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OTHER · Nichino Europe Co. Ltd.

Flim

BVL Zul.-Nr. 00B030-00

Flim ist ein hochspezialisiertes Pflanzenschutzmittel zur professionellen Behandlung von Pflanzgut. Durch die Kombination zweier bewährter systemischer Wirkstoffe bietet das Präparat einen zuverlässigen Schutz vor wirtschaftlich bedeutenden pilzlichen Schaderregern in der sensiblen frühen Entwicklungsphase der Kultur. Es ist als flüssiges Konzentrat formuliert, was eine präzise und staubfreie Applikation ermöglicht.

Die Formulierung zielt insbesondere auf boden- und knollenbürtige Pilze ab. Durch die Kombination von Flutolanil und Imazalil deckt Flim ein breites Wirkungsspektrum ab, das sowohl Basidiomyceten als auch Ascomyceten umfasst. Dies sichert einen gleichmäßigen Feldaufgang und schützt die jungen Kulturen vor frühem Befallsdruck, was die Basis für ertragsstarke und qualitativ hochwertige Bestände legt.

Wirkstoffe

Flutolanil
308 g/L · Wirkstoff
Imazalil
38.5 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die Wirkung von Flim basiert auf zwei unterschiedlichen, sich ideal ergänzenden biochemischen Mechanismen. Der Wirkstoff Flutolanil gehört zur Gruppe der SDHI-Fungizide (Succinat-Dehydrogenase-Inhibitoren, FRAC-Gruppe 7). Er greift direkt in den Atmungskreislauf der Pilzzellen ein, indem er den Komplex II der mitochondrialen Atmungskette blockiert. Dies führt zu einem raschen Energiemangel und dem Absterben des Schaderregers. Ergänzt wird dies durch Imazalil, einen Vertreter der DMI-Fungizide (Demethylierungs-Inhibitoren, FRAC-Gruppe 3). Imazalil hemmt die Biosynthese von Ergosterol in den Zellmembranen der Pilze. Ohne Ergosterol verlieren die Membranen ihre strukturelle Integrität und Funktion, was das Myzelwachstum effektiv stoppt. Diese duale Systemik sorgt für einen lückenlosen Schutz von innen heraus.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen nachhaltig vorzubeugen, nutzt Flim bereits werkseitig zwei unterschiedliche Wirkstoffklassen (FRAC-Gruppen 7 und 3). Dennoch sollte dieses Pflanzenschutzmittel stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen bei nachfolgenden Behandlungen im Feld sowie die Einhaltung der empfohlenen Aufwandmengen. Ein wiederholter, einseitiger Einsatz von SDHI- oder DMI-Wirkstoffen in derselben Saison ist zu vermeiden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Da Flim primär als Spezialpräparat zur direkten Behandlung von Pflanzgut (z. B. im Beizverfahren) eingesetzt wird, sind Tankmischungen im klassischen Sinne der Feldspritzung selten. Bei einer kombinierten Anwendung mit flüssigen Mikronährstoffen oder speziellen Haftmitteln zur Knollenbehandlung ist vorab stets eine physikalische Mischbarkeitsprobe durchzuführen. Zudem sollte auf eine gleichmäßige Benetzung des Pflanzguts geachtet werden, wobei die Wasserqualität (insbesondere ein neutraler pH-Wert) die Stabilität der Brühe unterstützt.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Flim ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Applikation und Handhabung des behandelten Pflanzguts, zwingend erforderlich. Da das Mittel Wirkstoffe enthält, die für aquatische Organismen toxisch sein können, sind strenge Abdriftminderungsauflagen und Abstandsregelungen zu Oberflächengewässern strikt einzuhalten. Behandeltes Pflanzgut muss vollständig in den Boden eingebracht werden, um Risiken für Vögel und Wildtiere zu minimieren.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Allgemein0 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie wirkt sich die systemische Eigenschaft von Flim auf den Schutz der jungen Kultur aus?

Die systemischen Wirkstoffe Flutolanil und Imazalil werden nach der Anwendung von den keimenden Pflanzenteilen aufgenommen und in der jungen Kultur verteilt. Dies bietet einen langanhaltenden Schutz von innen heraus gegen Schaderreger, die den Keimling im Boden oder direkt an der Knolle angreifen, noch bevor sichtbare Symptome auftreten.

Warum ist die Kombination aus Flutolanil und Imazalil im Hinblick auf das Resistenzmanagement vorteilhaft?

Durch die Kombination zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen (SDHI, FRAC-Gruppe 7 und DMI, FRAC-Gruppe 3) blockiert Flim die Schaderreger an zwei verschiedenen biochemischen Angriffspunkten. Dies erschwert die Selektion resistenter Pilzstämme erheblich und sichert die langfristige Wirksamkeit beider Wirkstoffklassen.

Welche Faktoren müssen bei der Lagerung von mit Flim behandeltem Pflanzgut beachtet werden?

Behandeltes Pflanzgut sollte trocken, kühl und gut belüftet gelagert werden, um eine vorzeitige Keimung oder Qualitätsverluste zu vermeiden. Zudem muss das Saat- bzw. Pflanzgut deutlich als behandelt gekennzeichnet und für Unbefugte, Kinder sowie Nutz- und Wildtiere unzugänglich aufbewahrt werden.

Kann Flim auch bei niedrigen Bodentemperaturen während des Auflaufens appliziert werden?

Die Applikation erfolgt in der Regel vor oder während des Pflanzvorgangs. Die systemische Schutzwirkung ist auch bei kühleren Bodentemperaturen gegeben, was besonders wichtig ist, da langsame Auflaufphasen das Risiko für Infektionen durch bodenbürtige Schaderreger erhöhen.

Wie wird sichergestellt, dass Flim gleichmäßig auf dem Pflanzgut verteilt wird?

Für eine optimale Wirkung ist eine professionelle Applikationstechnik (z. B. mit speziellen Beizgeräten oder Ultra-Low-Volume-Düsen auf dem Leger) entscheidend. Eine unvollständige Benetzung kann zu Schutzlücken führen, während eine Überdosierung die Keimfähigkeit beeinträchtigen kann.

Welche Umweltauflagen sind beim Ausbringen von mit Flim behandeltem Pflanzgut zu beachten?

Es muss sichergestellt werden, dass das behandelte Pflanzgut vollständig mit Erde bedeckt ist, um eine Aufnahme durch Vögel oder Säugetiere zu verhindern. Zudem sind Verschüttungen sofort zu beseitigen, und die geltenden Abstandsauflagen zu Gewässern müssen eingehalten werden, um den Eintrag in aquatische Ökosysteme zu verhindern.