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OTHER · Detia Freyberg GmbH

DELU Wühlmausgas

BVL Zul.-Nr. 008040-00

DELU Wühlmausgas ist ein hochspezialisiertes Pflanzenschutzmittel zur gezielten Vertreibung und Bekämpfung von Wühlmäusen (Schermausen) im landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Bereich. Als gebrauchsfertiges Granulat auf Basis von Calciumcarbid wird es direkt in die unterirdischen Gangsysteme eingebracht, um empfindliche Kulturen vor verheerendem Wurzelbildungsschaden und dem Absterben zu schützen.

Das Produkt nimmt im Segment der Schadnagerbekämpfung eine bewährte Sonderstellung ein. Durch den Kontakt mit der natürlichen Bodenfeuchtigkeit setzt das Granulat im Gangsystem ein schweres, intensiv riechendes Gas frei, das sich selbstständig in tiefere Gangbereiche ausbreitet. Dies macht das Mittel zu einem unverzichtbaren Helfer im Obstbau, Weinbau und Gemüsebau, wo grabende Schaderreger oft erhebliche wirtschaftliche Schäden an Jungpflanzen verursachen.

Die Formulierung zeichnet sich durch eine einfache Handhabung und eine schnelle, gezielte Wirkung direkt am Schadort aus. Da die Kulturen selbst nicht mit dem Wirkstoff in Berührung kommen, eignet sich DELU Wühlmausgas hervorragend für den integrierten Pflanzenschutz zur Sicherung der Bestandsdichte und der Vitalität der Kulturpflanzen.

Wirkstoffe

Calciumcarbid
800 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biochemische Wirkungsweise von DELU Wühlmausgas basiert auf einer gezielten chemischen Reaktion im Boden. Der Wirkstoff Calciumcarbid reagiert exotherm mit der im Boden und in der Gangluft vorhandenen Feuchtigkeit. Bei diesem Prozess wird gasförmiges Ethyn (Acetylen) freigesetzt, das aufgrund von herstellungsbedingten Verunreinigungen einen extrem unangenehmen, knoblauchartigen Geruch (durch Spuren von Phosphorwasserstoff und Schwefelwasserstoff) aufweist. Da das freigesetzte Gas schwerer als Luft ist, sinkt es tief in die verzweigten, unterirdischen Gangsysteme der Schaderreger ab. Der intensive Geruch und die gleichzeitige Verdrängung des Sauerstoffs vertreiben die Nagetiere rasch und nachhaltig aus ihren Revieren oder führen bei ausbleibender Fluchtmöglichkeit zur Erstickung. Eine Einstufung in klassische HRAC-, IRAC- oder FRAC-Gruppen entfällt, da es sich um ein anorganisches Repellent/Begasungsmittel handelt.

Resistenzmanagement

Da die Wirkung von DELU Wühlmausgas auf einer rein physikalisch-chemischen Vertreibung durch Gasentwicklung und Geruchsbarrieren beruht, ist eine physiologische Resistenzbildung bei den Zielschädlingen ausgeschlossen. Ein klassisches Resistenzmanagement im Sinne eines Wirkstoffwechsels ist daher nicht erforderlich. Um eine Wiederbesiedlung behandelter Flächen zu verhindern, empfiehlt sich jedoch eine Kombination mit mechanischen Maßnahmen (wie Fallen) und der Förderung natürlicher Feinde (z. B. durch das Aufstellen von Sitzstangen für Greifvögel).

