EPSOM
EPSOM aus dem Hause FLÜGEL GmbH ist ein spezialisiertes Pflanzenschutzmittel auf Basis von Fischöl (30 g/l), das vor allem als Repellent (Vergrämungsmittel) im Forst-, Obst- und Weinbau eingesetzt wird. Durch seine spezifischen physikalischen und geruchlichen Eigenschaften dient es dem Schutz von Kulturen vor Wildschäden wie Verbiss, Schälen oder Fegen durch Schalenwild und andere Wildtierarten.
Als Formulierung nutzt EPSOM die natürlichen Abwehreigenschaften von Fischöl. Es positioniert sich als umweltschonende und nachhaltige Alternative zu rein chemisch-synthetischen Präparaten. Da es auf physikalisch-olfaktorischer Ebene wirkt, ist es besonders für den integrierten Anbau sowie für forstwirtschaftliche Sonderflächen geeignet, auf denen ein schonender, aber effektiver Schutz junger Triebe und Rinden im Vordergrund steht.
Die Anwendung erfolgt in der Regel durch Streichen oder Spritzen auf die zu schützenden Pflanzenteile. Durch die langanhaltende Haftung und den intensiven Geruch bietet das Produkt einen zuverlässigen Barriereeffekt über einen kritischen Zeitraum hinweg, insbesondere in den herbst- und wintermonaten, wenn der Druck durch Wildverbiss am höchsten ist.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkmechanismus von EPSOM basiert auf einer olfaktorischen und gustatorischen Vergrämung (Abwehr durch Geruch und Geschmack). Der aktive Inhaltsstoff Fischöl verströmt nach der Anwendung einen für Wildtiere hochgradig unangenehmen, abschreckenden Geruch. Gleichzeitig führt der Kontakt mit den behandelten Pflanzenteilen beim Versuch des Verbisses zu einer geschmacklichen Abweisung, wodurch die Tiere die behandelte Kultur meiden. Da es sich um einen rein physikalisch-sensorischen Wirkungsansatz handelt, greift EPSOM nicht in die biochemischen Prozesse der Zielorganismen ein. Es erfolgt keine Einstufung in die klassischen HRAC-, IRAC- oder FRAC-Klassen, da kein toxischer Pfad bedient wird. Dies macht das Mittel zu einem äußerst sicheren Werkzeug im Kultur- und Forstschutz.
Resistenzmanagement
Aufgrund des rein physikalisch-olfaktorischen Wirkungsmechanismus von Fischöl ist die Entwicklung von Resistenzen bei den Zielorganismen (Wildtieren) ausgeschlossen. Ein klassisches Resistenzmanagement im Sinne einer Wirkstoffrotation ist daher nicht erforderlich. Um jedoch Gewöhnungseffekte bei lokalem Wilddruck zu vermeiden, empfiehlt sich die Kombination mit mechanischen Schutzmaßnahmen (z. B. Wuchshüllen oder Zäunen) sowie eine großflächige, gleichmäßige Applikation in den gefährdeten Beständen.
Mischbarkeit & Tankmischung
EPSOM wird in der Praxis meist als Soloprodukt angewendet, um die spezifische Geruchs- und Haftwirkung des Fischöls nicht zu beeinträchtigen. Von Mischungen mit klassischen Fungiziden oder Insektiziden wird im Regelfall abgeraten, da Formulierungshilfsstoffe die Emulsionsstabilität des Fischöls stören könnten. Bei einer eventuellen Kombination mit Haftmitteln oder anderen Repellentien ist vorab unbedingt eine Mischprobe auf physikalische Kompatibilität und Pflanzenverträglichkeit an einer Testfläche durchzuführen. Auf eine saubere Reinigung der Applikationsgeräte direkt nach der Behandlung ist aufgrund der klebrigen Konsistenz des Öls besonders zu achten.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Als Naturstoff weist Fischöl ein äußerst günstiges ökotoxikologisches Profil auf. EPSOM ist für Anwender und Umwelt bei sachgemäßer Anwendung gut verträglich. Dennoch sollten beim Ausbringen die üblichen persönlichen Schutzausrüstungen (wie Schutzhandschuhe und Schutzbrille) getragen werden, um direkten Hautkontakt und die damit verbundene intensive Geruchsanhaftung zu vermeiden. Das Produkt ist schonend für Nützlinge wie Bienen und Raubmilben. Ein direkter Eintrag in Oberflächengewässer sollte dennoch vermieden werden, um lokale Geruchs- oder Filmbelastungen zu verhindern.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| — | Allgemein | — | 0 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von EPSOM zum Schutz vor Wildverbiss?
Die Behandlung sollte vorbeugend vor dem Einsetzen des Hauptwilddrucks erfolgen, typischerweise im Spätherbst vor dem Laubfall oder im zeitigen Frühjahr vor dem Knospenaustrieb. Wichtig ist, dass die Applikation auf trockene Pflanzenteile und bei frostfreier Witterung durchgeführt wird, damit der Schutzfilm optimal antrocknen und haften kann.
Wie lange hält die abschreckende Wirkung von EPSOM nach der Ausbringung an?
Die Dauer der Schutzwirkung hängt stark von den Witterungsverhältnissen ab. In der Regel bietet der zähe Fischöl-Schutzfilm eine Barrierewirkung von mehreren Wochen bis hin zu einigen Monaten. Bei anhaltend starkem Regen oder starkem Neuzuwachs der Kultur im Frühjahr kann eine Folgebehandlung erforderlich sein, um den Schutz aufrechtzuerhalten.
Kann EPSOM auch mittels herkömmlicher Pflanzenschutzspritzen ausgebracht werden?
Ja, EPSOM kann je nach Zulassung gespritzt oder gestrichen werden. Beim Spritzen ist jedoch darauf zu achten, dass geeignete Düsen mit ausreichend großer Bohrung verwendet werden, um Verstopfungen durch die ölige Formulierung zu vermeiden. Nach der Anwendung müssen die Geräte gründlich mit warmem Wasser und einem speziellen Reinigungsmittel gespült werden, um ein Antrocknen von Rückständen zu verhindern.
Besteht bei der Anwendung von EPSOM die Gefahr von Phytotoxizität an jungen Kulturen?
Fischöl ist im Allgemeinen sehr gut pflanzenverträglich. Dennoch sollte die Anwendung vorzugsweise in der Vegetationsruhe oder auf bereits verholzten Pflanzenteilen erfolgen. Bei extrem empfindlichen Kulturen oder sehr weichem, grünem Gewebe empfiehlt es sich, vor einer großflächigen Behandlung eine Probeanwendung an einzelnen Pflanzen durchzuführen.
Wie unterscheidet sich die Wirkung von EPSOM von mechanischen Schutzmaßnahmen?
Während mechanische Schutzmaßnahmen wie Wuchshüllen oder Zäune eine rein physische Barriere darstellen, wirkt EPSOM primär olfaktorisch und geschmacklich. Es eignet sich hervorragend für Flächen, auf denen Zäunungen wirtschaftlich oder praktisch nicht umsetzbar sind, oder als ergänzender Schutz für den Terminaltrieb einzelner Forst- und Obstgehölze.