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OTHER · BASF SE

Efilor

BVL Zul.-Nr. 007024-00

Efilor ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel von BASF, das speziell für den Einsatz im Winterraps entwickelt wurde. Es kombiniert die Eigenschaften eines leistungsstarken Fungizids mit den Vorzügen eines modernen Wachstumsreglers. Durch diese duale Wirkung schützt das Präparat die Kultur nicht nur vor ertragsmindernden Pilzkrankheiten, sondern optimiert auch die Pflanzenarchitektur für eine verbesserte Winterhärte und Standfestigkeit.

Die flüssige Formulierung ermöglicht eine einfache Handhabung und sorgt für eine schnelle Aufnahme der Wirkstoffe durch die Blätter der Kultur. Efilor deckt ein breites Spektrum relevanter Schaderreger ab und ist ein etablierter Baustein sowohl in der herbstlichen Absicherung der Bestände als auch in der Ertragssicherung während der Frühjahrs- und Blütebehandlung.

Wirkstoffe

Boscalid
133 g/L · Wirkstoff
Metconazol
60 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die herausragende Wirkung von Efilor basiert auf der Kombination zweier komplementärer Wirkstoffe mit unterschiedlichen Angriffspunkten. Boscalid gehört zur chemischen Gruppe der Carboxamide (SDHI, FRAC-Gruppe 7). Es blockiert die Atmungskette in den Mitochondrien der Pilzzellen, wodurch die Energieversorgung der Schaderreger zusammenbricht und das Myzelwachstum sowie die Sporenkeimung unterbunden werden. Metconazol, ein Wirkstoff aus der Gruppe der Triazole (DMI, FRAC-Gruppe 3), hemmt die Ergosterol-Biosynthese und stört damit den Aufbau der Pilzzellmembranen. Darüber hinaus besitzt Metconazol ausgeprägte wachstumsregulatorische Eigenschaften. Durch die gezielte Beeinflussung des Phytohormonhaushalts (Hemmung der Gibberellinsynthese) wird das Streckungswachstum der Kultur gehemmt. Dies führt zu einem kompakteren Wuchs, einer tieferen Lage des Vegetationskegels im Herbst und einer verbesserten Standfestigkeit im Frühjahr.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, nutzt Efilor den Vorteil zweier unterschiedlicher Wirkstoffklassen (FRAC-Gruppe 3 und 7). Dennoch sollte das Pflanzenschutzmittel stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Dies beinhaltet den Wechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen in der Spritzfolge sowie die Einhaltung der vom BVL vorgegebenen maximalen Anzahl an Anwendungen pro Saison. Ein einseitiger, wiederholter Einsatz von SDHI- oder Triazol-Fungiziden ohne Wirkstoffwechsel ist zu vermeiden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Efilor zeichnet sich durch eine sehr gute Mischbarkeit mit gängigen Pflanzenschutzmitteln aus. Tankmischungen mit Insektiziden (z. B. zur Bekämpfung des Rapserdflohs oder des Rapsglanzkäfers) sowie mit Herbiziden sind in der Praxis in der Regel problemlos möglich. Auch die Kombination mit Mikronährstoffen, insbesondere Bor, ist zur herbstlichen oder frühjahrsmäßigen Versorgung der Kultur gut verträglich. Bei der Herstellung von Tankmischungen sollte die Spritze zunächst zu zwei Dritteln mit Wasser gefüllt, Efilor als flüssige Komponente vollständig gelöst und Zusatzstoffe oder Dünger erst zum Schluss hinzugefügt werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Efilor ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Das Produkt ist als gewässergefährdend eingestuft, weshalb die gesetzlichen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (BVL-Anwendungsbestimmungen wie NW605/NW606) strikt einzuhalten sind. Um Nichtzielorganismen zu schützen, sind Abdriften auf angrenzende Flächen zu vermeiden. Bezüglich der Bienengefährdung ist das Mittel bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, wobei bei Mischungen mit bestimmten Insektiziden die veränderten Auflagen zu beachten sind.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
RapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)12–311 LITER_PER_HECTARE
RapsWinterfestigkeit12–311 LITER_PER_HECTARE
RapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)31–591 LITER_PER_HECTARE
RapsStandfestigkeit31–591 LITER_PER_HECTARE
RapsWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)59–691 LITER_PER_HECTARE
RapsRapsschwärze (Alternaria brassicae)59–691 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Herbstanwendung von Efilor im Raps?

Die Herbstanwendung erfolgt idealerweise im BBCH-Stadium 14 bis 16 (4- bis 6-Blatt-Stadium des Rapses). Zu diesem Zeitpunkt fördert das Pflanzenschutzmittel die Einkürzung des Vegetationskegels, stärkt den Wurzelhals für eine bessere Winterfestigkeit und schützt die jungen Kulturen effektiv vor frühem Befall durch die Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans).

Wie unterstützt Efilor die Standfestigkeit von Winterraps im Frühjahr?

Bei einer Anwendung im Frühjahr zu Beginn des Schossens hemmt der enthaltene Wirkstoff Metconazol das Längenwachstum der Triebe. Dies führt zu einer stabileren Pflanzenarchitektur mit dickerem Stängelquerschnitt und fördert die Bildung von ertragsrelevanten Seitentrieben, was das Risiko von Lagerbildung (Lagerraps) vor der Ernte signifikant reduziert.

Kann Efilor auch zur gezielten Blütenbehandlung gegen Sclerotinia eingesetzt werden?

Ja, Efilor ist für Anwendungen bis zum Ende der Blüte (BBCH 69) zugelassen. Eine Behandlung während der Vollblüte (BBCH 65) schützt die Kultur hocheffektiv vor der Weißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum), da die herabfallenden Blütenblätter, die dem Pilz als Nährboden dienen, optimal mit den fungiziden Wirkstoffen benetzt werden.

Welche Vorteile bietet die Kombination aus Boscalid und Metconazol für das Resistenzmanagement?

Durch die Kombination zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen (SDHI aus FRAC-Gruppe 7 und Triazol aus FRAC-Gruppe 3) greift Efilor den Stoffwechsel der Schaderreger an zwei verschiedenen Stellen an. Dies minimiert das Risiko einer Selektion resistenter Pilzstämme im Vergleich zu Einzelsubstanz-Anwendungen erheblich.

Was muss bei der Tankmischung von Efilor mit Bor-Düngern beachtet werden?

Die Mischung mit flüssigen Bor-Formulierungen ist in der Praxis üblich und gut verträglich. Es wird empfohlen, die Spritze zunächst zu 2/3 mit Wasser zu füllen, Efilor unter ständigem Rühren vollständig einzumischen und den Bor-Dünger erst als letzte Komponente hinzuzugeben, um Ausfällungen im Tank zu vermeiden.

Wie verhält sich Efilor bezüglich der Wartezeit (PHI) bis zur Ernte?

Für Efilor ist die Wartezeit durch die zugelassenen Anwendungszeiträume und BBCH-Stadien abgedeckt (oft als 'F' deklariert). Da die späteste zugelassene Anwendung bis zum Ende der Blüte (BBCH 69) erfolgt, vergeht bis zur Rapsdrusch im Sommer ausreichend Zeit, sodass keine spezifische Wartezeit in Tagen eingehalten werden muss.