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Sonstige · Envu 2022 ES Deutschland GmbH

Exteris Stressgard

BVL Zul.-Nr. 028376-00

Exteris Stressgard ist ein hochmodernes, flüssiges Pflanzenschutzmittel, das speziell für den anspruchsvollen Einsatz auf professionellen Rasenflächen wie Zier- und Sportrasen entwickelt wurde. Durch die Kombination zweier hochentwickelter Wirkstoffe bietet diese Formulierung einen hervorragenden Schutz vor wirtschaftlich bedeutenden Pilzkrankheiten im modernen Rasenmanagement. Die innovative Formulierungstechnologie unterstützt zudem die Vitalität der Gräser unter extremen Stressbedingungen.

Das Wirkspektrum konzentriert sich primär auf zwei der hartnäckigsten Schaderreger im professionellen Grünbereich: die Dollarflecken-Krankheit (Sclerotinia homoeocarpa) und den Schneeschimmel (Monographella nivalis). Diese Krankheiten können die optische und funktionelle Qualität von Golfplätzen und Sportanlagen massiv beeinträchtigen, weshalb eine präventive oder früh-kurative Behandlung für den Erhalt einer dichten Grasnarbe entscheidend ist.

Als flüssige Formulierung lässt sich das Produkt hervorragend dosieren und gleichmäßig auf der Rasenfläche verteilen. Es zieht schnell in die Kultur ein, was eine hohe Regenfestigkeit garantiert und die behandelten Flächen rasch wieder nutzbar macht.

Wirkstoffe

Fluopyram
12.5 g/L · Wirkstoff
Trifloxystrobin
12.5 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die Wirkung von Exteris Stressgard basiert auf dem synergistischen Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkstoffklassen. Fluopyram gehört zur Gruppe der SDHI (Succinat-Dehydrogenase-Inhibitoren, FRAC-Gruppe 7). Es blockiert die Zellatmung der Pilze im Komplex II der Atmungskette, wodurch die Energieproduktion der pathogenen Zellen zusammenbricht. Dies führt zu einer schnellen Hemmung des Myzelwachstums und der Sporenkeimung. Trifloxystrobin ergänzt dieses Prinzip als Wirkstoff aus der Klasse der Strobilurine (QoI-Inhibitoren, FRAC-Gruppe 11). Es greift ebenfalls in die Atmungskette ein, jedoch an Komplex III. Durch diese duale Blockade an unterschiedlichen Stellen des mitochondrialen Atemzyklus wird eine extrem zuverlässige und langanhaltende Schutzwirkung erzielt. Zudem fördert die integrierte Formulierungstechnologie physiologische Prozesse in der Kultur, was die Grünfärbung und die Toleranz gegenüber abiotischem Stress wie Hitze oder Trockenheit verbessert.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung der Schaderreger effektiv vorzubeugen, solltest du Exteris Stressgard stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts einsetzen. Da das Produkt Wirkstoffe aus den FRAC-Gruppen 7 und 11 enthält, ist es ratsam, Behandlungen mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen mit unterschiedlichem Wirkungsmechanismus abzuwechseln. Halte dich strikt an die maximal empfohlene Anzahl von Anwendungen pro Saison und vermeide den ausschließlichen, blockweisen Einsatz dieses Mittels, um die Sensitivität von Sclerotinia homoeocarpa und Monographella nivalis langfristig zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Exteris Stressgard zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit aus. Bei geplanten Tankmischungen mit Blattdüngern, Wachstumsregulatoren oder anderen Pflanzenschutzmitteln solltest du jedoch vorab stets eine kleine Probemischung in einem separaten Behälter durchführen, um die Verträglichkeit zu prüfen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extrem hartes oder stark saures Wasser. Die Anwendung sollte vorzugsweise auf trockenem oder leicht feuchtem Rasen erfolgen, wobei nach der Applikation ausreichend Zeit für das Antrocknen des Spritzbelags eingeplant werden muss, bevor Beregnungsanlagen aktiviert werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug, unerlässlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsdokument ausgewiesen ist, solltest du aus Gründen des vorsorgenden Umweltschutzes Behandlungen nicht auf blühenden Unkräutern oder zu Zeiten des aktiven Bienenflugs durchführen; verlege die Applikation idealerweise in die späten Abendstunden. Um aquatische Organismen und Bodenlebewesen wie Regenwürmer zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Gewässer oder Nichtzielflächen durch den Einsatz abdriftmindernder Düsentechnik konsequent zu vermeiden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
RasenDollarflecken-Krankheit (Sclerotinia homoeocarpa)10 LITER_PER_HECTARE
RasenSchneeschimmel (Monographella nivalis)10 LITER_PER_HECTARE
RasenSchneeschimmel (Monographella nivalis)10 LITER_PER_HECTARE
RasenDollarflecken-Krankheit (Sclerotinia homoeocarpa)10 LITER_PER_HECTARE
RasenSchneeschimmel (Monographella nivalis)10 LITER_PER_HECTARE
RasenDollarflecken-Krankheit (Sclerotinia homoeocarpa)10 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Schneeschimmel?

