EPSOM
EPSOM von der FLÜGEL GmbH ist ein spezialisiertes Pflanzenschutzmittel auf Basis von natürlichem Fischöl (28,5 g/kg), das im deutschen Markt vor allem als effektives Vergrämungsmittel (Repellent) eingesetzt wird. Durch seine besondere Formulierung nutzt es die natürlichen Abwehreigenschaften von Fischöl, um empfindliche Kulturen vor mechanischen Schäden und tierischem Einfluss zu schützen.
Als Produkt der Kategorie "Sonstige" nimmt EPSOM eine wichtige Nische im integrierten Kulturschutz ein. Es eignet sich hervorragend für den Einsatz in verschiedenen Kulturen, bei denen herkömmliche chemisch-synthetische Wirkstoffe nicht anwendbar oder unerwünscht sind. Die Formulierung sorgt für eine gute Haftung auf den behandelten Pflanzenteilen und gewährleistet so eine langanhaltende Wirkung.
Der Fokus liegt hierbei auf der Abwehr von Schaderregern und Wild durch olfaktorische und gustatorische Reize. Da es sich um einen natürlichen Wirkstoff handelt, lässt sich EPSOM flexibel in bestehende Betriebskonzepte integrieren, um Kulturschäden effektiv zu minimieren, ohne die Umwelt unnötig zu belasten.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die Wirkungsweise von EPSOM basiert auf dem physikalischen und sensorischen Prinzip der Vergrämung. Der aktive Wirkstoff Fischöl verströmt nach der Anwendung einen charakteristischen, intensiven Geruch und Geschmack, der auf Wildtiere und bestimmte Schaderreger stark abschreckend wirkt. Dies führt zu einer effektiven Meidung der behandelten Kulturen durch eine olfaktorische und gustatorische Barriere. Da es sich um einen rein kontaktaktiv wirkenden Stoff handelt, dringt das Fischöl nicht in das Pflanzengewebe ein, sondern verbleibt als schützender Film auf der Oberfläche. Es blockiert keine biochemischen Prozesse in der Kultur, sondern stört die Wirts- und Nahrungssuche der Zielorganismen auf rein physikalischem und sensorischem Weg, was einen hervorragenden Schutz vor Verbiss und mechanischen Beschädigungen bietet.
Resistenzmanagement
Aufgrund der rein physikalisch-olfaktorischen Wirkungsweise von Fischöl ist die Entwicklung von Resistenzen bei den Zielorganismen äußerst unwahrscheinlich. EPSOM eignet sich daher perfekt für den langfristigen Einsatz im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes (IPM). Um die Schutzwirkung dauerhaft hoch zu halten, solltest du die Anwendung dennoch mit mechanischen Schutzmaßnahmen wie Zäunen oder Wuchshüllen kombinieren und die Behandlungen bei starkem Neuzuwachs der Kulturen oder nach intensiven Niederschlägen wiederholen.
Mischbarkeit & Tankmischung
Bei der Mischung von EPSOM mit anderen Pflanzenschutzmitteln oder Blattdüngern ist Vorsicht geboten, da die ölige Formulierung die physikalischen Eigenschaften der Spritzbrühe verändern kann. Führe vor einer großflächigen Tankmischung immer eine Verträglichkeitsprobe in einem kleinen Gefäß durch. Achte darauf, EPSOM bei der Befüllung der Spritze als letzte Komponente hinzuzufügen und die Rührwerke während des gesamten Ausbringungsprozesses aktiv zu halten, um eine homogene Emulsion zu gewährleisten.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Obwohl EPSOM auf natürlichem Fischöl basiert, müssen beim Umgang mit dem Konzentrat die üblichen Sicherheitsmaßnahmen für Pflanzenschutzmittel eingehalten werden. Trage während der Anmischung und Anwendung die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung, um Haut- und Augenkontakt zu vermeiden. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährlichkeitsklasse in den Zulassungsdaten hinterlegt ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern Behandlungen generell nicht auf blühende Kulturen oder an Orten mit aktivem Bienenflug ausbringen; verlege die Anwendung vorzugsweise in die späten Abendstunden. Vermeide zudem den direkten Eintrag in Gewässer, um aquatische Organismen zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| — | Allgemein | — | 0 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie oft musst du EPSOM nach Regenfällen erneut auftragen?
Da EPSOM einen haftfähigen Film auf der Oberfläche der Kultur bildet, ist es mäßig regenfest. Nach langanhaltenden oder sehr intensiven Niederschlägen sowie bei starkem Neuzuwachs der Kultur solltest du die Behandlung jedoch wiederholen, um den langanhaltenden Schutzfilm lückenlos aufrechtzuerhalten.
Zu welcher Tageszeit solltest du EPSOM am besten ausbringen?
Es wird empfohlen, EPSOM in den kühleren Morgen- oder Abendstunden auszubringen. Dies sorgt für eine langsame und gleichmäßige Antrocknung des Spritzbelags auf der Kultur und minimiert das Risiko von Verdunstungsverlusten oder unerwünschten Geruchsbelästigungen in der direkten Umgebung während Hitzeperioden.
Kannst du EPSOM auch im Forstbereich zur Wildschadensverhütung nutzen?
Ja, EPSOM eignet sich aufgrund seiner stark vergrämenden Wirkung durch Fischöl hervorragend zur Verhütung von Wildschäden wie Verbiss oder Schälen an forstlichen Kulturen. Achte darauf, besonders die gefährdeten Terminalknospen und jungen Triebe im Herbst oder vor dem Austrieb im Frühjahr gezielt zu behandeln.
Welche Düsen und Druckeinstellungen sind für die Ausbringung von EPSOM ratsam?
Da es sich um eine ölige Formulierung handelt, solltest du grob- bis mitteltropfige Düsen verwenden, um Abdrift zu minimieren und eine gleichmäßige Benetzung der Kultur zu garantieren. Ein mittlerer Spritzdruck ist ideal, um ein Verstopfen der Düsen zu verhindern und eine homogene Verteilung des Fischöls zu sichern.
Wie reinigst du deine Pflanzenschutzspritze nach der Anwendung von EPSOM?
Wegen der öligen Konsistenz von Fischöl ist eine gründliche Reinigung der Spritze direkt nach der Anwendung essenziell. Verwende warmes Wasser und einen speziellen alkalischen Spritzenreiniger, um alle Ölrückstände vollständig aus den Schläuchen, Filtern und Düsen zu entfernen und Verklebungen für die nächste Anwendung zu verhindern.
Gibt es Einschränkungen bezüglich des BBCH-Stadiums der Kultur?
Da EPSOM primär als physikalische Barriere und Vergrämungsmittel wirkt, gibt es keine strengen physiologischen Einschränkungen durch BBCH-Stadien. Du solltest die Anwendung flexibel dann einplanen, wenn die Kultur am stärksten durch Wild oder Schaderreger gefährdet ist, idealerweise jedoch vor dem Einsetzen des Hauptschadensereignisses.