Mischbarkeit & Tankmischung

Da DELU Wühlmausgas als festes Granulat direkt und ausschließlich unterirdisch in die Gänge der Schaderreger eingebracht wird, ist eine Tankmischung mit flüssigen Pflanzenschutzmitteln, Blattdüngern oder Adjuvantien technisch weder vorgesehen noch möglich. Die Anwendung muss stets als Solobehandlung erfolgen. Es ist lediglich darauf zu achten, dass zum Zeitpunkt der Anwendung keine extreme Staunässe im Boden vorliegt, um eine zu heftige, unkontrollierte Gasreaktion zu vermeiden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Aufgrund der Entzündlichkeit des entstehenden Acetylengases ist bei der Handhabung von DELU Wühlmausgas äußerste Vorsicht geboten. Der Anwender muss Schutzhandschuhe und eine Schutzbrille tragen; jeglicher Kontakt mit offenem Feuer, Funken oder Feuchtigkeit während der Entnahme ist strengstens zu vermeiden. Das Produkt muss absolut trocken und luftdicht verschlossen gelagert werden. Für die Umwelt ist das Mittel bei sachgemäßer Anwendung im Boden gut verträglich, da der Wirkstoff rückstandsfrei zu Kalk und Gas zerfällt, wodurch Bodenorganismen wie Regenwürmer nicht nachhaltig geschädigt werden. Ein direkter Eintrag in Oberflächengewässer ist jedoch strikt zu verhindern.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Allgemein0 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie wird die optimale Bodenfeuchtigkeit für die Anwendung von DELU Wühlmausgas bestimmt?

Der Boden sollte mäßig feucht sein. Ist der Boden extrem trocken, reagiert das Calciumcarbid zu langsam, wodurch sich keine ausreichende Gaskonzentration im Gangsystem aufbauen kann. In solchen Fällen hilft ein leichtes Anfeuchten des Lochs vor dem Verschließen. Bei staunässem oder völlig durchnässtem Boden hingegen kollabieren die Gänge oder das Gas wird zu schnell ausgewaschen.

Wann ist der beste Zeitpunkt im Jahr für eine Behandlung gegen Wühlmäuse?

Die Bekämpfung ist im zeitigen Frühjahr (vor dem Einsetzen des Hauptpflanzenwachstums) oder im späten Herbst am erfolgreichsten. Zu diesen Zeiten ist das natürliche Nahrungsangebot für die Schaderreger knapp, ihre Aktivität beim Anlegen von Vorräten hoch und die Gänge lassen sich besonders leicht lokalisieren.

Wie unterscheidet man bewohnte Wühlmausgänge von Maulwurfsgängen vor der Anwendung?

Wühlmaushaufen sind meist flach, unregelmäßig geformt und liegen neben dem Gangausgang, oft durchsetzt mit Pflanzenwurzeln. Maulwurfshaufen hingegen sind hoch, kreisrund und der Gang verläuft senkrecht nach unten. Zur Absicherung empfiehlt sich die 'Verwühlprobe': Öffnen Sie einen Gang auf einer Länge von 30 cm. Wühlmäuse verschließen diese Öffnung meist innerhalb weniger Stunden, während Maulwerke den Gang offen lassen oder ihn untergraben.

Welche Sicherheitsvorkehrungen müssen beim Verschließen der Gänge beachtet werden?

Nach dem Einbringen des Granulats muss die Öffnung sofort luftdicht verschlossen werden, damit das entstehende Gas im Gangsystem verbleibt. Verwenden Sie dazu am besten einen passenden Grassoden oder ein Brett und bedecken Sie dieses mit Erde. Das Granulat darf nicht direkt mit feuchter Erde zugeschüttet werden, da dies die Gasentwicklung vorzeitig stoppen oder das Mittel begraben würde.

Gibt es Einschränkungen bezüglich des BBCH-Stadiums der Kulturen bei der Anwendung?

Nein, da dieses Pflanzenschutzmittel unterirdisch direkt in die Schadnagergänge eingebracht wird und kein direkter Kontakt mit den oberirdischen Pflanzenteilen der Kulturen stattfindet, ist die Anwendung völlig unabhängig vom BBCH-Stadium der Kultur möglich. Die Behandlung richtet sich ausschließlich nach dem Befallsdruck der Schaderreger.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Wühlmäuse?

Nutzen Sie die Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech, wählen Sie die Kategorie „Schaderreger“ und suchen Sie gezielt nach „Wühlmaus“ oder „Schermaus“. Dort werden Ihnen alle in Deutschland (BVL) registrierten Produkte, deren spezifische Anwendungsbestimmungen und Wirkstoffe übersichtlich aufgelistet.