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Sonstige · Sharda Cropchem Espana S.L.

GIBRITRIN

BVL Zul.-Nr. 00B237-60

GIBRITRIN ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von bodenlebenden Schaderregern. Formuliert als flüssiges Konzentrat mit dem bewährten Wirkstoff Tefluthrin (200 g/l), bietet dieses Produkt einen zuverlässigen Schutz für empfindliche Kulturen in ihrer kritischen frühen Entwicklungsphase. Es zeichnet sich durch seine spezialisierte Wirkung direkt in der Bodenzone aus und schützt das Saatgut sowie die jungen Keimlinge vor irreversiblem Fraßschaden.

Als modernes Pyrethroid ist GIBRITRIN besonders für den Einsatz gegen bodenbürtige Schädlinge wie Drahtwürmer, Erdraupen oder die Larven des Maiswurzelbohrers konzipiert. Durch seine physikalischen Eigenschaften verteilt sich der Wirkstoff optimal in der unmittelbaren Umgebung des Saatguts und bildet eine schützende Barriere. Dies sichert einen gleichmäßigen Feldaufgang und stärkt die Standfestigkeit der Kulturen von Anfang an.

Wirkstoffe

Tefluthrin
200 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Tefluthrin gehört zur IRAC-Gruppe 3A (Pyrethroide). Auf biochemischer Ebene interagiert Tefluthrin mit den spannungsabhängigen Natriumkanälen in den Nervenmembranen der Schaderreger. Es verzögert das Schließen dieser Kanäle und hält sie offen, was zu einer langanhaltenden Depolarisation der Nervenzelle führt. Dies löst unkontrollierte Nervenimpulse, extreme Übererregung, Krämpfe und schließlich den schnellen Tod des Schädlings aus. Ein besonderer Vorteil von Tefluthrin im Boden ist seine ausgeprägte Gasphase (Dampfdruck). Der Wirkstoff verdampft leicht in den Bodenporen und bildet einen gasförmigen Schutzhof um das Saatgut. Schaderreger werden dadurch bereits vor dem eigentlichen Kontakt mit der Kultur abgeschreckt (Repellent-Effekt) oder über die Atmungsorgane und die Kutikula effektiv bekämpft.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung bei bodenlebenden Schaderregern vorzubeugen, solltest du GIBRITRIN im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts einsetzen. Vermeide den aufeinanderfolgenden Einsatz von Mitteln aus der IRAC-Gruppe 3A (Pyrethroide) in derselben Saison. Nutze stattdessen einen konsequenten Fruchtwechsel und kombiniere die Anwendung mit mechanischen Kulturmaßnahmen oder Wirkstoffen aus anderen chemischen Klassen, um den Selektionsdruck zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bei der Anwendung von GIBRITRIN ist die physikalische und chemische Kompatibilität im Tank sorgfältig zu prüfen, insbesondere wenn flüssige Starterdünger oder Bodenhilfsstoffe beigemischt werden. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität (neutraler bis leicht saurer pH-Wert) und eine kontinuierliche Rührung im Spritztank während des gesamten Misch- und Ausbringungsvorgangs. Die Zugabe von speziellen bodenhaftenden Additiven kann die Verteilung im Bodenprofil optimieren, sollte jedoch vorab in einer Probemischung getestet werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit GIBRITRIN ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Handschuhen und Atemschutz bei der Handhabung des Konzentrats, unerlässlich. Da der Wirkstoff hochtoxisch für aquatische Organismen ist, müssen Abdriften in Oberflächengewässer strikt vermieden und alle Abstandsauflagen eingehalten werden. Zum Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubern sollte das Pflanzenschutzmittel nicht auf blühende Kulturen oder in Bereichen, in denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, ausgebracht werden; verlege die Anwendung bei Bedarf in die späten Abendstunden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Allgemein0 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie beeinflusst die Bodenfeuchtigkeit die Wirkung von GIBRITRIN?

Eine moderate Bodenfeuchtigkeit ist ideal, da sie die Ausbildung der Gasphase von Tefluthrin in den Bodenporen unterstützt. Bei extrem trockenen Böden kann sich die Schutzwirkung verzögern, während staunasse Böden die Gasbewegung einschränken. Achte daher auf ein gut abgesetztes, feinkrümeliges Saatbett.

Kann ich GIBRITRIN auch bei niedrigen Temperaturen im Frühjahr anwenden?

Ja, Tefluthrin ist auch bei kühleren Bodentemperaturen im zeitigen Frühjahr voll wirksam. Da bodenlebende Schaderreger wie Drahtwürmer aktiv werden, sobald sich der Boden erwärmt, bietet GIBRITRIN genau in dieser kritischen Phase den notwendigen Schutz.

Warum ist die Tiefenplatzierung bei der Anwendung so wichtig?

Da GIBRITRIN seine Wirkung direkt im Boden entfaltet, muss der Wirkstoff exakt in der Saatrille oder der Wurzelzone platziert werden. Eine oberflächliche Anwendung führt durch UV-Strahlung zu einem schnellen Abbau des Wirkstoffs und mindert den Schutz vor Schaderregern im Wurzelbereich drastisch.

Wie erkenne ich, ob eine Behandlung mit GIBRITRIN auf meinen Flächen notwendig ist?

Nutze im Vorfeld der Aussaat Köderfallen (z. B. mit Kartoffelscheiben für Drahtwürmer), um den Besatzdruck im Boden zu ermitteln. Liegt die Fangzahl über der wirtschaftlichen Schadschwelle oder hast du in den Vorjahren bereits starken Fraßschaden festgestellt, ist eine vorbeugende Behandlung dringend zu empfehlen.

Welche Rolle spielt GIBRITRIN im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes (IPS)?

GIBRITRIN dient als gezielte Maßnahme zum Schutz des Ertragspotenzials, wenn pflanzenbauliche Methoden wie eine weite Fruchtfolge oder intensive Bodenbearbeitung allein nicht ausreichen. Es schützt die Kultur in der verletzlichsten Phase, sodass spätere Blattspritzungen oft reduziert werden können.

Wie verhalte ich mich, wenn nach der Anwendung starker Regen einsetzt?

Tefluthrin besitzt eine sehr geringe Wasserlöslichkeit und bindet sich stark an Bodenteilchen. Normaler Niederschlag wäscht den Wirkstoff daher nicht aus. Bei extremen Starkregenereignissen mit Bodenerosion besteht jedoch das Risiko, dass behandelte Erde abgeschwemmt wird – vermeide daher Anwendungen auf erosionsgefährdeten Hängen vor angekündigten Unwettern.