Detia Wühlmausgas
Detia Wühlmausgas ist ein bewährtes, spezialisiertes Pflanzenschutzmittel zur gezielten Vergrämung von unterirdisch lebenden Nagetieren, insbesondere Wühlmäusen (Schermäusen). Hergestellt von der Detia Freyberg GmbH und registriert unter der BVL-Nummer 050425-60, basiert dieses Produkt auf dem Wirkstoff Calciumcarbid (800 g/kg). Es wird als festes, gebrauchsfertiges Granulat geliefert, das direkt in die Gangsysteme der Schaderreger eingebracht wird.
Die Anwendung nutzt die natürliche Bodenfeuchtigkeit: Sobald das Granulat im geschlossenen Gangsystem mit Feuchtigkeit in Berührung kommt, setzt eine chemische Reaktion ein, die ein schweres, intensiv riechendes Gas freisetzt. Dieses Gas breitet sich rasch in den verzweigten Tunneln aus und treibt die Schaderreger effektiv aus den behandelten Bereichen, ohne die Wurzeln der umliegenden Kulturen zu schädigen.
Als nicht-systemisches Repellent eignet sich Detia Wühlmausgas hervorragend für den Einsatz in verschiedenen Kulturen im Obst-, Wein- und Gemüsebau sowie auf Grünland und Zierpflanzenflächen. Es bietet Landwirten und Gärtnern eine rückstandsfreie und hochwirksame Methode, um empfindliche Kulturen vor den verheerenden Folgen von Wurzelfraß und Hügelbildung zu schützen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Calciumcarbid reagiert bei Kontakt mit der natürlichen Bodenfeuchtigkeit (Wasser) chemisch ab. Bei dieser Hydrolyse entsteht gasförmiges Ethin (Acetylen), das von charakteristischen, stark riechenden Verunreinigungen (wie Phosphorwasserstoff und Schwefelwasserstoff) begleitet wird. Dieses schwere Gas verdrängt den Sauerstoff in den Gangsystemen der Schaderreger und erzeugt einen extrem unangenehmen, stechenden Geruch. Die Wühlmäuse meiden die begasten Bereiche sofort und nachhaltig. Da es sich um eine rein physikalisch-chemische Vergrämungswirkung (Repellent-Effekt) handelt, fällt der Wirkstoff nicht unter die klassischen biochemischen HRAC-, IRAC- oder FRAC-Klassifizierungen für organische Pestizide. Die Wirkung beruht primär auf der sensorischen Abwehr und der Störung des Lebensraums der Schaderreger im Boden.
Resistenzmanagement
Da es sich bei Calciumcarbid um ein physikalisch-chemisch wirkendes Vergrämungsmittel (Repellent) handelt und kein spezifischer biochemischer Rezeptor im Schaderreger adressiert wird, ist die Entwicklung einer physiologischen Resistenz bei Wühlmäusen oder anderen Nagern ausgeschlossen. Ein klassisches Resistenzmanagement im Sinne einer Wirkstoffrotation ist daher nicht erforderlich. Zur Optimierung der Befallsfreiheit empfiehlt sich jedoch die Kombination mit mechanischen Barrieren, Fallensystemen und der Förderung natürlicher Fressfeinde (z. B. durch Ansitzstangen für Greifvögel).
Mischbarkeit & Tankmischung
Aufgrund der spezifischen Anwendungsform als Feststoff, der direkt in die unterirdischen Gänge eingebracht wird, ist eine Tankmischung mit flüssigen Pflanzenschutzmitteln oder Düngemitteln technisch weder vorgesehen noch möglich. Das Produkt darf unter keinen Umständen mit Wasser im Spritztank angemischt werden, da die schlagartige Freisetzung von hochentzündlichem Ethingas ein extremes Explosions- und Brandrisiko darstellt. Die Anwendung muss stets separat und trocken direkt im Boden erfolgen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Detia Wühlmausgas ist der Schutz des Anwenders von höchster Priorität; das Tragen von Schutzhandschuhen und Augenschutz ist obligatorisch, um Verätzungen durch Feuchtigkeitsreaktionen auf der Haut zu vermeiden. Die Dosen müssen nach der Entnahme sofort wieder luftdicht verschlossen werden, um eine vorzeitige Gasentwicklung zu verhindern. Für Nichtzielorganismen im Boden ist das Mittel bei sachgerechter Anwendung in den Gängen relativ schonend, jedoch ist darauf zu achten, dass keine Gase in Wohngebäude oder Tierställe eindringen können. Der Wirkstoff Calciumcarbid zerfällt im Boden rückstandsfrei zu gelöschtem Kalk (Calciumhydroxid), welcher als natürlicher Bodenbestandteil gilt und keine ökotoxikologischen Langzeitrisiken für das Grundwasser darstellt.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| — | Allgemein | — | 0 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie wird Detia Wühlmausgas am effektivsten im Boden ausgebracht?
