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Sonstige · Detia Freyberg GmbH

DETIA-GAS-EX P

BVL Zul.-Nr. 052569-00

DETIA-GAS-EX P ist ein hochspezialisiertes Pflanzenschutzmittel von Detia Freyberg GmbH, das auf dem Wirkstoff Aluminiumphosphid basiert. Es wird vor allem im Vorratsschutz sowie zur gezielten Bekämpfung von Schadnagern im Außenbereich eingesetzt. Nach der Ausbringung reagiert das feste Material mit der Umgebungsfeuchtigkeit und setzt den gasförmigen Wirkstoff Phosphorwasserstoff (Phosphin) frei, der eine hervorragende Tiefenwirkung besitzt.

Diese Formulierung ermöglicht eine präzise und kontrollierte Freisetzung des Gases. Da es sich um ein Begasungsmittel handelt, dringt der Wirkstoff selbst in schwer zugängliche Ritzen, Hohlräume oder tief liegende Gangsysteme von Schadnagern ein. Dies macht das Produkt zu einem unverzichtbaren Werkzeug für den professionellen Schutz von Lagergütern und zur Sanierung von befallenen Flächen.

Durch die physikalisch-chemische Wirkungsweise deckt DETIA-GAS-EX P ein extrem breites Spektrum an Schaderregern ab. Es erfasst zuverlässig alle Entwicklungsstadien von vorratsschädlichen Insekten (Eier, Larven, Puppen, Imagines) sowie verschiedene Schadnagerarten, ohne dabei Rückstände auf den behandelten Gütern zu hinterlassen, sofern die Anwendung fachgerecht erfolgt.

Wirkstoffe

Aluminiumphosphid
560 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Aluminiumphosphid reagiert bei Kontakt mit der natürlichen Feuchtigkeit der Luft oder des Bodens chemisch ab. Bei dieser Hydrolyse entsteht Phosphorwasserstoff (Phosphin, PH3), ein farbloses und hochentgiftendes Gas. Dieses Gas dringt über die Atemwege (Tracheen bei Insekten, Lunge bei Säugetieren) in den Organismus der Schaderreger ein. Auf biochemischer Ebene blockiert Phosphin die Zellatmung, indem es die Cytochrom-c-Oxidase in der mitochondrialen Atmungskette irreversibel hemmt. Dies führt zu einem schnellen Zusammenbruch der Energieversorgung (ATP-Synthese) und zur Bildung hochreaktiver Sauerstoffradikale, was letztlich den Tod der Schaderreger herbeiführt. Da dieser Prozess temperaturabhängig ist, verläuft die Begasung bei wärmeren Bedingungen deutlich schneller und effizienter.

Resistenzmanagement

Aufgrund der fundamentalen Wirkung auf die Zellatmung und der gasförmigen Verteilung ist das Risiko einer Resistenzbildung bei sachgemäßer Anwendung gering. Um Resistenzen bei Vorratsschädlingen dennoch vorzubeugen, musst du stets auf eine absolut gasdichte Abdichtung des Behandlungsraums achten, damit die erforderliche Wirkstoffkonzentration über den gesamten Zeitraum gehalten wird. Vermeide Unterdosierungen und wechsle bei wiederholten Behandlungen im Lagerbereich zwischen gasförmigen Anwendungen und physikalischen Maßnahmen oder anderen Wirkstoffklassen ab.

Mischbarkeit & Tankmischung

Als festes, gasentwickelndes Präparat ist DETIA-GAS-EX P absolut ungeeignet für Tankmischungen mit flüssigen Pflanzenschutzmitteln oder Additiven. Jeglicher direkte Kontakt mit Wasser oder flüssigen Formulierungen im Spritztank muss zwingend vermieden werden, da dies zu einer schlagartigen, unkontrollierten Freisetzung des hochentzündlichen und giftigen Phosphingases führt. Das Produkt darf ausschließlich solo und trocken gemäß den spezifischen Gebrauchsanweisungen ausgebracht werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Aufgrund der hohen Toxizität des freigesetzten Gases steht der Anwenderschutz an oberster Stelle. Du musst bei der Ausbringung die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), inklusive Atemschutzmaske mit entsprechendem Gasfilter, tragen. Da keine spezifische Bienen-Einstufung vorliegt, ist dennoch streng darauf zu achten, dass keine Anwendung in unmittelbarer Nähe von aktiv fliegenden Bienen oder blühenden Kulturen erfolgt. Um aquatische Organismen und die Bodenfauna zu schonen, darf das Mittel nicht in der Nähe von Oberflächengewässern angewendet werden, und die behandelten Bereiche müssen nach den gesetzlichen Vorgaben abgesichert werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Allgemein0 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie beeinflusst die Bodentemperatur die Anwendung von DETIA-GAS-EX P?

Da die Freisetzung des Gases auf einer chemischen Reaktion mit Feuchtigkeit basiert, spielen Temperatur und Bodenfeuchte eine entscheidende Rolle. Bei niedrigen Temperaturen (unter 5 °C) verläuft die Gasentwicklung extrem verlangsamt, was die Wirksamkeit mindert. Du solltest die Behandlung daher nur bei ausreichender Boden- oder Umgebungstemperatur durchführen, um eine schnelle und tödliche Konzentration des Gases zu gewährleisten.

Worauf musst du bei der Abdichtung von Lagerräumen vor der Begasung achten?

Eine erfolgreiche Begasung steht und fällt mit der Gasdichtheit des Raumes. Du musst alle Ritzen, Fenster, Türen und Lüftungsöffnungen sorgfältig mit gasdichten Folien und Spezialklebebändern versiegeln. Nur so verbleibt das freigesetzte Phosphingas lange genug in der erforderlichen Konzentration im Raum, um auch widerstandsfähige Entwicklungsstadien wie Eier oder Puppen sicher abzutöten.

Darf DETIA-GAS-EX P bei feuchtem Wetter oder Regen im Freiland ausgebracht werden?

Nein, du solltest das Produkt niemals bei starkem Regen oder extrem hoher Luftfeuchtigkeit im Freiland anwenden. Wenn die Pellets zu schnell nass werden, kommt es zu einer explosionsartigen Gasentwicklung, die für dich als Anwender lebensgefährlich ist. Achte stets auf trockene Witterungsbedingungen während der Ausbringung in die Erdgänge.

Wie erkennst du, ob die Begasung abgeschlossen und der Bereich wieder sicher ist?

Nach Ablauf der vorgeschriebenen Einwirkzeit musst du den behandelten Bereich gründlich lüften. Die Freigabe des Raumes oder der Fläche darf erst erfolgen, wenn du mit einem geeigneten und kalibrierten Gasmessgerät nachgewiesen hast, dass die Konzentration von Phosphorwasserstoff unter den gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwert gesunken ist.

Wie entsorgst du die Rückstände nach einer erfolgreichen Anwendung?

Nach der vollständigen Ausgasung bleibt ein graues Pulver zurück, das hauptsächlich aus ungiftigem Aluminiumhydroxid besteht. Du musst diese Reste gemäß den lokalen behördlichen Vorschriften und den Angaben im Sicherheitsdatenblatt entsorgen. Achte darauf, dass auch diese staubförmigen Rückstände nicht unkontrolliert in Gewässer oder die Kanalisation gelangen.