Force 20 CS
Force 20 CS von Syngenta ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel, das als Kapselsuspension (CS) formuliert ist und primär für den Schutz von Saatgut gegen bodenwohnende Schaderreger eingesetzt wird. Durch die innovative Formulierungstechnologie wird der aktive Wirkstoff Tefluthrin kontrolliert freigesetzt, was einen langanhaltenden Schutz der keimenden Kultur in der kritischen frühen Entwicklungsphase gewährleistet.
Als spezialisiertes Beizmittel besetzt das Produkt eine Schlüsselposition im modernen Ackerbau, um junge Keimlinge direkt im Boden vor dem gefürchteten Fraßdruck von Bodenschädlingen zu schützen. Die CS-Formulierung sorgt zudem für eine hervorragende Haftung auf dem Saatgut und minimiert den Abrieb während des Transports und der Aussaat, was sowohl die Anwendersicherheit als auch die biologische Wirksamkeit optimiert.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der enthaltene Wirkstoff Tefluthrin gehört zur chemischen Gruppe der Pyrethroide (IRAC-Klasse 3A). Im Gegensatz zu vielen anderen Vertretern dieser Klasse zeichnet sich Tefluthrin durch eine hohe Dampfphase im Boden aus. Der Wirkstoff geht in den gasförmigen Zustand über und bildet einen schützenden Hof um das keimende Saatgut, wodurch Schaderreger bereits vor dem eigentlichen Fraßkontakt abgeschreckt oder bekämpft werden. Biochemisch wirkt Tefluthrin direkt auf das Nervensystem der Schädlinge. Es hält die spannungsabhängigen Natriumkanäle in den Nervenmembranen offen und verzögert deren Schließung. Dies führt zu einer langanhaltenden Depolarisation, unkontrollierten Nervenimpulsen, Krämpfen und schließlich zum schnellen Absterben der betroffenen Bodenschädlinge.
Resistenzmanagement
Da Tefluthrin der IRAC-Gruppe 3A angehört, ist ein konsequentes Resistenzmanagement unerlässlich, um die langfristige Wirksamkeit zu sichern. Du solltest dieses Pflanzenschutzmittel im Rahmen einer weiten Fruchtfolge einsetzen und bei nachfolgenden Blattbehandlungen in derselben Saison auf Wirkstoffe aus anderen IRAC-Klassen zurückgreifen. Die Kombination von mechanischen Maßnahmen zur Bodenbearbeitung und der Förderung einer schnellen Jugendentwicklung der Kultur unterstützt die Schadensbegrenzung zusätzlich.
Mischbarkeit & Tankmischung
Da Force 20 CS als industrielles Saatgutbehandlungsmittel (Beizmittel) direkt in professionellen Beizstellen auf das Saatgut appliziert wird, sind klassische Tankmischungen in der Feldspritze durch den Anwender nicht relevant. Bei der industriellen Aufbereitung ist jedoch auf die physikalische Kompatibilität mit anderen Beizkomponenten, wie Fungiziden oder Haftmitteln, zu achten. Die Qualität des Saatguts und eine gleichmäßige Benetzung ohne Staubbildung sind entscheidend für die spätere Fließfähigkeit in der Sämaschine.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit gebeiztem Saatgut und während des Sävorgangs steht der Anwenderschutz an erster Stelle. Trage stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), insbesondere Schutzhandschuhe und Staubmaske beim Befüllen der Sämaschine. Da der Wirkstoff hochwirksam gegen aquatische Organismen ist, muss ein Eintrag von gebeiztem Staub in Oberflächengewässer strikt vermieden werden. Zum Schutz von Vögeln und freilebenden Säugetieren ist darauf zu achten, dass das gebeizte Saatgut vollständig und tief genug in den Boden eingebracht und verschüttetes Saatgut sofort beseitigt wird. Da keine spezifische Bieneneinstufung vorliegt, gilt generell: Vermeide Staubverwehungen auf blühende Bestände oder Bereiche, in denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind; eine Anwendung am Abend oder außerhalb des Bienenflugs ist zu bevorzugen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| — | Allgemein | — | 0 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie wirkt Force 20 CS im Boden, wenn es trocken ist?
Tefluthrin besitzt einen relativ hohen Dampfdruck für ein Pyrethroid. Das bedeutet, dass der Wirkstoff auch bei geringer Bodenfeuchtigkeit in die Gasphase übergeht und einen schützenden Gasraum um das Saatgut bildet. Dennoch ist eine gewisse Mindestfeuchte für die Keimung der Kultur und die optimale Verteilung des Wirkstoffs im unmittelbaren Wurzelraum vorteilhaft.
Kann ich mit Force 20 CS behandeltes Saatgut im Folgejahr aussäen?
Ja, in der Regel behält professionell gebeiztes Saatgut bei kühler, trockener und dunkler Lagerung seine Keimfähigkeit und die Wirksamkeit des Pflanzenschutzmittels. Du solltest jedoch vor der Aussaat im Folgejahr unbedingt eine Keimfähigkeitsprobe durchführen, um sicherzustellen, dass die Vitalität des Saatguts nicht gelitten hat.
Welche Technik muss ich bei der Aussaat von mit Force 20 CS behandeltem Saatgut beachten?
Um den Abrieb von Wirkstoffstaub zu minimieren und die Umwelt zu schonen, solltest du ein Sägerät verwenden, das den Staub direkt in den Boden leitet oder mit einer entsprechenden Vorrichtung zur Abdriftminderung ausgestattet ist. Zudem ist streng darauf zu achten, dass das Saatgut vollständig mit Erde bedeckt wird, um Vögel und Kleinsäuger vor der Aufnahme zu schützen.
Warum ist die CS-Formulierung (Kapselsuspension) bei diesem Produkt so wichtig?
Die Mikrokapsel-Formulierung (CS) sorgt für eine kontrollierte und verlangsamte Freisetzung des Wirkstoffs Tefluthrin im Boden. Dies verlängert die Schutzwirkung während der kritischen Keimphase und reduziert gleichzeitig den Abrieb des Beizmittels als Staub während des Transports und der Aussaat, was den Anwenderschutz erheblich verbessert.
Wie integriere ich Force 20 CS in eine nachhaltige Integrierte Schädlingsbekämpfung (IPM)?
Nutze das Produkt als gezielte Erstmaßnahme zum Schutz des empfindlichen Keimlingsstadiums. Kombiniere dies mit ackerbaulichen Maßnahmen wie einer ausgewogenen Fruchtfolge, der Förderung von Nützlingen und einer optimalen Bodenstruktur, um den Druck durch bodenwohnende Schaderreger von vornherein zu minimieren.