Dutch Trig
Dutch Trig ist ein innovatives, biologisches Pflanzenschutzmittel, das speziell für den präventiven Schutz von Ulmen (Ulmus spp.) gegen die verheerende Schlauchpilzkrankheit (Iffensche Ulmenkrankheit, verursacht durch Ophiostoma novo-ulmi) entwickelt wurde. Das Produkt ist als Suspension formuliert und enthält lebensfähige Sporen des nicht-pathogenen Pilzes Verticillium albo-atrum Stamm WCS850.
In der modernen Baumpflege und im urbanen Grünflächenmanagement nimmt Dutch Trig eine Schlüsselrolle ein. Da es sich um ein biologisches Präparat handelt, das mittels gezielter Mikroinjektion direkt in den Stamm appliziert wird, bietet es eine umweltschonende Alternative zu großflächigen chemischen Spritzungen. Es schützt wertvolle historische Baumbestände und Stadtbäume hocheffektiv vor dem Absterben.
Die Formulierung ist darauf ausgelegt, direkt in das aktive Xylem des Baumes eingebracht zu werden. Dadurch wird eine schnelle systemische Verteilung des biologischen Wirkstoffs im gesamten Gefäßsystem der Kultur gewährleistet, noch bevor die Hauptaktivität der Vektoren (Ulmensplintkäfer) einsetzt.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkmechanismus von Dutch Trig basiert auf dem Prinzip der induzierten systemischen Resistenz (ISR). Der enthaltene Wirkstoff Verticillium albo-atrum Stamm WCS850 ist ein für die Ulme nicht-pathogener Pilzstamm. Nach der Injektion in das wasserleitende System der Kultur erkennt die Ulme die Pilzsporen als potenziellen Schaderreger und aktiviert umgehend ihre eigenen, natürlichen Abwehrmechanismen. Diese biologische „Impfung“ führt dazu, dass der Baum Abwehrstoffe wie Phytoalexine bildet und die Gefäßwände lokal verstärkt. Wenn im Laufe der Vegetationsperiode der eigentliche Erreger der Ulmenkrankheit (Ophiostoma novo-ulmi) durch den Ulmensplintkäfer übertragen wird, trifft er auf ein bereits hochgradig sensibilisiertes und aktives Abwehrsystem. Die Ulme kann die Ausbreitung des Schadpilzes blockieren, bevor dieser die Leitungsbahnen verstopfen und das typische Welken verursachen kann. Da es sich um einen biologischen Induktor handelt, erfolgt keine Einstufung in die klassischen chemischen FRAC-Gruppen.
Resistenzmanagement
Da Dutch Trig auf der Aktivierung der pflanzeneigenen Immunantwort basiert und keinen direkten toxischen Druck auf den Schaderreger ausübt, ist das Risiko einer Resistenzentwicklung als extrem gering einzustufen. Der Schadpilz Ophiostoma novo-ulmi kommt nicht direkt mit einem chemischen Wirkstoff in Kontakt, wodurch kein Selektionsdruck entsteht. Um einen dauerhaften Schutz zu gewährleisten, ist jedoch eine jährliche Wiederholung der Anwendung zwingend erforderlich, da die induzierte Resistenz nicht auf den im Folgejahr neu gebildeten Xylemring übertragen wird.
Mischbarkeit & Tankmischung
Aufgrund der speziellen Applikationstechnologie mittels direkter Mikroinjektion in den Baumstamm wird Dutch Trig als gebrauchsfertige Suspension ohne jegliche Verdünnung oder Mischung ausgebracht. Eine Tankmischung mit anderen Pflanzenschutzmitteln, Düngemitteln oder Additiven ist weder vorgesehen noch zulässig. Insbesondere der Kontakt mit Fungiziden muss strikt vermieden werden, da diese die Vitalität der enthaltenen Verticillium-Sporen herabsetzen und das Produkt somit wirkungslos machen würden. Alle Injektionsgeräte müssen vor der Anwendung gründlich gereinigt und sterilisiert werden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Die Anwendung von Dutch Trig via geschlossener Mikroinjektion minimiert das Expositionsrisiko für Anwender, Passanten und die Umwelt nahezu auf null. Da keine Spritzbrühe ausgebracht wird, entstehen weder Abdrift noch Abschwemmungen in angrenzende Oberflächengewässer oder Saumbiotope. Das Produkt ist als biologisches Mittel extrem schonend für Nichtzielorganismen wie Bienen, Vögel, Regenwürmer und aquatische Ökosysteme. Beim Umgang mit der Sporensuspension und während der Injektion sind die standardmäßigen persönlichen Schutzmaßnahmen (wie Schutzhandschuhe und Augenschutz) gemäß Sicherheitsdatenblatt einzuhalten.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| — | Allgemein | — | 0 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt im Jahr für die Anwendung von Dutch Trig?
Die Injektion muss im Frühjahr durchgeführt werden, sobald die Ulmen mit dem Blattaustrieb beginnen und der Saftstrom im Xylem voll aktiv ist. Dies entspricht in der Regel dem Zeitraum von Ende April bis Ende Mai. Zu diesem Zeitpunkt können sich die Sporen optimal im neuen Jahrring des Baumes verteilen.
Kann Dutch Trig eine Ulme heilen, die bereits Symptome der Ulmenkrankheit zeigt?
Nein, das Produkt wirkt rein präventiv. Es regt die Selbstverteidigung des Baumes an, bevor eine Infektion stattfindet. Wenn ein Baum bereits durch den Schadpilz Ophiostoma novo-ulmi infiziert ist und Welkesymptome zeigt, ist das Gefäßsystem meist schon irreversibel geschädigt, und die Behandlung ist wirkungslos.
Warum muss die Behandlung mit Dutch Trig jedes Jahr wiederholt werden?
Ulmen bilden jedes Jahr einen neuen äußeren Xylemring (Jahrring), über den der primäre Wassertransport und damit auch die Infektion durch den Ulmensplintkäfer stattfindet. Da die im Vorjahr induzierte Resistenz nicht auf das neu gebildete Holz übergeht, muss der Baum in jedem Frühjahr neu „geimpft“ werden.
Wie wird das Mittel praktisch in den Baum eingebracht?
Die Ausbringung erfolgt mit einem speziellen, patentierten Injektionswerkzeug (Chiseler). Dabei werden in regelmäßigen Abständen rund um den Stammfuß winzige Keilschnitte in die Rinde gesetzt, durch die jeweils ein präzise dosierter Tropfen der Sporensuspension direkt in die wasserleitenden Gefäße injiziert wird.
Schadet das Anbohren oder Einschneiden bei der Injektion der Vitalität der Ulme?
Nein, die Schnitte des Spezialwerkzeugs sind extrem klein (wenige Millimeter breit) und dringen nur minimal in das aktive Splintholz ein. Gesunde Ulmen überwallen diese winzigen Wunden innerhalb weniger Wochen vollständig, sodass keine dauerhaften Schäden oder Eintrittspforten für andere Schaderreger entstehen.
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