Gegen Schneeschimmel (Monographella nivalis) solltest du Exteris Stressgard vorzugsweise präventiv im Herbst applizieren, bevor die erste geschlossene Schneedecke zu erwarten ist. Typischerweise sind feucht-kalte Witterungsperioden im Spätherbst die kritische Phase, in der sich der Schaderreger rasant ausbreitet. Eine rechtzeitige Behandlung schützt die Gräser über die Wintermonate.

Wie erkennst du den optimalen Behandlungsstart bei Dollarflecken?

Die Dollarflecken-Krankheit tritt vor allem bei warmen Tagestemperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit (wie starker Taubildung am Morgen) im Sommer auf. Sobald die ersten kleinen, kreisrunden, strohgelben Flecken im Rasen sichtbar werden oder die Wetterprognose anhaltend schwüle Bedingungen ankündigt, solltest du die Behandlung starten, um eine großflächige Ausbreitung zu verhindern.

Kann ich das Pflanzenschutzmittel auch bei Frost anwenden?

Nein, du solltest das Mittel nicht bei Frost oder auf gefrorenem Boden ausbringen. Die Gräser müssen aktiv assimilieren können, damit die systemischen Wirkstoffe optimal aufgenommen und in der Kultur verteilt werden. Zudem besteht bei gefrorenem Boden die Gefahr des oberflächigen Abfließens des Spritzbelags bei plötzlichem Regen oder Schmelzwasser.

Welche Rolle spielt die integrierte Formulierungstechnologie im Sommer?

Die Formulierungstechnologie hilft deinen Rasengräsern, abiotischen Stress wie Hitze, Trockenheit oder intensive UV-Strahlung besser zu bewältigen. Sie fördert die Chlorophyllbildung und stärkt die Zellstruktur, wodurch der Rasen auch unter extremen sommerlichen Bedingungen seine grüne Farbe behält und widerstandsfähiger gegen mechanische Belastungen bleibt.

Wie lange sollte ich nach der Spritzung warten, bis der Rasen wieder betreten werden darf?

Du solltest die behandelten Rasenflächen erst dann wieder betreten oder bespielen, wenn der Spritzbelag auf den Gräsern vollständig abgetrocknet ist. Dies schützt nicht nur dich und andere Personen vor direktem Kontakt mit dem Wirkstoff, sondern verhindert auch, dass das Pflanzenschutzmittel mechanisch verschleppt wird.

Wie integriere ich das Produkt am besten in mein mechanisches Pflegeprogramm?

Führe intensive mechanische Maßnahmen wie Mähen, Vertikutieren oder Aerifizieren idealerweise vor der Applikation durch. Wenn du direkt nach dem Mähen spritzt, kann der Wirkstoff optimal auf die verbleibende Blattfläche treffen und ungestört einwirken. Warte nach der Behandlung mindestens 24 bis 48 Stunden mit dem nächsten Mähgang, um keinen Wirkstoff mit dem Schnittgut zu entfernen.