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OTHER · S&A Service und Anwendungstechnik GmbH

Frisin

BVL Zul.-Nr. 024511-00

Frisin ist ein hochspezialisiertes Pflanzenschutzmittel auf Basis des Wirkstoffs Phosphan (Phosphorwasserstoff), das für gezielte Anwendungen im Vorrats- und Segmentbereich entwickelt wurde. Als gasentwickelndes Präparat reagiert der Wirkstoff nach der Ausbringung mit der Umgebungs- oder Bodenfeuchtigkeit und setzt dabei das hochwirksame Phosphorwasserstoffgas frei. Diese physikalische Eigenschaft ermöglicht es dem Mittel, selbst in schwer zugängliche Hohlräume, Gangsysteme oder gelagerte Güter einzudringen, um dort verborgene Schaderreger effektiv zu erfassen.

Aufgrund seiner spezifischen Formulierung nimmt Frisin eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung von Schaderregern ein, die mit klassischen flüssigen oder festen Kontaktpräparaten nicht erreicht werden können. Die Anwendung erfordert aufgrund der physikalisch-chemischen Dynamik des Gasfreisetzungsprozesses eine präzise Handhabung und fundierte Fachkenntnisse des Anwenders.

Das Wirkungsspektrum ist primär auf Schädlinge ausgerichtet, die durch Atmungsgifte kontrolliert werden können. Durch die schnelle und gleichmäßige Ausbreitung des Gases im behandelten Volumen wird eine lückenlose Erfassung der Zielorganismen gewährleistet, was Frisin zu einem unverzichtbaren Werkzeug in der professionellen Schaderregerbekämpfung macht.

Wirkstoffe

Phosphan (Phosphorwasserstoff)
20.6 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Phosphan (Phosphorwasserstoff) entfaltet seine Wirkung als starkes Atmungs- und Stoffwechselgift. Nach der Freisetzung dringt das Gas über die Atemwege (Tracheen bzw. Atmungsorgane) in den Organismus der Schaderreger ein. Auf biochemischer Ebene blockiert Phosphan die Cytochrom-c-Oxidase in der mitochondrialen Atmungskette (zugeordnet der IRAC-Gruppe 24A). Dies führt zu einer sofortigen Unterbrechung der zellulären Energieproduktion (ATP-Synthese) und löst gleichzeitig die Bildung zellschädigender freier Sauerstoffradikale aus. Da die Wirkung primär über die Gasphase und die Atmung erfolgt, ist kein direkter physischer Kontakt der Schaderreger mit dem festen Ausgangspräparat notwendig. Der Zusammenbruch des Energiestoffwechsels führt rasch zum Absterben der Zielorganismen, wobei die Effizienz stark von der Temperatur und der damit verbundenen Atemfrequenz der Schaderreger abhängt.

Resistenzmanagement

Da Phosphan in die IRAC-Gruppe 24A eingestuft ist und einen fundamentalen physiologischen Prozess blockiert, ist das Risiko einer Resistenzentwicklung im Freilandbereich als äußerst gering einzustufen. Um jedoch im Vorratsschutz der Entstehung toleranter Populationen vorzubeugen, müssen subletale Gaskonzentrationen zwingend vermieden werden. Dies wird durch eine ausreichend lange Expositionszeit und eine absolut gasdichte Abdichtung des Behandlungsraums erreicht. Ein regelmäßiger Wechsel mit physikalischen Bekämpfungsmethoden oder Wirkstoffen aus anderen chemischen Klassen stützt das langfristige Resistenzmanagement.

Mischbarkeit & Tankmischung

Aufgrund der speziellen Formulierung und des gasförmigen Wirkungsmechanismus ist Frisin absolut ungeeignet für die Herstellung von Tankmischungen mit flüssigen Pflanzenschutzmitteln oder Blattdüngern. Das Produkt darf niemals mit Wasser in einer Spritzbrühe suspendiert werden, da dies zu einer sofortigen, unkontrollierten und lebensgefährlichen Freisetzung von Phosphorwasserstoffgas führen würde. Die Anwendung hat stets als Solobehandlung in fester Form gemäß den spezifischen Gebrauchsanleitungen zu erfolgen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Die Anwendung von Frisin unterliegt strengsten Sicherheitsauflagen, da das freigesetzte Phosphan hochgiftig für Menschen, Säugetiere und andere Nichtzielorganismen ist. Beim Ausbringen ist das Tragen einer vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), inklusive Atemschutz mit entsprechendem Gasfilter und schützender Kleidung, zwingend erforderlich. Um aquatische Ökosysteme und die terrestrische Fauna zu schützen, müssen strikte Abstandsregelungen eingehalten und behandelte Gangsysteme im Boden sofort gasdicht verschlossen werden, um ein Entweichen des Gases in die Umwelt zu verhindern.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Allgemein0 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie beeinflusst die Bodenfeuchtigkeit die Wirkung von Frisin bei einer Unterbodenanwendung?

Da die Freisetzung des Wirkstoffs Phosphan auf einer chemischen Reaktion mit Feuchtigkeit basiert, ist eine gewisse Bodenfeuchte für die Gasentwicklung notwendig. In extrem trockenen Böden verzögert sich die Wirkung erheblich. Ist der Boden hingegen durchnässt oder verschlämmt, kann sich das Gas nicht optimal in den Hohlräumen ausbreiten.

Welche Bodentemperaturen sind für eine erfolgreiche Behandlung mit Frisin erforderlich?

Die Gasentwicklung und die Aktivität der Schaderreger sind stark temperaturabhängig. Bei Bodentemperaturen unter 5 °C verlangsamt sich die Freisetzung von Phosphorwasserstoff drastisch, und die Zielorganismen weisen einen reduzierten Stoffwechsel auf. Optimale Ergebnisse werden bei milden bis warmen Bodentemperaturen erzielt.

Warum müssen behandelte Erdgänge nach der Applikation sofort verschlossen werden?

Das Verschließen der Gänge (z. B. mit einer Grassode oder Erde) verhindert, dass das schwere Gas nach oben entweicht. Dadurch bleibt die Wirkstoffkonzentration im Gangsystem über den erforderlichen Zeitraum hoch genug, um die Schaderreger zu erfassen, und das Risiko für Haustiere oder Anwender an der Oberfläche wird minimiert.

Kann Frisin bei starkem Wind im Freiland angewendet werden?

Von einer Anwendung bei starkem Wind wird dringend abgeraten. Windbewegungen können zu einem beschleunigten Gasaustausch an der Bodenoberfläche führen, wodurch das Gas aus den behandelten Bereichen gesaugt wird. Zudem erhöht sich das Risiko einer Abdrift von Gasresten in Richtung des Anwenders.

Wie wird sichergestellt, dass keine Resistenzen bei Vorratsschädlingen entstehen?

Im Vorratsschutz müssen Begasungen absolut gasdicht durchgeführt werden. Nur so wird verhindert, dass Schaderreger subletalen (nicht tödlichen) Dosen ausgesetzt werden, was die Selektion widerstandsfähiger Individuen begünstigen würde. Die Einhaltung der vorgeschriebenen Einwirkzeit ist hierbei der kritischste Faktor.

Darf das Produkt bei Frost gelagert werden?

Frisin muss in der Originalverpackung absolut trocken, kühl und frostfrei gelagert werden. Frost an sich schädigt den Wirkstoff zwar nicht direkt, jedoch muss jegliche Kondenswasserbildung in den Lagerräumen ausgeschlossen werden, um eine vorzeitige Gasentwicklung in den Gebinden zu verhindern.