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OTHER · Syngenta Agro GmbH

HERITAGE

BVL Zul.-Nr. 026488-00

HERITAGE von Syngenta ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid, das speziell für den Einsatz auf professionellen Rasenflächen wie Sportplätzen, Golfanlagen und Zierrasen (BVL-Kulturcode: NNNZW) entwickelt wurde. Als wasserdispergierbares Granulat (WG) formuliert, bietet das Pflanzenschutzmittel eine hervorragende Handhabung, staubfreie Dosierung und schnelle Löslichkeit im Spritztank. Es hat sich im professionellen Greenkeeping als verlässlicher Standard etabliert, um anspruchsvolle Rasengräser gesund, vital und optisch makellos zu halten.

Das Wirkungsspektrum umfasst die bedeutendsten pilzlichen Schaderreger im Rasenbereich. Dazu gehören wirtschaftlich relevante Krankheiten wie Schneeschimmel (Monographella nivalis), Schwarzbeinigkeit (Gaeumanomyces graminis), die Blattfleckenkrankheit (Drechslera poae), verschiedene Rostpilze (Puccinia-Arten), Rhizoctonia solani sowie die Gräser-Anthraknose (Colletotrichum graminicola). Durch seine breite Wirksamkeit schützt HERITAGE die Grasnarbe sowohl präventiv als auch in frühen Infektionsstadien kurativ vor tiefgreifenden Schäden.

Wirkstoffe

Azoxystrobin
500 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Azoxystrobin gehört zur chemischen Klasse der Strobilurine und ist in die FRAC-Gruppe 11 (QoI-Inhibitoren) eingestuft. Die biochemische Wirkung beruht auf der gezielten Blockade des Elektronentransports in der Atmungskette der Mitochondrien der Pilzzellen. Dadurch wird die Energieproduktion (ATP-Synthese) der Schaderreger unterbunden, was zur Hemmung der Sporenkeimung, des Myzelwachstums und der Sporenbildung führt. Azoxystrobin zeichnet sich durch ausgeprägte systemische und translaminare Eigenschaften aus. Nach der Anwendung wird der Wirkstoff rasch von den Blättern und Wurzeln der Gräser aufgenommen und akropetal (mit dem Saftstrom nach oben) in der Kultur verteilt. Dies gewährleistet einen langanhaltenden Schutz auch für neu zuwachsende Pflanzenteile und schützt die Gräser von der Wurzel bis zur Blattspitze vor einer Infektion.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei den Zielpathogenen vorzubeugen, muss HERITAGE im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Da Wirkstoffe der FRAC-Gruppe 11 ein inhärent hohes Resistenzrisiko aufweisen, sollte die Anzahl der Behandlungen pro Saison strikt begrenzt werden. Ein konsequenter Wirkstoffwechsel mit Fungiziden aus anderen chemischen Klassen mit unterschiedlichem Wirkungsmechanismus (wie z. B. SDHI oder Kontaktfungiziden) ist zwingend erforderlich. Zudem empfiehlt es sich, das Pflanzenschutzmittel bevorzugt präventiv bei beginnendem Infektionsdruck einzusetzen, um die Selektion resistenter Pilzstämme von vornherein zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

HERITAGE ist im Allgemeinen gut mit gängigen Blattdüngern, Wachstumsregulatoren und anderen für den Rasenbereich zugelassenen Pflanzenschutzmitteln mischbar. Vor der Ansetzung größerer Mengen im Spritztank wird jedoch dringend ein physikalischer Mischbarkeitstest (Kübeltest) empfohlen. Für eine optimale Benetzung der dichten Grasnarbe und eine schnelle Wirkstoffaufnahme sollte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge geachtet werden. Die Anwendung sollte auf trockenen Pflanzenbeständen erfolgen, um ein Abschwemmen des Wirkstoffs zu verhindern, wobei extreme Hitzeperioden oder intensive Sonneneinstrahlung während der Applikation zu vermeiden sind.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit HERITAGE ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung, obligatorisch. Da der Wirkstoff Azoxystrobin als giftig für Wasserorganismen eingestuft ist, müssen die gesetzlichen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern strikt eingehalten werden, um einen Eintrag durch Abdrift zu verhindern. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Beikräutern im Rasen vermieden werden, um den Schutz von Bestäubern zu maximieren.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
RasenSchwarzbeinigkeit (Gaeumanomyces graminis), Blattfleckenkrankheit (Drechslera poae), Puccinia-Arten0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE
RasenGräser-Anthraknose (Colletotrichum graminicola)0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Schneeschimmel mit HERITAGE?

Die Bekämpfung von Schneeschimmel (Monographella nivalis) sollte idealerweise präventiv im Spätherbst erfolgen, bevor die erste dauerhafte Schneedecke den Rasen bedeckt. Eine Applikation bei kühlen, feuchten Bedingungen im Temperaturbereich von 5 bis 10 °C schützt die Gräser effektiv vor dem Befall unter dem Schnee.

Kann HERITAGE auch über die Wurzeln von den Gräsern aufgenommen werden?

Ja, Azoxystrobin besitzt eine ausgeprägte systemische Aktivität und kann sowohl über das Blattwerk als auch über das Wurzelsystem aufgenommen werden. Dies macht das Pflanzenschutzmittel besonders wirksam gegen bodenbürtige Schaderreger wie den Erreger der Schwarzbeinigkeit (Gaeumanomyces graminis).

Wie viele Anwendungen von HERITAGE sind pro Jahr auf einer Rasenfläche zulässig?

Um das Risiko von Resistenzbildungen zu minimieren, ist die Anzahl der Anwendungen pro Jahr streng limitiert. Es wird empfohlen, maximal zwei Behandlungen mit Wirkstoffen aus der Gruppe der Strobilurine (FRAC 11) pro Saison durchzuführen und dazwischen Fungizide mit anderen Wirkmechanismen einzusetzen.

Ist nach der Anwendung von HERITAGE auf Sportplätzen eine Wartezeit für die Nutzung einzuhalten?

Generell gilt, dass behandelte Rasenflächen erst nach dem vollständigen Antrocknen des Spritzbelags wieder betreten werden sollten. Dies dient dem Schutz von Mensch und Tier und verhindert gleichzeitig, dass der Wirkstoff mechanisch von den Gräsern abgetragen wird.

Wie unterstützt HERITAGE die Vitalität des Rasens über die reine Pilzbekämpfung hinaus?

Neben der direkten Wirkung gegen Schaderreger zeigt Azoxystrobin den sogenannten "Greening-Effekt". Er fördert die physiologische Aktivität der Gräser, verbessert die Stickstoffausnutzung und reduziert den Stress der Kultur bei Trockenheit, was zu einer intensiveren Grünfärbung und einer verbesserten Regeneration führt.

Was muss bei der Wasserqualität und der Düsenauswahl für die Applikation beachtet werden?

Für eine gleichmäßige Benetzung der dichten Grasnarbe sollten feine bis mittelfeine Flachstrahldüsen verwendet werden. Ein leicht saurer bis neutraler pH-Wert des Spritzwassers (pH 5,5 bis 7,0) stabilisiert den Wirkstoff im Tank und optimiert die Aufnahme durch die Kutikula der Gräser.