Suchen Sie zunächst die aktiven Gänge der Wühlmäuse und öffnen Sie diese vorsichtig. Geben Sie die empfohlene Menge der Calciumcarbid-Granulate tief in den Gang hinein. Verschließen Sie die Öffnung danach sofort wieder luftdicht mit einem Erdkloben oder Graswasen, damit das entstehende Gas nicht nach oben entweicht, sondern sich im gesamten Gangsystem verteilt. Die Gänge dürfen dabei nicht verschüttet werden.
Welchen Einfluss hat die Bodenfeuchtigkeit auf die Wirkung des Mittels?
Eine moderate Bodenfeuchtigkeit ist für die chemische Reaktion, die das vergrämende Gas freisetzt, zwingend erforderlich. Bei extrem trockenen Böden im Hochsommer reagiert das Calciumcarbid nur sehr langsam; in diesem Fall kann es helfen, die Granulate im Gang vorsichtig mit minimalen Mengen Wasser zu befeuchten, bevor der Gang verschlossen wird. Bei staunassem Boden hingegen kann die Reaktion zu schnell ablaufen oder das Gas blockiert werden.
Darf Detia Wühlmausgas auch zur Bekämpfung von Maulwürfen eingesetzt werden?
In Deutschland steht der Maulwurf unter Naturschutz (Bundesnaturschutzgesetz) und darf weder gefangen, verletzt noch getötet werden. Eine direkte Bekämpfung ist daher unzulässig. Allerdings ist die Vertreibung (Vergrämung) von Maulwürfen von sensiblen Flächen (z. B. Sportplätzen oder Nutzgärten) unter strengen rechtlichen Voraussetzungen und mit dafür zugelassenen Repellents teilweise möglich. Prüfen Sie stets die aktuellen lokalen Zulassungsbestimmungen und Auflagen des BVL.
Wie erkenne ich, ob ein Wühlmausgang noch aktiv bewohnt ist?
Nutzen Sie die sogenannte "Verwühlprobe". Öffnen Sie dazu ein Stück des Gangs auf einer Länge von etwa 30 cm. Wenn die Wühlmäuse aktiv sind, werden sie die geöffnete Stelle meist innerhalb weniger Stunden (oft innerhalb von 2 bis 6 Stunden) wieder zuschütten, um ihren Bau vor Zugluft und Feinden zu schützen. Bleibt der Gang offen, ist er wahrscheinlich verlassen.
Welche Sicherheitsvorkehrungen müssen bezüglich der Entzündlichkeit getroffen werden?
Das bei der Reaktion mit Feuchtigkeit entstehende Ethingas ist hochentzündlich und bildet mit Luft explosive Gemische. Während der Anwendung und im Lagerbereich darf absolut nicht geraucht werden, und es dürfen keine offenen Flammen oder Funkenquellen (z. B. elektrische Geräte) in der Nähe sein. Lagern Sie das Produkt immer absolut trocken, kühl und fest verschlossen im Originalbehälter.
Gibt es eine Wartezeit (PHI) für essbare Kulturen nach der Anwendung?
Da das Gas ausschließlich unterirdisch in den Gängen wirkt und der feste Rückstand im Boden zu harmlosem Calciumhydroxid (Kalk) zerfällt, kommt die Kultur nicht direkt mit dem Wirkstoff in Kontakt. Es gibt daher in der Regel keine festgesetzte Wartezeit (F) bis zur Ernte der Kulturen, sofern das Pflanzenschutzmittel vorschriftsmäßig unterirdisch angewendet wurde.