mittel ein breites Spektrum an Schadinsekten aller Entwicklungsstadien sowie bestimmten Nagetieren ab.

Wirkstoffe

Aluminiumphosphid
560 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Aluminiumphosphid setzt bei Kontakt mit Feuchtigkeit Phosphorwasserstoffgas frei. Dieses Gas ist ein starkes Atmungsgift, das die Zellatmung der Schaderreger blockiert. Es inhibiert primär das Enzym Cytochrom-c-Oxidase in der Atmungskette der Mitochondrien, was zu einem raschen Zusammenbruch des Energiestoffwechsels und letztlich zum Tod der Zielorganismen führt. Gemäß der IRAC-Klassifizierung wird Phosphorwasserstoff in die Gruppe 24A (Inhibitoren des mitochondrialen Elektronentransports) eingeordnet. Da die Wirkung rein über die Atemwege bzw. die Zellatmung erfolgt, ist eine direkte Aufnahme über den Magen-Darm-Trakt nicht erforderlich, was die hohe Effizienz gegen versteckt lebende Schaderreger erklärt.

Resistenzmanagement

Obwohl Resistenzen gegen Phosphorwasserstoff weltweit im Vorratsschutz vereinzelt dokumentiert sind, lässt sich das Risiko durch eine konsequente Einhaltung der empfohlenen Einwirkzeiten und Gasdichten minimieren. Ein vorzeitiges Entweichen des Gases muss verhindert werden, um subletale Dosen zu vermeiden. Im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements sollten Begasungen stets mit mechanischen Reinigungsmaßnahmen, thermischen Verfahren oder dem Wechsel zu Wirkstoffen aus anderen IRAC-Klassen abgewechselt werden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Aufgrund der speziellen Anwendungsform als gasfreisetzende Tablette ist eine physikalische Tankmischung mit flüssigen Pflanzenschutzmitteln oder Blattdüngern ausgeschlossen und strikt untersagt. Jede Berührung mit flüssigem Wasser oder Säuren außerhalb der gezielten Anwendung muss vermieden werden, da dies zu einer schlagartigen, gefährlichen Gasentwicklung führt. Begleitende Behandlungen mit anderen Pflanzenschutzmitteln im Lager- oder Feldbereich müssen zeitlich und räumlich getrennt durchgeführt werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Die Handhabung von Delicia-Gastoxin-Tabletten erfordert aufgrund der extremen Toxizität des freigesetzten Gases strengste Sicherheitsvorkehrungen und ist in der Regel sachkundepflichtigen Anwendern mit spezieller Begasungserlaubnis vorbehalten. Das Tragen von Atemschutz (Vollmaske mit entsprechendem Gasfilter) und gasdichten Schutzhandschuhen ist zwingend erforderlich. Zum Schutz von Nichtzielorganismen, insbesondere von Vögeln, Wild und Haustieren, müssen behandelte Bereiche oder Gangsysteme nach der Applikation sofort und gasdicht verschlossen werden. Sicherheitsabstände zu Wohngebäuden und Gewässern sind gemäß den BVL-Auflagen strikt einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Allgemein0 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie beeinflusst die Außentemperatur die Anwendung und Wirkung von Delicia-Gastoxin-Tabletten?

Die Freisetzung des hochwirksamen Gases ist stark temperatur- und feuchtigkeitsabhängig. Bei niedrigen Temperaturen (unter 5 °C) verläuft die Reaktion extrem langsam, weshalb eine Anwendung in der kalten Jahreszeit oft längere Einwirkzeiten erfordert oder ganz vermieden werden sollte. Optimal sind Bodentemperaturen oder Raumtemperaturen von über 10 °C, um eine zügige und letale Gaskonzentration zu gewährleisten.

Worauf muss bei der Abdichtung von Lagerräumen vor einer Begasung geachtet werden?

Eine absolut gasdichte Versiegelung des Behandlungsraumes ist der kritischste Erfolgsfaktor. Bereits kleinste Undichtigkeiten führen dazu, dass das Gas entweicht, wodurch die notwendige Konzentrations-Zeit-Summe zur Abtötung aller Schaderregerstadien nicht erreicht wird. Verwenden Sie spezielle, gasdichte Folien und Klebebänder und überprüfen Sie den Raum vorab gründlich.

Können Delicia-Gastoxin-Tabletten auch bei feuchtem Erntegut eingesetzt werden?

Nein, eine direkte Anwendung auf feuchtem Erntegut ist zu vermeiden. Zu hohe Feuchtigkeit führt zu einer unkontrolliert schnellen Gasentwicklung, was ein erhebliches Sicherheitsrisiko für den Anwender darstellt und die gleichmäßige Verteilung des Gases im Stapel beeinträchtigt. Das Erntegut sollte den üblichen Lagerfeuchtigkeitsstandards entsprechen.

Wie wird festgestellt, ob nach der Behandlung noch gefährliche Gasreste vorhanden sind?

Vor dem Betreten oder der Freigabe behandelter Bereiche muss eine Freimessung mit dafür zugelassenen Gasmessgeräten (z. B. Prüfröhrchen oder elektronischen Sensoren) durchgeführt werden. Erst wenn der Grenzwert für Phosphorwasserstoff dauerhaft unterschritten ist, darf der Bereich ohne Atemschutz betreten oder das Lagergut bewegt werden.

Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium bei der Anwendung dieses Produkts?

Da es sich um ein Begasungsmittel handelt, das primär im Vorratsschutz oder zur gezielten Applikation in Bodenbauten eingesetzt wird, ist die Anwendung völlig unabhängig von BBCH-Stadien der Kultur. Ausschlaggebend für den Behandlungszeitpunkt sind allein das Auftreten der Schaderreger sowie die physikalischen Rahmenbedingungen wie Temperatur und Feuchtigkeit.

Wie verhält man sich bei der Entsorgung der verbleibenden Pulverrückstände?

Nach der vollständigen Ausgasung bleibt ein graues Pulver zurück, das hauptsächlich aus ungiftigem Aluminiumhydroxid besteht, aber noch Spuren von nicht reagiertem Aluminiumphosphid enthalten kann. Diese Rückstände müssen gemäß den Gebrauchsanweisungen und lokalen Vorschriften vorsichtig gesammelt und einer fachgerechten Entsorgung zugeführt werden, um eine nachträgliche Gasentwicklung zu verhindern.