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Sonstige · Cheminova Deutschland GmbH

Gajus

BVL Zul.-Nr. 008943-00

Gajus ist ein leistungsstarkes Boden- und Blattherbizid, das speziell für den Einsatz im Winterraps (BRSNW) im frühen Nachauflauf entwickelt wurde. Als flüssiges Emulsionskonzentrat kombiniert dieses Pflanzenschutzmittel zwei komplementäre Wirkstoffe, um ein breites Spektrum an einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern sowie wichtigen Ungräsern wie dem Gemeinen Windhalm und dem Einjährigen Rispengras effektiv zu kontrollieren.

Durch die Kombination von Boden- und Blattwirkung bietet Gajus Rapsanbauern eine flexible und zuverlässige Lösung, um die junge Kultur in der kritischen frühen Entwicklungsphase unkrautfrei zu halten. Dies sichert eine ungestörte Jugendentwicklung und legt den Grundstein für einen ertragreichen Winterrapsbestand.

Wirkstoffe

Pethoxamid
400 g/L · Wirkstoff
Picloram
8 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die hervorragende Wirkung von Gajus basiert auf dem Zusammenspiel seiner zwei aktiven Wirkstoffe mit unterschiedlichen Angriffsunkten. Pethoxamid gehört zur chemischen Gruppe der Chloracetamide (HRAC-Gruppe 15) und wirkt als Hemmstoff der Synthese sehr langkettiger Fettsäuren (VLCFA). Es wird hauptsächlich über die Wurzeln, das Hypokotyl und die Keimblätter keimender Unkräuter aufgenommen und verhindert deren Auflaufen und weiteres Wachstum. Picloram hingegen ist ein synthetisches Auxin (HRAC-Gruppe 4), das die natürlichen Wuchsstoffe der Pflanze imitiert. Es wird schnell über die Blätter und Wurzeln aufgenommen und in der Pflanze transportiert. Dies führt zu einem unkontrollierten, abnormalen Wachstum und schließlich zum Absterben der empfindlichen zweikeimblättrigen Schaderreger.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen wirksam vorzubeugen, solltest du Gajus stets in ein integriertes Herbizidmanagement einbinden. Durch die Kombination zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen (HRAC-Gruppen 15 und 4) besitzt das Produkt bereits ein eingebautes Resistenzmanagement. Dennoch empfiehlt es sich, in der Fruchtfolge Wirkstoffe mit anderen HRAC-Klassifizierungen abzuwechseln und mechanische Maßnahmen zur Unkrautregulierung zu integrieren, um den Selektionsdruck auf einzelne Wirkstoffklassen nachhaltig zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Gajus zeigt sich in der Praxis als gut mischbar mit gängigen Nachauflauf-Herbiziden, Graminiziden sowie ausgewählten Insektiziden, die im frühen Rapsstadium eingesetzt werden. Bei geplanten Tankmischungen solltest du jedoch stets vorab eine physikalische Mischprobe durchführen und die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner beachten. Achte auf eine ausreichende Wassermenge und vermeide Mischungen unter extremen Witterungsbedingungen wie starker Sonneneinstrahlung oder Frostgefahr, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit diesem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich. Da keine spezifische Bieneneinstufung vorliegt, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, vermeiden und die Behandlung vorzugsweise in den windstillen Abendstunden durchführen. Achte zudem penibel darauf, dass keine Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumstrukturen gelangt, um aquatische Organismen und die umliegende Flora und Fauna zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterrapsEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras10–143 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Gajus im Winterraps?

Der beste Behandlungszeitraum liegt im frühen Nachauflauf der Kultur zwischen den BBCH-Stadien 10 und 14 (Keimblattstadium bis zum Erscheinen des 4. Laubblattes). Zu diesem Zeitpunkt befinden sich auch die meisten Unkräuter im empfindlichen Keim- oder frühen Laubblattstadium, was die Wirkstoffaufnahme maximiert.

Welche Bodenbedingungen begünstigen die Wirkung von Gajus?

Da der Wirkstoff Pethoxamid maßgeblich über den Boden wirkt, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit nach der Anwendung ideal, um den Wirkstofffilm zu aktivieren. Ein feinkrümeliges Saatbett ohne grobe Kluten oder übermäßige Strohauflagen verbessert die Verteilung und sorgt für eine lückenlose Barriere gegen keimende Unkräuter.

Kann ich Gajus auch bei Frostgefahr spritzen?

Nein, du solltest Behandlungen bei drohendem Nachtfrost oder extremen Temperaturschwankungen vermeiden. Unter Stressbedingungen kann die Kultur den Wirkstoff schlechter abbauen, was zu vorübergehenden Wachstumsverzögerungen oder Aufhellungen führen kann. Warte am besten, bis sich die Witterung stabilisiert hat.

Wie verhält sich Gajus beim Nachbau im Schadfall, falls der Raps umgepflügt werden muss?

Sollte ein vorzeitiger Umbruch des Winterrapses notwendig sein, musst du die Abbauzeiten der Wirkstoffe im Boden berücksichtigen. Vor dem Nachbau von Folgekulturen ist eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) dringend zu empfehlen, um Wirkstoffrückstände zu verdünnen. Informiere dich im Zweifel über die spezifischen Wartezeiten für Ersatzkulturen.

Warum ist die Kombination aus Pethoxamid und Picloram so schlagkräftig?

Diese Kombination vereint zwei völlig unterschiedliche Wirkungswege: Pethoxamid blockiert das Auflaufen keimender Unkräuter und Gräser über den Boden, während Picloram bereits aufgelaufene zweikeimblättrige Unkräuter über das Blatt erfasst. Dadurch bist du deutlich flexibler gegenüber unterschiedlichen Keimwellen der Schaderreger im Herbst.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Produkte für den Rapsanbau?

Du kannst ganz einfach über unsere Produktsuche nach der Kultur "Winterraps" filtern oder gezielt nach bestimmten Schaderregern wie dem "Gemeinen Windhalm" suchen. So erhältst du eine Übersicht aller in Deutschland registrierten Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer Anwendungsbestimmungen.