Fuego
Fuego ist ein bewährtes, selektives Bodenherbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern und Ungräsern im Winterraps. Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, bietet das Pflanzenschutzmittel eine hervorragende Verteilung auf der Bodenoberfläche und bildet einen stabilen Herbizidfilm aus. Es stellt einen unverzichtbaren Standardbaustein in der Rapsherbizid-Strategie direkt nach der Aussaat dar.
Das Wirkungsspektrum erstreckt sich über wichtige wirtschaftliche Schaderreger wie das Einjährige Rispengras, den Gemeinen Windhalm sowie eine Vielzahl einjähriger zweikeimblättriger Unkräuter. Auch eine wichtige Teilwirkung gegen den Acker-Fuchsschwanz wird erzielt, was Fuego zu einem wertvollen Werkzeug im integrierten Pflanzenschutz macht. Die Anwendung erfolgt vorzugsweise im Vorauflauf bis zum frühen Nachauflauf der Kultur.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Metazachlor gehört zur chemischen Gruppe der Chloracetamide und ist im HRAC-System der Gruppe 15 (ehemals K3) zugeordnet. Die Wirkung basiert auf der selektiven Hemmung der Synthese von sehr langkettigen Fettsäuren (VLCFA), wodurch die Zellteilung und das Streckungswachstum der empfindlichen Unkräuter und Ungräser nachhaltig blockiert werden. Der Wirkstoff wird primär über die Wurzeln sowie die Keimscheide (Koleoptile) der keimenden Schaderreger aufgenommen. Für eine optimale Entfaltung der Wirkung ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit nach der Applikation von entscheidender Bedeutung. Nur so kann der Wirkstoff in die Bodenlösung diffundieren und von den keimenden Unkräutern absorbiert werden, noch bevor diese die Bodenoberfläche durchbrechen. Bereits aufgelaufene Unkräuter werden im sehr frühen Keimblattstadium ebenfalls effektiv erfasst.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere bei schwer bekämpfbaren Ungräsern wie dem Acker-Fuchsschwanz, wirksam vorzubeugen, sollte Fuego stets in ein vorausschauendes Fruchtfolge- und Wirkstoffmanagement integriert werden. Da Metazachlor der HRAC-Gruppe 15 angehört, empfiehlt sich der jährliche Wechsel oder die Kombination mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen. Zudem sollten pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine sorgfältige Bodenbearbeitung und die Förderung der Konkurrenzkraft der Kultur konsequent genutzt werden.
Mischbarkeit & Tankmischung
Fuego zeichnet sich durch eine hervorragende Mischbarkeit mit gängigen Rapsherbiziden (wie Clomazone-haltigen Produkten zur Absicherung gegen Klettenlabkraut) sowie mit Insektiziden zur Bekämpfung des Rapserdflohs im frühen Nachauflauf aus. Bei Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wassermenge von mindestens 200 bis 400 l/ha zu achten, um eine gleichmäßige Benetzung des Bodens zu gewährleisten. Die Zugabe von speziellen Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, kann jedoch bei extrem trockenen Bedingungen in Absprache mit der Fachberatung erwogen werden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit diesem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) strikt einzuhalten. Aufgrund der Eigenschaften des Wirkstoffs Metazachlor gelten in Deutschland strenge Anwendungsbestimmungen zum Schutz des Grundwassers (NG-Auflagen) sowie Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (NW-Auflagen), um den Eintrag in aquatische Ökosysteme zu minimieren. Das Mittel ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zum Schutz der umliegenden terrestrischen Nichtzielorganismen stets mit abdriftmindernder Düsentechnik ausgebracht werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterraps | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | 0–9 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | 10–14 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Fuego im Winterraps?
Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im Vorauflauf (BBCH 00 bis 05), idealerweise innerhalb von drei Tagen nach der Saat auf ein feinkrümeliges, gut abgesetztes Saatbett. Alternativ ist eine Behandlung im frühen Nachauflauf (bis BBCH 14) möglich, solange die Unkräuter das Keimblattstadium noch nicht überschritten haben.
Welche Rolle spielt die Bodenfeuchtigkeit für die Wirkung von Fuego?
Da Metazachlor ein Bodenwirkstoff ist, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit entscheidend für den Bekämpfungserfolg. Feuchtigkeit sorgt dafür, dass der Wirkstoff in der Bodenlösung aktiv bleibt und von den Keimlingen aufgenommen werden kann. Bei extremer Trockenheit kann die Wirkung verzögert einsetzen.
Gibt es gesetzliche Einschränkungen bezüglich der Häufigkeit der Anwendung von Metazachlor?
Ja, in Deutschland gelten strenge Gewässerschutzauflagen (NG-Auflagen) für Metazachlor-haltige Pflanzenschutzmittel. Innerhalb von drei Jahren darf auf derselben Fläche nur eine bestimmte Höchstmenge dieses Wirkstoffs ausgebracht werden. Dies muss bei der Fruchtfolgeplanung unbedingt berücksichtigt werden.
Kann Fuego mit Clomazone-Produkten gemischt werden?
Ja, eine Tankmischung mit Clomazone-haltigen Herbiziden ist im Vorauflauf üblich und sehr effektiv. Diese Kombination schließt wichtige Wirkungslücken, insbesondere bei Klettenlabkraut, und sorgt für ein breiteres Wirkungsspektrum im Rapsanbau.
Wie verhält sich Fuego bezüglich der Nachbauverpflichtungen bei vorzeitigem Umbruch der Kultur?
Sollte der Rapsbestand beispielsweise durch Frost oder Schädlinge vorzeitig umgebrochen werden müssen, sind bei der Wahl der Folgekultur die Abbauzeiten von Metazachlor im Boden zu beachten. In der Regel ist nach einer tiefen Bodenbearbeitung (Pflügen) der Nachbau von Wintergetreide möglich, während empfindliche Kulturen wie Rüben vermieden werden sollten.